Thun

Eine Küche wird zum Schlagzeug

ThunFür ihr neues Video ­entlocken die Red Sticks aus der Region Thun einer Küche ungeahnte Klänge und Rhythmen. Die dreiköpfige Drum-Crew macht witzige Musikvideos und erfreut damit Tausende Zuschauer.

Die Red Sticks mit ihrem Video zu «Chef De Cuisine» Video: Youtube


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit Messern, Pfeffermühlen, Weinflaschen und vielem mehr legen die drei jungen Männer einen einzigartigen Klang- und Rhythmusteppich aus. Die Drum-Crew aus der Region Thun schafft es, aus verschiedensten alltäglichen Klängen ein faszinierendes Ganzes zu schaffen und ganz nebenbei noch eine Geschichte zu erzählen. Die Drum-Crew, das sind Raphael Brunner, Eliad Fiechter und Benjamin Bratch, besser bekannt als Red Sticks; und die Geschichte ihres neusten Videos spielt in einer Schulküche. Als Kulisse für ihre Perkussionskünste dienten schon ein Schrottplatz, ein öffentliches WC in Thun oder ein Bauernhof.

Spielen, bis die Stöcke bluten

«Wir möchten mit unseren Videos Freude verbreiten», sagt der 21-jährige Raphael Brunner. Das gelingt der Gruppe offenbar: Auf Youtube haben die drei Schlagzeugspieler bereits über 37 000 Menschen erreicht. Dieser Erfolg sei für sie überraschend, sie hätten sich das nicht vorstellen können. Besonders beeindruckend sind die Zahlen, wenn man bedenkt, dass die Red Sticks erst seit etwas mehr als einem Jahr existieren. «Wir lernten uns im Praise­camp kennen, spielten sehr viel zusammen und harmonierten auf Anhieb sehr gut», berichtet der 18-jährige Benjamin Bratch von den Anfängen der Red Sticks.

Durch die stundenlangen Auftritte hätten seine Hände zu bluten begonnen, so der angehende Bankkaufmann Bratch weiter, daraus sei der Bandname entstanden. «Dieser rote Stock ist eine Legende», meint Eliad Fiechter und lacht. Damals hätten sie nicht gedacht, dass sie überhaupt jemals wieder gemeinsam auftreten würden. «Das war alles sehr spontan», sagt Raphael Brunner rückblickend. Zuerst spielten die drei Männer vor allem auf der Strasse, später hatten sie die Idee mit den Videos.

Alles Geld für andere

Die Red Sticks drehen aber nicht nur aussergewöhnliche Videos, sondern sind auch drei interessante Persönlichkeiten. Sie beschreiben sich gegenseitig als sehr kreativ, humorvoll und hilfsbereit. Dass das keine leeren Worte sind, beweisen sie mit der Tatsache, dass sie alle ihre Einnahmen für Hilfswerke spenden. «Es liegt uns am Herzen, andere zu unterstützen und Hoffnung zu vermitteln», meint der 19-jährige Eliad Fiechter. «Es gibt so viele Menschen, die dieses Geld nötiger haben als wir», ergänzt sein Cousin Benjamin Bratch.

Die Basis für diese erstaunliche Entscheidung liegt in dem Glauben an Gott, den die drei Freunde teilen. «Der Glaube motiviert uns, anderen zu helfen», sagt der PH-Student Raphael Brunner bestimmt. Ihre Freundschaft habe sich auch auf dieser Grundlage entwickelt. «Wir haben grundsätzlich immer eine gute Stimmung», meint der KV-Lehrling Eliad Fiechter. Richtig gestritten hätten sie sich noch nie. Im Gegenteil, sie seien sich oft sehr schnell einig und würden viel miteinander lachen, ergänzt Brunner.

Die Videoideen der Red Sticks entstehen oft aus solchen Momenten heraus. Sie würden sich treffen, miteinander austauschen und beraten. «Wir sprudeln nur so vor Ideen», sagt Benjamin Bratch. Auf ein neues Red-Sticks-Video müssen sich die Fans trotzdem noch ein wenig gedulden. ­Eliad Fiechter und Benjamin Bratch schliessen beide im Sommer ihre Ausbildungen ab und sind deshalb ziemlich beschäftigt. «Aber vielleicht werden wir trotzdem noch etwas drehen», sagt Brunner und fügt an: «Schliesslich sind wir ja spontan.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 05.04.2016, 20:24 Uhr

Die Red Sticks mit ihren Drum-Sticks (v.?l.): Eliad Fiechter, Benjamin Bratch und Raphael Brunner. (Bild: Damaris Oesch)

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Gartenblog Mundraub: Essbares von öffentlichem Grund
Foodblog Insekten-Dinner im Werkhof
Serienjunkie Pferdestarke Frauen

Die Welt in Bildern

Naturverbunden: Ein Model präsentiert am Eröffnungsabend des Designwettbewerbs World of Wearable Art in Wellington, Neuseeland, eine korallenartige Kreation. (21. September 2017)
(Bild: Hagen Hopkins/Getty Images) Mehr...