Einer der grössten Toteisriegel überhaupt

Grindelwald

Vor wenigen Tagen hat sich der Obere Grindelwaldgletscher im Bereich des Beesibergli zweigeteilt. Somit ist der ganze untere Bereich des Gletschers ein mächtiger Toteisriegel – einer der grössten Europas.

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Noch vor zwei Jahren bedeckte eine breite Eiswand die vertikalen Felsen des Beesibergli auf 2100 Meter über Meer. Doch seit drei Monaten konnte man gut beobachten, wie die Eissäule über dieser Stufe immer dünner wird. Jetzt ist die Verbindung zum Muttergletscher abgerissen. Will heissen, dass das rund 1,2 Kilometer lange Eisfeld darunter nicht mehr mit Eis von oben genährt wird, also einen Toteisriegel bildet. Laut ETH-Glaziologe Martin Funk ist dies nach dem Mont-Miné-Gletscher im Walliser Val d’Herens somit die grösste Toteiszunge in der Schweiz.

Für Christian Bleuer, Hüttenwart der SAC-Glecksteinhütte, ist diese Gletscherteilung ein bedeutendes Ereignis, denn die Entwicklung des Oberen Grindelwaldgletschers hat ihn sein Leben lang begleitet: «Während meiner Bergführerausbildung vor 28 Jahren fuhr ich jeweils mit dem Töffli in den Gletschersand, um mich dort an der Gletscherzunge im Eisklettern zu üben. Dass er sich in diesen Jahren nicht nur weit hinter den Hehlischopf zurückgezogen, sondern jetzt gegenüber unserer Hütte auch noch entzweigeteilt hat, ist für mich ein äusserst eindrückliches Szenario.»

Wanderer (mit gutem Schuhwerk) können das Naturschauspiel mit eigenen Augen beobachten gehen. Es ist beim Aufstieg vom Loichbiel Richtung SAC-Glecksteinhütte nach Erreichen der Schönbielmatten gut sichtbar. Über den alpinen Beesibergliweg (weiss-blau-weiss markiert) gelangt man noch näher zum Gletscher. Von da weg sind Fels und Gras aber nass und steil – entsprechend heikel ist eine weitere Annäherung zur Trennstelle des Gletschers.

Berner Oberländer

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