Thun

Feuerwerk bei der ersten Stadion-Show: Der Büezer kam, sang und siegte

ThunDie musikalische Eröffnung der Arena Thun hat 20'000 Besucherinnen und Besucher nach Thun gelockt. Während in der Arena alles reibungslos verlief, staute sich auf den Strassen vor dem neuen Stadion der Verkehr.

Gölä (rechts) und Überraschungsgast Florian Ast  im Duett.

Gölä (rechts) und Überraschungsgast Florian Ast im Duett. Bild: Patric Spahni

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Feuerwerk bei der ersten Stadion-Show: Der Büezer kam, sang und siegte Thun 20'000 Zuschauern feierten am Samstag Gölä und seine zeitlosen Mundarthits in der Arena Thun. Polo Hofer und Hanery Amman liessen vorher die legendären Songs von Rumpelstilz neu aufleben.

Am Samstagabend liess Gölä bei seiner ersten Stadionshow ein wahres Feuerwerk abbrennen. Vor 20000 Fans in der Arena Thun lief der Mundartrocker zu Hochform auf und begeisterte die Menge. Vorher heizten Polo Hofer und Hanery Amman dem Publikum mit Rumpelstilz-Liedern ein.

Grossevent für Thun

Tausende von Menschen pilgerten im Shuttlebus vom Bahnhof ins Stadion zum ersten grossen Konzertevent im Stadion. Die Stimmung war ausgelassen, und bereits am Nachmittag sicherten sich hartgesottene Fans Plätze in der vordersten Reihe für den Hauptact. «Wir sind echte Gölä-Weiber und warten hier schon seit 14 Uhr», sagte Moni Wüthrich aus dem Aargau, die Gölä mit ihren Kolleginnen bereits 30-mal live gesehen hatte. Neben viel Musik erlebten die Besucher auch ein äusserst launisches Wetter. Während am Nachmittag die schwüle Hitze für riesige Schlangen vor den Getränkeständen sorgte, mussten die Fans gegen Abend während der Auftritte von Polo und Gölä im strömenden Regen ausharren. Trotzdem blieb die Stimmung im Publikum gut, auch wenn die grossen Wartezeiten bei Verpflegung und Toiletten für rote Köpfe sorgten. «Die Stimmung ist grossartig!», so Pascal Bickel aus dem Publikum. «Aber die Organisation lässt zu wünschen übrig», kritisierte der Polo-Fan aus Zürich.

Nostalgisches Comeback

Darauf hatten die Fans gewartet: Hanery Amman und Polo Hofer auf der Bühne wiedervereint. Die beiden kreativen Köpfe von Rumpelstilz spielten zahlreiche Hits aus ihrer gemeinsamen Bandzeit. Trotzdem wollte der Funke nur langsam rüberspringen. Beim Hit «Teddybär» sang das Publikum in Erinnerung schwelgend mit, während sich Hanery und Polo bei der Nummer immer wieder nostalgische Blicke zuwarfen. Erste Regentropfen fielen, und Schirme wurden aufgespannt. «Es regnet doch gar nicht», scherzte Polo und gab seinen grossen Hit «Alperose» zum Besten, der vom Publikum voller Inbrunst mitgesungen wurde. Vorwiegend alte Hits und wenig Neues wurden gespielt. Während Hanery am Piano aufblühte, kämpfte Polo mit seiner geschwächten Stimme. Trotzdem merkte man der ganzen Band die Spielfreude an, und als Polo schliesslich für die Zugabe auf die Bühne zurückkehrte, strahlte das Urgestein der Schweizer Rockmusik. «Es war schön mit euch», bedankte er sich und sang zusammen mit Hanery den Rumpelstilz-Song «Stets i Truure».

