Wie Frauen am Streiktag für ihre Rechte kämpfen

Thun

Diesen Freitag streiken die Frauen auch in Thun für ihre Rechte. Sie tun das mit einem bunten Programm.

Diesen Freitag streiken Frauen für mehr Gleichberechtigung. (Archivbild/Keystone)

Diesen Freitag streiken Frauen für mehr Gleichberechtigung. (Archivbild/Keystone)

Wenn die Frauen diesen Freitag ihre zahlreichen Arbeiten im Rahmen des Frauenstreiks niederlegen, springen auch in Thun wenigsten ein paar Männer ein.

Im Akut an der Seestrasse 20 bietet eine Gruppe solidarischer Männer zwischen 9 und 18 Uhr einen kostenlosen Kinderhütedienst an. Die Kinder werden auch verpflegt, eine Anmeldung per Mail via info@akut-thun.ch ist erwünscht.

Laut und bunt

Bei einer gemeinsamen Kaffeepause läuten die Frauen um 11 Uhr auf dem Rathausplatz dann offiziell den Streiktag ein. Zur selben Zeit läuten auch die Glocken der Stadt- und der Schönaukirche, wie die Kirchgemeinde Thun-Stadt mitteilt.

«Dieser Tag ist eminent wichtig, zeigt er doch auf, dass in unserer Gesellschaft in Sachen Gleichberechtigung Frau - Mann noch vieles im Argen liegt», schreibt die Kirchgemeinde. Anschliessend sind die Streikenden bis 15.30 Uhr durchgehend auf dem Rathausplatz präsent, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Sie gestalten neben kreativen Malaktionen unter anderem gemeinsam Transparente für die abendliche Kundgebung in Bern. Gleichzeitig können im Akut mitgebrachte Kleidungsstücke mit eigenen oder vorliegenden Motiven im Siebdruckverfahren bedruckt werden; es wird eine Kollekte zur Deckung der Materialkosten erhoben.

Und weil es sich mit Musik kreativer gestalten lässt, können die Frauen ihre eigene Musik auf einem USB-Stick mitbringen zum Open-Turntable-DJing.

Auf nach Bern

Ab 12 Uhr wird im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens «Vegifood from the neighborhood» serviert, bevor um 14 Uhr ein interaktives Podiumsgespräch stattfindet.

Um 15.24 Uhr ist dann der symbolische Zeitpunkt, «ab welchem Frauen bei einer Vollzeitarbeit nicht mehr bezahlt sind», wie die Mitglieder des Frauenstreikkollektivs Thun-BeO auf ihrer Webseite schreiben.

Sie rufen die Frauen auf, spätestens ab diesem Zeitpunkt ihren Arbeitsort zu verlassen, um gemeinsam an die abendliche Kundgebung in Bern zu fahren.

Der Frauenstreik vom kommenden Freitag geht zurück auf das Jahr 1991: Am 14. Juni 1991 beteiligten sich rund eine halbe Million Menschen in der Schweiz an einer der bisher grössten Streikaktionen der Schweizer Geschichte.

Die Frauenstreikgruppe Thun-BeO hat sich gemäss eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, möglichst viele Frauen für die Teilnahme am Frauenstreik zu begeistern.

Auch Arbeitgebende, Ausbildungsstätten und solidarische Männer sollen mobilisiert werden, damit diese ihren Angestellten, Schülerinnen, Arbeitskolleginnen, Partnerinnen oder Freundinnen ermöglichen, am Streik teilzunehmen, indem sie deren Aufgaben, Arbeitsschichten oder die Kinderbetreuung übernehmen.

Infos, Programm: Frauenstreik-thun-beo.ch

pd/maz

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