Eine der ältesten und mächtigsten Robinien ist gerettet

Eigentlich sollte eine riesige Robinie im Amsoldingen gefällt werden. Doch nun hat der Eigentümer mit ­Unterstützung einer Stiftung und von Baumpflegespezialisten den Baum gerettet. Die Robinie ist gepflegt und gesichert.

Jürg Messerli setzte sich für den Erhalt der Robinie ein.<p class='credit'>(Bild: Hans Peter Roth)</p>

Jürg Messerli setzte sich für den Erhalt der Robinie ein.

(Bild: Hans Peter Roth)

Die Baumpfleger wirken in der Krone der riesigen Robinie klein. «Ich bin froh, dass der Baum nun gesichert wird», sagt Jürg Messerli. Niemand weiss, wie alt die Robinie bei der Steghalte 520 in Amsoldingen ist. «150 bis 200 Jahre werden es schon sein», meint der Landwirt, auf dessen Parzelle sie steht. ­Sicher ist, dass sie zu den mächtigsten und ältesten Robinien der Schweiz gehört. Ebenfalls sicher ist, dass der Baum mittlerweile zu einem Sicherheitsrisiko geworden ist.

Die Krone, 28 Meter hoch und mit einem Durchmesser von rund 20 Metern, rage über die Hauptstrasse und komme nahe an ein Gebäude, hält ein Gutachten der Baumpflege Dietrich GmbH aus Därligen fest. «An diesem Standort werden erhöhte Sicherheitsansprüche gestellt.» Und: Die Bruchsicherheit sei «überhaupt nicht gewährleistet», heisst es im Schreiben vom letzten Herbst weiter. «Generell befindet sich sehr viel Totholz in der Baumkrone. Die Äste sind sehr aus­ladend und bruchgefährdet.»

Der Baum ist ihm ans Herzgewachsen

Deshalb sollte dem Leben der alten Robinie mit der Fällung ein Ende gesetzt werden. «Die Haftung für einen solchen Ge­fahrenherd, sei es bei Sturm, schwerem Schnee oder was auch immer, will niemand übernehmen», sagt Landeigentümer Messerli.

Zudem gehört die Robinie in der Schweiz zu den artfremden Bäumen, die als invasiv gelten. Doch es liess ihm keine Ruhe. Der mächtige, weithin sichtbare Baum am Dorfeingang ist dem Bauern ans Herz gewachsen. Wäre er vielleicht doch zu retten? Jürg Messerli wandte sich mit dieser Frage an Fabian Dietrich.

Der Baumpflegespezialist bestätigte nach einem Augenschein vor Ort, dass die Robinie «sicher eine der ältesten in der Schweiz» sei. Der Baum stehe an einem markanten Standort und sei selber ebenfalls sehr markant. Er präge die Landschaft und sei gestalterisch sehr wertvoll. Tatsächlich lautete Dietrichs Fazit: «Wir empfehlen den Erhalt dringend.»

Fondation Franz Weber hilft, die Robinie zu erhalten

Um die Robinie zu erhalten und im öffentlichen Raum sicher zu machen, sind eine Kronenpflege und ein «Entlastungsschnitt» unverzichtbar. Zudem empfiehlt der Baumsachverständige, die Stämmlinge untereinander mit Stahlseilen zu sichern, und den «Einbau von Kronensicherungen aus Hohltauseil».

Doch wer würde die Kosten tragen? «Für mich war klar, dass ich meinen Anteil leisten will», sagt Jürg Messerli. Zudem übernahm er die Sicherung der Gefahrenzone und die Entsorgung des Schnittguts. «Aber die Gesamtkosten überstiegen meine Möglichkeiten.» Unterstützungsanfragen, unter anderem bei Gemeinde, Denkmalschutz und Pro Natura, wurden allesamt abgelehnt.

Schliesslich fand sich die Fondation Franz Weber, welche die Pflege und die Sanierung der Robinie mit einem namhaften Zuschuss subventioniert. «Der Baum ist an seinem Standort ein wunderschönes Landschaftselement, ein Monument und Zeitzeuge», sagt Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber, und betont: «Auch wenn es sich in diesem Fall nicht um einen einheimischen Baum handelt, ist die alte, mächtige Robinie an ihrem Standort doch zu einem veritablen kleinen Paradies der Artenvielfalt geworden – zu einer Nische für unzählige Insekten, Vögel und viele weitere Tiere.»

Am letzten Donnerstag und Freitag haben Spezialisten die nötigen Pflege- und Sicherungsarbeiten ausgeführt. Nun kann die Robinie für viele Jahre weiterleben.

Baumspezialisten legen bei der alten Robinie Hand an. Hans Peter Roth

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