Uetendorf

Grosse Mehrheit steht hinter dem Hallenbad

UetendorfDas wiedererlangte Gleichgewicht im Finanzhaushalt zeigte Wirkung: Die Stimmberechtigten sagten Ja zur Sanierung des Halle­n­bades im Schulhaus Riedern, zum neuen Tanklöschfahrzeug und zum Budget 2018.

Das Uetendorfer Hallenbad kann für 2,57 Millionen Franken saniert werden.

Das Uetendorfer Hallenbad kann für 2,57 Millionen Franken saniert werden. Bild: Marc Imboden

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Mit 221 Ja gegen 43 Nein stimmten die 297 Anwesenden am Montag an der Gemeindeversammlung Uetendorf dem Kredit von 2,57 Millionen für die Sanierung des Hallenbades mit Lernschwimmbecken im Schulhaus Riedern II zu. Dies nach einer langen Frage-und-Antwort-Runde, die von Alt-Gemeinderat Erwin Rohrbach (SP) lanciert wurde.

Als Gegner des Sanierungsprojektes stellte Rohrbach die Massnahmen zur Energieeffizienz, die Laufzeit der geplanten Abschreibungen, das Betriebsbudget und im Speziellen die Vorarbeiten der Arbeitsgruppe «Zukunft Hallenbad» als Ganzes infrage.

Der Skepsis, die noch von vier weiteren Votanten geäussert wurde, traten Gemeinderätin Eva Bichsel (SVP, Ressort Bildung und Finanzen), Gemeindepräsident Albert Rösti, (SVP), Finanzverwalter Dieter Amstutz und der Leiter der Bauabteilung, Peter Loosli, entgegen. «Der Gemeinderat hat über alle Punkte offen informiert, nach meiner Beurteilung wurde in der vorbereitenden Arbeitsgruppe seriöse Arbeit geleistet», sagte Rösti.

Für die Kinder

Im Lernschwimmbecken sollen auch weiterhin Kinder schwimmen lernen können. Dazu gehören die Schülerinnen und Schüler aus Uetendorf und den Nachbargemeinden. Die Alt-Gemeinderätin und ehemalige Schulleiterin und Lehrerin Annemarie Kurth unterstützte Gemeinderätin Eva Bichsel in deren Argumentation, das Bad solle insbesondere für die Kinder saniert werden.

Kurth wies darauf hin, dass der Regierungsrat der Schule eine Aufgabe übertragen habe: «Die Schule ist dafür verantwortlich, dass alle Schülerinnen und Schüler bis zur vierten Klasse den Wassersicherheitstest bestanden haben müssen.» Der auf dieses Votum folgende grosse Applaus war ein Indiz dafür, mit welchem Vorhaben die Mehrheit der Anwesenden an die Gemeindeversammlung gekommen war.

Den verschiedenen Voten der Befürworter entsprechend wurde der Rückweisungsantrag von Erwin Rohrbach zu diesem Geschäft denn auch mit 231 Nein gegen 19 Ja abgelehnt. Vor der Schlussabstimmung ebenfalls deutlich abgelehnt wurde ein Antrag, das Betriebsdefizit des Hallenbades auf maximal 85'000 Franken zu plafonieren.

«Die Kinder werden auch in  Zukunft direkt im Dorf von unserem Angebot profitieren können.»Samuel Bühlmann, Präsident Schwimmclub Delphin

Mit der Zustimmung zur Sanierung des «Bedli» wurde in Uetendorf ein demokratischer Prozess abgeschlossen. An der Gemeindeversammlung im November 2016 war der Gemeinderat der Sanierung noch ablehnend gegenübergestanden. Damals beauftragten 312 von 415 Anwesenden den Gemeinderat damit, die Arbeitsgruppe «Zukunft Hallenbad» zu gründen, um das Projekt neu zu beurteilen.

Freude beim Schwimmclub

Von der Zustimmung profitiert neben den Schülern und Badegästen jeder Generation auch der Schwimmclub Delphin Uetendorf. Darüber freuten sich der heutige Präsident Samuel Bühlmann und der ehemalige Präsident Eduard Binggeli sehr. «Die Kinder werden auch in Zukunft direkt im Dorf von unserem Angebot profitieren können», sagte Bühlmann gegenüber dieser Zeitung.

Das Engagement des SC Delphin im Vorfeld der Abstimmung hatte sich ausbezahlt. Die Sanierungsabreiten beginnen spätestens im Jahr 2021. Bis dahin wird das Bad wie bisher geführt. Die Eintrittspreise wurden bereits angepasst und von den Nutzern akzeptiert. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 28.11.2017, 16:24 Uhr

Weitere Traktanden

Mit einer strategischen Aufgabenplanung leitete der Uetendorfer Gemeinderat Massnahmen ein, um das seit Jahren bestehende strukturelle Defizit zu beheben. 2016 genehmigten die Stimmberechtigten eine Steuererhöhung von 1,48 auf 1,52 Einheiten. Der Mehrertrag beläuft sich auf rund 304'000 Franken. Diese und weitere budgetierte Mehreinnahmen führten dazu, dass das Gesamtergebnis im Voranschlag 2018 bei einem betrieblichen Aufwand von 25,48 Millionen einen Ertragsüberschuss von 324'300 Franken ergibt. Das Budget wurde an der Gemeindeversammlung ohne Diskussion und ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung gutgeheissen.

Zur Kenntnis nehmen mussten die Anwesenden die «Wettervorhersage» von Finanzverwalter Dieter Amstutz zu den Spezialfinanzierungen. Beim Wasser herrsche noch klarer Himmel, beim Abwasser zögen erste Gewitterwolken auf, die eine Gebührenerhöhung anzeigen würden. Regen prognostizierte er bei der Abfallentsorgung: «Hier ist seit Jahren ein Defizit zu verbuchen, im nächsten Jahr müssen wir handeln», so Amstutz. Rosa Wolken sieht der Finanzverwalter dagegen bei der Spezialfinanzierung Feuerwehr. Diese ist mit über einer Million so gut dotiert, dass die Beschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges für 543'700 Franken ohne Probleme daraus finanziert werden kann. Dieses Geschäft wurde ohne Diskussion einstimmig bewilligt. Ohne Fragen genehmigte der Souverän auch die Änderungen im Reglement für das Regionale Führungsorgan (RFO) Stockhorn.

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