Ein Sechsersessel auf neuem Trassee

Hasliberg

In der Wintersaision 2013/14 wollen die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg den Schneesportlern zwischen Bidmi und Käserstatt eine neue Sechser-Sesselbahn zur Verfügung stellen.

Aus zwei wird sechs: Wo heute zwischen Bidmi und Käserstatt eine Zweiersesselbahn fährt, soll bald ein Sechser-Sessellift fahren.

Aus zwei wird sechs: Wo heute zwischen Bidmi und Käserstatt eine Zweiersesselbahn fährt, soll bald ein Sechser-Sessellift fahren.

(Bild: Beat Jordi)

Auf der Gemeindeverwaltung Hasliberg liegt bis zum 15. Januar der unter dem Titel Seilbahnrechtliches Konzessions- und Plangenehmigungsverfahren ein dicker Ordner auf. Es geht um den Neubau einer kuppelbaren Sechser-Sesselbahn mit Wetterschutzhauben von Bidmi nach Käserstatt. Damit wird die 1975 gebaute und 1986 umgebaute Zweiersesselbahn ersetzt. Sie führt Richtung Käserstatt. Käserstatt war früher das Gebiet der 1960 gegründeten Sportbahnen Hasliberg-Käserstatt AG; und die 1973 gegründete Meiringen-Hasliberg-Bahnen AG «drang» mit ihren Zweiersesseln gewissermassen ins Käserstatt-Gebiet ein. Sehr wahrscheinlich aus diesem Grund wurde die Bergstation der Sesselbahn skiverkehrstechnisch suboptimal platziert.

Etwas weiter östlich

Das soll jetzt mit der neuen Anlage verbessert werden. Die beiden Bahnen sind seit 2007 fusioniert. Die künftige Bergstation wird rund 200 Meter nach Osten verlegt, und ein neuer Skiweg Chiemad wird gebaut. Der kleine Schlepplift Winterhalde wird überflüssig und kann abgebrochen werden; Durch die Neuanlage verschwindet mit der Zeit die bisherige Schneise im steilen Heidelbeer-Tannenwald, die aufgeforstet wird. Beim neuen Trassee wird der Wald vertraglich niedergehalten, und das in unterschiedlichen Höhenabstufungen. Für Rettungen sind Abseilinseln vorgesehen. Die zwölf Masten sind als konisch zulaufende Rohrstützenschäfte geplant und zwischen gut sechs Meter bis maximal 16 Meter hoch. Die Gutachten gehen davon aus, dass der Bau problemlos verlaufen wird. Es gibt keine Anzeichen von tiefgründiger Instabilität des Berghanges.

Amphibienlaichplatz

Das Gesuch beinhaltet zahlreiche Gutachten, zum Beispiel zu Brandschutz, zu Notfallkonzepten, Schneedruck auf Bauten, Windstärken und auch die Umweltverträglichkeitsprüfung. Die sieht die Baubegleitung durch den Fachmann Roland Luder vor und als Ersatzmassnahme das Ausbaggern einer verlandeten Senke im Gebiet Bidmi, die damit als Amphibienlaichgebiet reaktiviert werden kann. Vorbei sein wird es mit dem in Etappen entstandenen Talstation-Holzchalet. Geplant sind sowohl für die Tal- als auch für die Bergstation mit hellgrauen Polykarbonat-Platten verkleidete einfache Kuben, welche die Farben der Umgebung widerspiegeln werden.

Überregionale Bedeutung

«Der Neubau ist für uns sehr wichtig. Die Konzession für den Zweiersessel läuft aus. Die heutige Anlage entspricht den Gästebedürfnissen längst nicht mehr. Die Sesselbahn kann künftig, da wir auch Pistenkorrekturen vornehmen, vermehrt auch als Beschäftigungsanlage genutzt werden, insbesondere bei schlechter Sicht über der Waldgrenze», sagt Ueli Hug, Marketingleiter der BMH AG. Wichtig ist auch die Kindersicherheit, denn grössere Kinder sollen künftig auf Käserstatt betreut werden. Den Mehrwert der neuen Winter-Sesselbahn für Hasliberg, die Region und den Schweizer Tourismus in einem zentralen Skigebiet anerkennt auch die Regionalkonferenz. Sie beantragte von Bund und Kanton zinslose Darlehen von zwei Millionen Franken. Die Gesamtkosten der Sesselbahn sind in den Unterlagen mit 7,4 Millionen Franken aufgeführt.

Finanzierung steht

Laut Hanspeter Wenger, VR-Präsident und CEO der Bergbahnen, ist die Finanzierung gesichert. Wie genau, sei Sache der AG. Nicht sicher ist, ob die Darlehen von Bund und Kanton überhaupt eingesetzt werden. Eine mögliche Option, allerdings auch nicht definitiv festgelegt, ist das Leasing. «Es gibt verschiedene Modelle. In der Regel ist es so, dass die Anlage dem Leasinggeber, eine Finanzierungsgesellschaft, gehört», teilt die Firma Garaventa, welche die Sesselbahn plant, auf Anfrage mit. Seilbahn-Leasing scheint Alltag, wie aus den Geschäftsberichten des Schweizerischen Leasingsverbands (Bestand 25 Milliarden Franken Vertragsvolumen) hervorgeht. Die Sparte Seilbahnen und Transportanlagen wird jeweils speziell erwähnt. Hauptleasing-Partner in der Schweiz sind Banken.

Berner Oberländer

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