Fischer, Schwimmer und Triathlet

Därligen

Zuerst fing er Fische, dann schwamm er wie ein Fisch, heute ist er Triathlet und startet zu den Rennen im Wasser: Samuel Hürzeler, in Därligen aufgewachsen, in Steffisburg wohnhaft. Er gehört zu den Favoriten am Inferno-Triathlon.

Samuel Hürzeler an der Schiffländte im Neuhaus, Unterseen, von wo er hinübersieht nach Därligen, wo er aufgewachsen ist.

Samuel Hürzeler an der Schiffländte im Neuhaus, Unterseen, von wo er hinübersieht nach Därligen, wo er aufgewachsen ist.

(Bild: Ueli Flück)

Der kleine Sämi war fasziniert vom Fischen. Schliesslich wohnte er am See. Würmer baden war aber nur in Begleitung der Eltern erlaubt. Es sei denn, er könnte schwimmen, wurde ihm bedeutet. So trat der Zehnjährige dem Schwimmklub Bödeli bei, wurde ein Schwimmer, durfte ohne Begleitung zum Fischen ausrücken und legte – ohne dass er das damals wusste – den Grundstein zu einer erfolgreichen Karriere als Triathlet.

Der 26-jährige Samuel Hürzeler, inzwischen wohnhaft in Steffisburg, gehört zu den wenigen, die am Inferno-Triathlon vom nächsten Samstag dem Seriensieger Marc Pschebizin (Deutschland) den Sieg streitig machen könnten.

«Der Ermel inegno»

Samuel Hürzeler war schnell ein schneller Schwimmer. Er bestritt auch Wettkämpfe und wechselte, um mehr trainieren zu können, zum Schwimmklub Spiez. Er war aber immer auch an Land unterwegs, begleitete den Vater – den erfolgreichen Bergläufer Thomas Hürzeler – zu den Wettkämpfen, trat selber hin und wieder an.

Nach Abschluss der Lehre als Automatiker versuchte sich Hürzeler als Triathlet. «Der Ermel hets mer denn aber no nid inegno», hält er fest. Das geschah erst 2007, als er sich – als Sportlehrer-Student in Magglingen – auf den Inferno-Triathlon 2008 vorbereitete. Triathleten trainieren hart, aber abwechslungsreich. Samuel Hürzeler absolviert auf dem Rennrad oder dem Mountainbike Trainingseinheiten, die bis zu fünf Stunden dauern können. Laufend ist er pro Einheit bis etwa zwei Stunden unterwegs, das Schwimmtraining beansprucht zwei bis drei Stunden pro Woche.

Dazu kommen zwei Einheiten Krafttraining. Sportlehrer Hürzeler kennt harte, mittlere und regenerative Trainingswochen. Im Schnitt sind es 15 Stunden pro Woche. Dazu kommen die Wettkämpfe. Samuel Hürzeler, der für das Berner-Oberland-Tri-Team und den Thuner Mountainbike- und Freeski-Shop Freemountain startet, bestreitet neben Triathlons auch Bergläufe und Bikerennen.

Diesmal mit vollem Risiko

Seinen ersten Inferno-Triathlon bestritt Samuel Hürzeler vor zwei Jahren unter dem Motto «einmal probieren». Er wurde 16. und büsste auf Tagessieger Olaf Sabatschus fünf Viertelstunden ein.

Letztes Jahr ging er bereits mehr Risiko ein, kam nach 9 Stunden und 24 Minuten auf dem Schilthorn an, wurde Fünfter und verlor auf Sieger Pschebizin, der seinen achten Sieg feierte, nur 21 Minuten. «Dieses Mal gehe ich volles Risiko ein», beschreibt Hürzeler seine Taktik, «alles oder nichts». Was aber heisst «alles»? Marc Pschebizin habe als Sieger des Zweitages-Gigathlons im Juli gezeigt, dass er in Form sei, berichtet Hürzeler, der Dritter wurde (21 Minuten und 29 Sekunden zurück). «Aber wenn wiederum alles stimmt», sinniert der Steffisburger, der auf eine bisher sehr gute Saison zurückblickt, «dann sollte das Podest drinliegen.»

Sein Traum sei es, einmal zuoberst auf dem Podest zu stehen. «Einmal – vielleicht halt noch nicht dieses Jahr.» Und einmal will er dann auch einen Ironman bestreiten.

Ein eindrückliches Rennen

Der Triathlet Hürzeler kennt keine schwache Disziplin. Seine Stärke ist die Ausgeglichenheit. «Wenn man in einem Triathlon Probleme hat, kann jede Disziplin zur schwächsten werden», weiss er.

Hoffen auf Wetterglück

Für das Rennen vom Samstag wünscht sich der Steffisburger schönes Wetter. «Bei meinem ersten Inferno-Tri hat es am Schilthorn geschneit, beim zweiten hat es in Brienz heftig geregnet», schaut er zurück. Trotz den Wetterkapriolen: «Der Inferno-Triathlon bedeutet mir viel. Es ist ein eindrückliches Rennen auf einer extrem anspruchsvollen Strecke in einer imposanten Landschaft.»

Berner Oberländer

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