Eine weite Reise ins Alpine Centre

Der Kolumnist Peter Flück berichtet regelmässig von seinen Erfahrungen in Pyeongchang.

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Nach 15 Stunden Flug ab Zürich via Hongkong nach Seoul, 2 Stunden Zugfahrt quer durch Südkorea und nach einer halben Stunde Autofahrt erreichte ich das Yongpyong Alpine Centre und unser Hotel.

Alpine Centre? Wenn ich aus dem Hotelzimmer schaue, so ist tatsächlich nur der Name alpin. Keine Felswände, keine Gletscher, nichts, was an ein alpines Zentrum, wie ich es mir als Berner Oberländer vorstelle, erinnert. Immerhin, viele Kunstschnee-beschneite Skipisten, ­etwas gar kurz, flach und schmal zwar, aber top präpariert, warten auf die Skifahrerinnen und ­Skifahrer. Aber eben, wir sind auf 500 m ü. M., und der höchste «Berg», dort, wo die Männer­abfahrt startet, ist 1458 m hoch.

Aber wenn schon die Berge nicht alpin sind – die Temperatur ist es definitiv! Am Tag der Ankunft war es minus 24°, und der herrschende Wind machte das Ganze noch viel bissiger. In der Zwischenzeit ist es zwar etwas wärmer geworden, die Temperaturen bewegen sich aktuell knapp unter 0°. Dafür sind die Eisblumen am Fenster verschwunden... Ja, Sie haben richtig gelesen, Eisblumen! Die Fenster sind nicht genau so, wie unsere Schweizer ­Perfektion sich das vorstellt.

Dafür ist im Zimmer alles voll elektronisch. Also, ich bin es ja gewohnt, den Lichtschalter zu drücken, und dann brennt das Licht, da, wo ich will. Das wollte ich hier in meinem Zimmer auch. Aber ich konnte drücken, wie ich wollte – trotz der angeschriebenen Tasten auf einer grossen Platte, natürlich auf Koreanisch, aber auch auf Englisch, schaffte ich es nicht, das grosse Licht an der Decke auszuschalten, um einfach noch mit der Leselampe zu lesen.

Tja, ich musste aufstehen, den «Master»-Knopf drücken – und das Licht ging überall aus, inklusive Nachttischlämpli. Und mir blieb meine Taschenlampe, um den Weg ins Bett zu finden. Irgendwie nicht so modern, oder? Der Hausdienst am nächsten Tag brachte dann die Erleuchtung: Auf dem Display vom Telefon gleich neben dem Bett liessen sich bequem alle Lampen ein- und auch wieder ausschalten. Topmodern. Nun bin ich doch noch mein eigener Master über das Licht im Zimmer.

Was mich erstaunt, ist, dass das Alpine Centre bisher kaum von Koreanern besucht ist. Während der ganzen Woche vor der Eröffnung sah ich ausser den Helfenden und dem Hotelpersonal kaum Einheimische. Vielleicht ist alles für die Olympiateilnehmenden reserviert? Nun sind die Spiele ja eröffnet, und ich hoffe, dass sich das Al­pine Centre sehr bald mit Leben füllt – umso mehr, als eines der Herzstücke das grosse House of Switzerland ist. Mit der Jungfrauregion im Mittelpunkt. Aber davon ein andermal mehr. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.02.2018, 11:55 Uhr

Peter Flück.

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