Gaia-Festival mit neuer Direktorin

Oberhofen

Neu steht nun die Murten-Classic-Direktorin Jacqueline Keller auch dem Thuner Gaia-Festival vor. Dieses heisst neu Gaia-Musikfestival Oberhofen, wo künftig alle Konzerte stattfinden – dieses Jahr vom 7. bis 10. Mai. Gestartet wird die 7. Ausgabe mit einer Opening Night.

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In den letzten Jahren wartete das frühere Gaia-Kammermusikfestival Thun für jede Ausgabe mit Neuerungen und Änderungen auf. Und so ist es nun ebenfalls in diesem Jahr für die siebte Durchführung. Künftig heisst die Konzertreihe Gaia-Musikfestival Oberhofen, wo ab 2015 die Anlässe ausschliesslich durchgeführt werden.

Zudem übernimmt die Murten-Classic-Direktorin Jacqueline Keller nun zusätzlich dieselbe Funktion für Gaia. «Ich bin überzeugt von diesem Produkt und freue mich darauf, auch in dieser Gegend den Menschen die klassische Musik näherbringen zu dürfen», begründet die engagierte Kulturmanagerin ihren Entscheid.

Zusammen mit der international tätigen Konzertviolinistin Gwendolyn Masin, umtriebige Gründerin und künstlerische Leiterin, dem OK und den freiwilligen Helferinnen und Helfern wird Keller das Festival in Zukunft positionieren. Präsident von Gaia ist unverändert SP-Nationalrat Matthias Aebischer.

Ausschliesslich in Oberhofen

Nachdem das Gaia-Festival 2014 im September statt im Mai durchgeführt worden ist, findet es ab diesem Jahr wiederum im Wonnemonat statt. Vom 7. bis 10.Mai wird in Oberhofen im Schloss, im Klösterli und im Museum für Uhren und mechanische Musikinstrumente gespielt. Sich abwechselnde Spielorte wie etwa der Rittersaal im Schloss Thun, die Kirche in Blumenstein oder weitere Lokalitäten in Bern gehören der Vergangenheit an.

Der Vorverkauf für das Gaia-Musikfestival Oberhofen startet Mitte März. Da wird auch das genaue Programm bekannt gegeben.

Neu mit Opening Night

Die viertägige Konzertreihe wird ausserdem mit einer neuen Idee eröffnet: «Überhaupt als Erste in der Schweiz starten wir das Festival mit einer Opening Night: Interessierte können einen ganzen Abend unsere Musik geniessen», sagt Jacqueline Keller. Dieser für die klassische Musik neue Ablauf ermögliche eine Vorschau auf das Festival. «Zugleich eröffnet sie die Möglichkeit», ergänzt sie, «verschiedene Formationen und Stilrichtungen zu hören und sich so auf ungezwungene Art und Weise der Klassik zu nähern.»

Für einen symbolischen Betrag von fünf Franken können am Donnerstag, 7. Mai, drei Ensembles erlebt werden. «Sie spielen während je dreissig Minuten jeweils dieselben drei Sequenzen, und diese werden im Schloss, im Klösterli und im Museum wiederholt», erklärt die neue Direktorin den Ablauf der Opening Night. Das Festival musste sich in der Vergangenheit vor allem im operativen Bereich neu finden. Zum einen hatte sich 2012 der Gaia-Mitbegründer und Architekt Christoph Ott aus dem operativen Bereich zurückgezogen, da der Erfolg des Festivals eine professionellere Leitung erforderte. «Wir sind froh und glücklich», präzisiert Gwendolyn Masin, «dass wir nun in Jacqueline Keller eine solch erfahrene Direktorin finden konnten.»

Zum andern riss der Konkurs des Hotels Bellevue au Lac in Hilterfingen, wo die Musikerinnen und Musiker einquartiert worden wären, kurz vor dem Festivalstart im Mai 2013 ein Loch in die Gaia-Kasse: Infolge der organisatorischen Feuerwehrübungen fehlte Geld in Höhe eines fünfstelligen Betrages (wir haben berichtet).

Weiterhin international

«Wegen der operativen Wechsel, die oft zu Verspätungen in der Werbung und bei den nötigen Gesuchen führten, stimmte der Rahmen von der Qualität her nicht mehr mit dem Inhalt überein», sagt Jacqueline Keller. Dieser jedoch sei immer der gleiche geblieben: «Internationale Stars bieten hochstehende klassische Musik.»

Spaziergang an einem Ort

Unverändert beträgt das jährliche Festivalbudget rund 150'000 Franken. «Das Gesuch für das Jahr 2015 bei der Stadt Thun wurde vor meiner Zeit eingereicht», sagt Jacqueline Keller. Daher wisse sie nicht, ob diesmal alles geklappt habe. «Die finanzielle Beteiligung der Stadt ist ohnehin kein Grund dafür, weshalb wir das Festival künftig ausschliesslich in Oberhofen durchführen.» Die Gemeinde unterstütze Gaia und identifiziere sich mit dem Konzept, das sei eine Hilfe.

«Zudem», ergänzt die künstlerische Leiterin Gwendolyn Masin, «möchten wir den Anlass örtlich fokussieren, damit sich Klassikfans von nah und fern am Festival auch zu Fuss von Ort zu Ort bewegen und sich immer wieder begegnen können – auf einem Spaziergang durch die klassische Musiklandschaft.»

Unverändert bleibt auch das Konzept, dass die Musikerinnen und Musiker eine ganze Woche am selben Ort zusammen sind. «Die Philosophie, der Schnelligkeit der Zeit auf diese Weise entgegenzuwirken», sagt die neue Gaia-Direktorin Jacqueline Keller, «überzeugt mich sehr.»

Info: www.gaia-festival.com

Thuner Tagblatt

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