Kiesental

Einsprache-Flut gegen die Pläne am Bach

KiesentalGegen die Pläne des Wasserbauverbandes Chisebach für einen verbesserten Hochwasserschutz sind beim Regierungsstatthalter nicht weniger als 26 Einsprachen eingegangen.

Der Chisebach an der Bahnhofsstrasse in Kiesen: Die Einsprecher wehren sich gegen geplante Hochwasserschutzmassnahmen.

Der Chisebach an der Bahnhofsstrasse in Kiesen: Die Einsprecher wehren sich gegen geplante Hochwasserschutzmassnahmen. Bild: Marco Zysset

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«Wir sind uns bewusst, dass das Projekt umfangreich und komplex ist und zum Teil erhebliche Eingriffe in private Grundstücke nötig sind», sagte Hans Schäfer, Geschäftsführer des Wasserbauverbandes Chisebach, am 10.September gegenüber dem Thuner Tagblatt. Beim Projekt handelt es sich um den Wasserbauplan Chisebach, der damals öffentlich auflag. Ziel ist es, für total 9,6 Millionen Franken in den Gemeinden Oppligen, Kiesen und Herbligen den Hochwasserschutz entlang des Bachs zu verbessern. Dieser trat zuletzt 2005 über die Ufer und richtete etwa an der Brücke bei der Gemeindegrenze Oppligen grosse Schäden an.

Vielfältige Kritikpunkte

Inzwischen ist klar, dass dem Vorhaben ein rauer Wind entgegenbläst: Bis zum Ablauf der Frist sind beim Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland achtzehn Einsprachen und zwei Rechtsverwahrungen eingegangen. Weitere acht Einsprachen, darunter eine Sammeleinsprache mit über fünfzig Unterschriften, sowie neun Rechtsverwahrungen betreffen ein zweites Teilprojekt für einen Rückhalteraum im Hünigenmoos in den Gemeinden Konolfingen, Mirchel und Niederhünigen.

Die Einsprecher bemängeln einiges – beim Hünigenmoos «in erster Linie den Gewässerraum, die Landbeanspruchung für Dammbauwerke, die Erschliessung für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und die Frage der Renaturierung», wie der zuständige Regierungsstatthalter Christoph Lerch auf Anfrage festhält. Beim Projekt für Oppligen, Kiesen und Herbligen verhält es sich ähnlich: Dort werden laut Lerch primär der Gewässerraum respektive dessen Grösse, die Gestaltung des Bachs durch den Verbau und ebenfalls die Renaturierung kritisiert.

«Sorgfältig vorgegangen»

Dass diese Punkte umstritten sein würden, war absehbar. So kündete etwa der Kiesener Bauer Adrian Waber schon im September an, dass er eine Einsprache machen werde. «Das Projekt ist völlig überdimensioniert und dient vor allem der Renaturierung. Die Hochwasserproblematik könnte man auch punktuell entschärfen», sagte er damals gegenüber dem «Schweizer Bauern». Würde das Projekt wie heute geplant umgesetzt, verlöre er 3'200 Quadratmeter Kulturland. Dass der Wasserbauverband Chisebach den Hochwasserschutz mit Renaturierungen verknüpft, liegt wiederum am revidierten Gewässerschutzgesetz, das seit 1.Juni 2011 gilt. Andernfalls gibt es für solche Projekte von Bund und Kanton gar keine Bewilligung mehr. Die Anzahl der Einsprachen hat Hans Schäfer, Geschäftsführer des Wasserbauverbandes Chisebach, nicht überrascht. «Vielmehr erstaunt hat mich teilweise deren Inhalt. Beim Ausscheiden des Gewässerraums etwa geht es ja effektiv um den Hochwasserschutz.» Der Verband sei bei der Projektierung sehr sorgfältig vorgegangen und habe keine Luxuslösungen vorgeschlagen, wie nun teilweise kolportiert werde. «Im Gegenteil: Wir haben jeweils versucht, das gesetzliche Minimum anzuwenden», erklärt Hans Schäfer.

Unter der Leitung des Regierungsstatthalteramts werden im Winter Einigungsverhandlungen zwischen den Parteien stattfinden. «Unser Ziel besteht darin, in möglichst vielen Fällen eine Einigung herbeizuführen», erklärt Lerch. Hans Schäfer vom Wasserbauverband Chisebach blickt den Verhandlungen zuversichtlich entgegen: «Wir halten uns an die Vorschriften, daher denke ich, dass wir gute Argumente haben werden.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 09.10.2013, 07:19 Uhr

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