Meiringen

Es trychlet schon im Spätsommer

MeiringenMeiringen ist Ende August zum zweiten Mal Gastgeber für das Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen. OK-Präsident Roland Künzler rechnet mit 25'000 Besuchern.

Das Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen fand schon 2002 in Meiringen statt. Der Umzug lockte zahlreiche Zuschauer an.

Das Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen fand schon 2002 in Meiringen statt. Der Umzug lockte zahlreiche Zuschauer an. Bild: Archiv BO

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Oberhasli freut sich: Vom 29. bis 31.August findet in Meiringen das zwölfte Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen statt. Einwohner, Besucher und auch die Trychlergruppen müssen also nicht bis zum traditionellen Ubersitz in der Altjahrswoche warten, bis Trycheln und Glocken durch das Tal klingen. Nach 2002 ist das Oberhasli bereits zum zweiten Mal Gastgeber des Treffens.

Wie beim letzten Mal leitet auch dieses Jahr der Guttanner Roland Künzler die Geschicke des 38-köpfigen Organisationskomitees. Er freut sich, dass rund 80 Prozent der damaligen OK-Mitglieder auch 2014 wieder mit am Start sind. Das garantiert Kontinuität und eine gewisse Routine bei den Vorbereitungen. Trotzdem will das OK nicht einfach die Unterlagen aus den Schubladen nehmen und eine Kopie von 2002 abliefern: «Wir wollen uns weiterentwickeln», sagt der Medienverantwortliche Ueli Hug.

Die Ressorts sind verteilt, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Bis aber die ersten Trychler am 29.August durch Meiringen ziehen, ist das Organisationskomitee noch an vielen Orten gefordert. Roland Künzler betont, dass er als Präsident seinen Ressortleitern freie Hand lässt: «Ich rede niemandem rein, wie er seinen Job tun soll. Ich bin vor allem wegen meines Beziehungsnetzwerks und als Troubleshooter gefragt.» Er habe wiederum ein tolles Organisationskomitee und gesteht: «OK-Präsident zu sein, ist der schönste Job!»

Verschiedene Umzugsrouten

Für die Ressorts Umzug und Unterkunft beginnt die eigentliche Planung erst jetzt. Seit kurzem können sich die verschiedenen Trychlergruppen anmelden. Das OK rechnet mit 150 Gruppen aus der ganzen Schweiz. Sobald klar ist, wie viele Personen anreisen, kann die Planung des Festumzugs definitiv beginnen. Die Trychlergruppen unterscheiden sich bei ihrem Marsch in Rhythmus und Tempo, was die Aufgabe für Werner Amacher, Ressortleiter Umzug, nicht leicht macht. Damit der Festumzug nicht zu lange dauert, werden die Trychler deshalb von drei verschiedenen Startpunkten aus in Richtung Festgelände vor dem Parkhotel Sauvage losmarschieren.

Auch bei den Übernachtungsmöglichkeiten warten die Verantwortlichen erst die Anmeldungen ab. Massenlager sind vorhanden, der Trend gehe aber gemäss Ueli Hug eher zur Hotelübernachtung. Das Scheller- und Trychlertreffen ist für die Besucher ein besonderes Erlebnis, manch einer gönnt sich die Übernachtung im Hotel.

Markt, Musik und Mehlsuppe

Für die Trychler und Besucher ist der Festumzug am Sonntag das Highlight des Treffens. Roland Künzler erwartet am eigentlichen Festtag deshalb – ähnlich wie 2002 – 25000 Besucher. Das dreitägige Programm lockt die Besucher aber schon am Freitag und Samstag nach Meiringen: Mehlsuppe um Mitternacht, volkstümliche Unterhaltung oder der Markt in der Kirchgasse. Letzterer wartet mit einheimischen Produkten auf. Zu kaufen gibt es aber auch Trycheln und Glocken aus der ganzen Schweiz. Total werden circa 36 Marktstände die Kirchgasse säumen.

Das OK legt aber vor allem Wert darauf, dass Besucher wie Trychler genügend Platz und Zeit finden, das Beisammensein zu feiern. Darum stehen auf dem Festgelände gleich drei Zelte: das Festzelt mit Platz für 2450 Personen sowie Kaffee- und Barzelt mit Platz für je 500 bis 600 Personen. Hier wird es nur eng, wenn das Wetter nicht mitmacht. Roland Künzler hat auch keine Angst vor Ausschreitungen: «Die Trychler sind ein ruhiges und seriöses Volk. 2002 hatten wir nur einen Fall, wo der Betroffene ins Spital musste».

5000 Zuschauer, 150 Scheller- und Trychlergruppen, ein 38-köpfiges Organisationskomitee – bei diesen Zahlen wird klar, dass das Fest eine Riesenorganisation ist. Es geht nicht ohne die freiwilligen Helfer. Bereits bei der ersten Durchführung im Jahr 2002 konnten Künzler und seine Kollegen auf die Hilfe vieler Freiwilligen zählen.

Und für 2014 sieht es ähnlich gut aus: Die Solidarität und der Wille, das Trychlerbrauchtum aufrechtzuerhalten, sind im Oberhasli gross, bereits haben sich viele Helfer gemeldet. Weiter bietet das Fest den einheimischen Vereinen die Gelegenheit, zum Beispiel einen Getränke- und Essstand zu führen. Die Bestellung und Anlieferung der Waren müssen die Klubs nicht selber organisieren, das übernimmt das Festwirtschaftsressort.

Weitere grosse Anlässe

Mit der Organisation des Festes wappnet sich Meiringen auch für kommende Anlässe: 2015 ist das Oberhasli Gastgeber für das Eidgenössische Gesangsfest, 2016 wird das kantonale Schwingfest in Meiringen ausgetragen. Roland Künzler und Ueli Hug blicken zuversichtlich in Richtung Spätsommer. Bis jetzt seien keine grösseren Probleme oder Hindernisse in Sicht, einzig ungewiss sei das Wetter.

Aber auch diesem Punkt kann Hug etwas Positives abgewinnen: «Wenn es regnet, werden sich unsere Beizer über volle Gaststuben freuen.» Meiringen und das ganze Oberhasli scheinen bereit zu sein für das Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 23.01.2014, 07:38 Uhr

Artikel zum Thema

800 Trychler und Tausende Besucher

Lenk 800 Treichler von 45 Klubs sind am Wochenende für das 18. Oberländische Treichlertreffen angereist. Mehr als 2000 Besucher haben den Anlass besucht. Mehr...

Service

Auf die Lesezeichenleiste

Hier lesen Sie unsere Blogs.

Kommentare

Blogs

History Reloaded Die Schweiz, ein Land der Streiks

Beruf + Berufung Die Angst des Rebellen

Service

Auf die Lesezeichenleiste

Hier lesen Sie unsere Blogs.

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...