Grosse Solidarität mit Café-Bar Mokka

Thun

Auch am Wochenende gingen die Diskussionen um das Aus für den Mokka-Anlass Summerdance weiter. Die Solidarität ist gross. Es gibt aber auch Kritik am Thuner Mokka.

Viel Unterstützung erfährt Pädu Anliker von der Café-Bar Mokka.

Viel Unterstützung erfährt Pädu Anliker von der Café-Bar Mokka.

(Bild: zvg)

Dass das Regierungsstatthalteramt in Thun am Freitagabend kurz vor 19 Uhr ein Communiqué verschickt, ist ungewöhnlich. Doch nachdem publik geworden war, dass der Statthalter darauf pocht, dass beim Freiluft-Anlass Summerdance im Garten der Café-Bar Mokka die Musik um 22 Uhr abgestellt werden muss, waren die Reaktionen heftig. Derart heftig, dass das Statthalteramt in seiner Mitteilung Stellung nahm: «Beat Anliker, verantwortliche Person des Betriebes, wurde mit Schreiben vom 10. August 2012 durch den Regierungsstatthalter-Stellvertreter Stephan Zingg darauf aufmerksam gemacht, die rechtsgültigen Auflagen der Betriebsbewilligung einzuhalten.»

Diese Auflagen besagen, dass um 22 Uhr Schluss mit Musik ist. Zingg signalisiert aber Gesprächsbereitschaft: «Der Regierungsstatthalter-Stellvertreter steht für Gespräche mit Beat Anliker zur Verfügung.»

A-Perron unterstützt Mokka

Auch am Wochenende sorgten das Vorgehen des Statthalteramts und das Aus für Summerdance für Diskussionen. In einem Communique meldete sich das Kollektiv A-Perron zu Wort, das bisher in Thun mit Hausbesetzungen aufgefallen war: «Nun bläst ein eisiger Wind durch Thun.» Das Kollektiv verurteile die «kurzsichtige, kulturfeindliche und überstürzte Reaktion» des Statthalters – und fragt: «Schneidet die kommende Überbauung auf dem Gerberareal dem blutenden Mokkaherz definitiv den Puls ab?» A-Perron fordert Stadt und Statthalter auf, «eine Lösung im Sinne der kulturellen Vielfältigkeit und der Weiterexistenz des Mokka zu finden».

Evelyn Salzmann aus Gurzelen schreibt in einem Leserbrief: «Ein Dankeschön an Pädu Anliker. Bitte gib nicht auf!» Sie finde es schade, dass solche Anlässe nicht unterstützt würden und man dem Mokka Stolpersteine in den Garten schmeisse. Anders sieht es Leserbriefschreiber Bernhard Bläuer aus Hünibach: Mit dem neuen Wohngebiet pfeife ein anderer Wind. «Wer will schon bis in die Morgenstunden von Lärmemissionen belästigt werden?» Spätestens wenn das Gerberkäse-Areal überbaut sei, mutiere die Café-Bar Mokka endgültig zum Fremdkörper, dem kein Platz mehr gebühre.

Viele Online-Reaktionen

Doch auch in den allermeisten Online-Reaktionen wird die Solidarität mit dem Mokka deutlich. Arun Parekh schreibt: «Ein weiteres Armutszeugnis unseres Bünzlikantons!» Tom Schmid ärgert sich über «mangelndes Fingerspitzengefühl» des Statthalters. «Was habt ihr euch denn vorgestellt? In die Stadt ziehen, weil es gerade cool ist, und ab 22 Uhr zirpen nur noch die Grillen?», fragt Ueli Brand. «Alle Kommentarschreiber, die sich nun hier so ereifern, vergessen, dass Pädu wusste, dass diese Beschränkung besteht. Davon nun ein Gewohnheitsrecht abzuleiten, scheint mir etwas übertrieben», gibt derweil Thomas Schmied zu bedenken.

Thuner Tagblatt

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