Interlaken

Geheimnisse aus dem Kalten Krieg

InterlakenDer Raum Interlaken diente seit dem Zweiten Weltkrieg als relativ sicherer Standort für die Armeeführung. Verbunkerte Anlagen dienten zu deren Schutz. Zwei völlig unterschiedliche Bunker werden künftig zu besichtigen sein.

Der getarnte Eingang des Goldey-Stollens: Dieser Bunker in Unterseen kann besichtigt werden.

Der getarnte Eingang des Goldey-Stollens: Dieser Bunker in Unterseen kann besichtigt werden. Bild: Adrian Deuschle

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Als Goldey-Stollen wird die Anlage in Unterseen bezeichnet. Im Zweiten Weltkrieg diente er einem Teil von General Guisans Armeestab als bombensicherer Arbeitsplatz. Bis Mitte der 1990er-Jahre wurde der modernisierte Bunker vom Übermittlungsregiment 1 als Kommandoposten (KP) benutzt. Und künftig werden die Räume hinter der einfachen Bretterverschalung nicht mehr geheim sein, sondern zu besichtigen sein. Zu sehen sind die Arbeitsräume des Stabes sowie die technische Infrastruktur. Für längere Aufenthalte war die Anlage nicht ausgerüstet, die Stabsoffiziere nächtigten auch lieber in den benachbarten Hotels. Möglich macht die Öffnung des Bunkers der Verein IG Bödeliwerke, der diesen kauft, um ihn zu erhalten. Der IG gehört bereits das ehemalige Artilleriewerk Kammfluh am Harder. Für den Präsidenten Werner Gartenmann dokumentiert der Erhalt ausgewählter Anlagen die Bedeutung, die dem Raum Interlaken militärisch zukam.

Unterhalt nicht günstig

Für den kleinen Verein bedeutet hingegen die Übernahme des Goldey-Stollens eine grosse finanzielle Belastung. Im Budget für 2014 sind rund 13'000 Franken eingesetzt. Damit wird die Anlage den Besitzer wechseln, und es können die dringendsten Unterhaltsarbeiten gemacht werden. Neue Vereinsmitglieder, auskunftsfreudige Zeitzeugen, zahlende Besucher und Sponsoren sind deshalb gern gesehen.

Noch ein zweiter KP

Während der Verhandlungen mit der Armasuisse als Immobilienverwalterin des Verteidigungsdepartementes kam ein weiteres Angebot auf den Tisch: Der Bund wollte den Kommandoposten des Infanterieregiments 80 in Wilderswil aus der Zeit des Kalten Krieges gleich noch «draufpacken», wie Gartenmann an der Vereinsversammlung erklärte. Dieser Bunker besteht zum Teil aus vergrabenen röhrenförmigen Fertigelementen. Von aussen ist lediglich ein Stahldeckel sichtbar, unter dem die Zugangstreppe versteckt ist. Dazu gehört eine kleinere Anlage für die Funkanlage. «Die Verhandlungen – auch mit dem Landbesitzer – gestalten sich erfreulich», bestätigt der Präsident. Mit der Übernahme hätte der Verein die Möglichkeit, interessierten Kreisen zwei völlig unterschiedliche Anlagen zugänglich machen zu können.

Historischer Hintergrund

Wieso der Raum Interlaken seine Bedeutung erlangte und welche Überlegungen zum sogenannten Reduit als militärischem Rückzugsraum führten, erläuterte an der Versammlung Gerhard Wyss. Als früherer Chef der Kampf- und Führungsbauten der Armee konnte er sein umfassendes militärhistorisches Wissen weitergeben. Fazit: «Das Reduit war keine Demutsgeste gegenüber den Deutschen!

Kontakt IG Bödeliwerke (Mitgliedschaft, Sponsoring, Besichtigungen): Werner Gartenmann, gartenmann@hotmail.com, 079 222'79'73. Allgemeine Infos: www.festung-oberland.ch> (Berner Oberländer)

Erstellt: 01.02.2014, 13:07 Uhr

Der Zugang zum KP Ried in Wilderswil: Diesen Bunker will der Verein IG Bödeliwerke übernehmen. Bilder (Bild: Adrian Deuschle)

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