Fünf Chalets anstelle eines grossen Hotelkastens

Grindelwald

Das Hotel in Grindelwald speziell für anspruchsvolle Gruppenreisende kommt seiner Realisierung näher: Die Baubewilligung wurde erteilt, mit Investoren wird verhandelt.

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85 Zimmer, jeweils 37 Quadratmetern gross und alle gegen Süden ausgerichtet – das sind die Grundzutaten für ein neues Hotelrezept. Gleich neben dem Bahnhof werden für Gruppenreisende künftig spezielle Übernachtungsmöglichkeiten angeboten.

Architekt Dres Studer von der Firma Archidee, der das Projekt seit den Anfängen 2008 unter dem Namen «Rückgrat» begleitet: «Gruppenreisende gehören heute zum Bild von Grindelwald, sie haben vielerorts den Individualgast ersetzt. Diesem Umstand wollen wir Rechnung tragen.» Daniel Mathys, Architekt und Partner von Archidee, ergänzt: «Besonders asiatische Gruppenreisende stören sich daran, wenn nicht alle dasselbe Zimmer und denselben Ausblick erhalten.»

Fragen wie die nach der Süd- oder der Nordseite und wer jetzt das grösste Zimmer habe gehörten der Vergangenheit an. «Eine solche Infrastruktur mit rund 180 Betten kann niemand sonst im Tal bieten», sagt Mathys. Und Studer ergänzt: «Es kann doch nicht sein, dass Busreisende in Biel übernachten, weil nirgendwo in der Nähe genügend Kapazitäten und moderne Infrastruktur zur Verfügung stehen.»

Entscheidend für eine reibungslose, speditive Abwicklung von Gruppen ist auch die Anreise: Der Bus fährt unterirdisch zum Viersternhaus, die Reisenden können witterungsunabhängig mittels Rolltreppe zur Réception gelangen. Anschliessend wird der Bus auf einer Wendeplatte gedreht, danach steht er wieder zur Abfahrt bereit. Die bestehende Infrastruktur beim Bahnhof mit Toiletten, Kiosk und Gepäckdepot wird beim Neubauprojekt modernisiert, aber beibehalten. Zudem gibt es Platz für ein Ladenlokal.

Fünf- und Viersternhaus

Architektonisch orientiert sich das geplante Hotel an der «ortsüblichen» Chaletarchitektur, wie Dres Studer ausführt, Daniel Mathys ergänzt, dass es nicht einfach gewesen sei, für alle Zimmer gleich viel Fläche plus Balkon unterzubringen. Jedes der fünf Gebäude hat eine andere Fassade, so entsteht der Eindruck eines «gewachsenen» Ortsteils. Die Aussenplätze sollen mit Pflanzen, Tischen und Sitzgelegenheiten belebt werden. «Der Heimatschutz hat unsere Pläne gutgeheissen», sagt Studer. Das habe ein unabhängiger Architekt bestätigt. In unmittelbarer Nachbarschaft steht das Romantikhotel Schweizerhof, heute das einzige Fünfsternhaus im Tal. Die beiden Betriebe würden miteinander verbunden, um Infrastrukturen, die Gastronomie oder die Wellnessanlage gemeinsam zu nutzen. «In die Wellnessanlage des Schweizerhofs wird erneut investiert», sagt Otto Hauser, der Gastgeber. Das Hotel wurde bereits im Zuge des ersten Resortbaus in Grindelwald entsprechend aufgewertet und erhielt vergangenes Jahr den fünften Stern.

Hauser ergänzt: «Wir sind in Verhandlungen mit möglichen Investoren». Über das finanzielle Volumen des Neubauprojekts will er nichts verraten. Ähnliche Projekte, wie etwa das Boutiquehotel bei der Überbauung Bergwelt, sind mit 50 bis 60 Millionen veranschlagt.

Über einen möglichen Termin für einen Spatenstich schweigt er sich ebenfalls aus, er sagt nur so viel: «Schön wäre es, wenn wir den Bau 2017/2018 eröffnen könnten.»

Berner Oberländer

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