Göläs Heimspiel

Endlich, um neun Uhr, erschien Gölä auf der Bühne mit einem Paukenschlag. Abgeseilt an einem Kran, schwebte der Mundartsänger übers Publikum und begann sein Konzert mit einem Song aus seiner aktuellen CD «z’Läbe fägt». Und das sah man ihm auch an. Gölä, aufgewachsen in Oppligen in der Nähe von Thun, hatte Heimspiel. Bereits nach den ersten Gitarrenriffs tobte das Publikum. Gölä scherzte, versuchte sich im Beatboxen und reihte Hit an Hit. Immer im Kontakt mit dem Publikum zelebrierte der geborene Entertainer seine zahlreichen Hits. «Büezer», «Uf u dervo», «D’Stadt» – er spielte sie alle. Begleitet von talentierten Musikern und stimmgewaltigen Backgroundsängerinnen, die er alle brav vorstellte und ihnen Platz für virtuose Darbietungen gab.

Doch die grosse Überraschung folgte erst. Kurz vor Ende stimmte die Band plötzlich die Hitsingle «Sex» an, und der Interpret Florian Ast stürmte als unangekündigter Gaststar auf die Bühne. Gölä und Florian Ast liessen es sich danach nicht nehmen, vor der gewaltigen Kulisse ein gemeinsames Lied zum ersten Mal zu performen. «D’Sunne schiint nümme» sorgte mit dem grossen Ohrwurmcharakter für helle Begeisterung unter den Fans. «Wir treffen uns seit einiger Zeit und machen zusammen Musik», bestätigte Gölä. Nach tosendem Applaus kehrte Gölä schliesslich für die Zugabe zurück. Seine beiden grössten Hits hatte er noch im Köcher. «Haben wir die nicht schon gespielt?», scherzte er ins Publikum und stimmte den «Schwan» und danach «I hätt no viu blöder ta» an, bei denen der Refrain jeweils aus Tausenden von Kehlen mitgesungen wurde. Unter bombastischem Feuerwerk verabschiedete sich Gölä von der Bühne und liess ein begeistertes Publikum zurück, das seine Lieder auch noch auf der Heimfahrt auf der Strasse, in den Shuttlebussen und am Bahnhof lauthals anstimmte. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 04.09.2011, 18:08 Uhr

Vom kleinen Hardys Pub auf die grosse Stadionbühne

Für ihn war es ein Heimspiel: Der Thuner Bluesmusiker Philipp Fankhauser zeigte sich von der neuen Arena begeistert. Und erinnerte sich an früher. Er fing klein an. Vor gut 20 Jahren spielte er mit seiner damaligen Checkerboard Blues Band noch im Hardys Pub, im Wendelsee oder im damaligen Kulturbahnhof. Einige Hundert Leute waren jeweils dabei. Am Samstag in der Arena Thun waren es nun gegen 20000. Eines blieb sich aber gleich: Philipp Fankhauser spielte wie eh und je den Blues mit Herzblut. Wie es dazu kam, erzählte er dem Publikum so: 1982 stöppelte er ans Jazz Festival in Montreux. Aber in Greyerz blieb er lange stecken. Dann nahm ihn einer mit – es war Hanery Amman. Zusammen waren sie am Konzert der Blueslegende Johnny Copeland und hörten den Blues.

Dass er den Blues inzwischen selber so gut spielt wie sein Vorbild, stellte Fankhauser am Samstag unter Beweis. Bei schwüler Hitze im weissen Anzug sang er mit Blick zum wolkenverhangenen Himmel «It’s Gonna Rain». Er sollte recht behalten, doch das Wetter hielt bis zur Zugabe. Fankhauser und seine sieben Begleitmusiker begeisterten das Publikum mit Songs wie «Love Man Riding», «Down in the Valley» oder als Zugabe «Members Only».

Für Fankhauser war es ein spezieller Auftritt. «Vor so vielen Leute habe ich in Thun noch nie gespielt», erzählt er nach dem Auftritt. Von anderen Orten wie St.Gallen kennt er solche Kulissen. «Wenns zu gross wird, wird es nicht unbedingt besser.» Kleinere Konzerte bis 3000 Leute seien cooler. Er zeigte sich aber trotzdem von der Arena als Konzertbühne begeistert. «Das ist toll für Thun.» Allerdings konnte er nicht bis zum Schluss bleiben. Am Sonntagvormittag war schon der nächste Auftritt in Chur.

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