Kleine Scheidegg

Ein Museum für die Eigernordwand

Kleine ScheideggDie Jungfraubahn AG plant am Fuss des Eigers einen Jungfrau-Eiger-Walk und einen Ausstellungsraum am Fallbodensee. Die neue Attraktion wird mit rund einer Million Franken veranschlagt.

Die alte Trafostation im Fallboden neben dem Gleis der Jungfraubahn  soll zu einem Erlebnisraum umgebaut werden und das Kernstück des Jungfrau-Eiger-Walks bilden. Die Eigernordwand (im Bild links hinten) ist das Hauptthema der Inszenierung.

Die alte Trafostation im Fallboden neben dem Gleis der Jungfraubahn soll zu einem Erlebnisraum umgebaut werden und das Kernstück des Jungfrau-Eiger-Walks bilden. Die Eigernordwand (im Bild links hinten) ist das Hauptthema der Inszenierung. Bild: Ferdinand Waespe

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«Triumph und Tragödie an der Eigernordwand» heisst der Arbeitstitel des geplanten Wanderweges Kleine Scheidegg–Eigergletscher (wir haben berichtet). «Mit diesem Jungfrau-Eiger-Walk haben wir uns zum Ziel gesetzt, die alpine Bergwelt einem möglichst breiten Publikum näherzubringen», sagt Gabriel Roth, Leiter Jungfraubahn. Der Weg zwischen Eigergletscher und der Kleinen Scheidegg soll durchgehend turnschuhtauglich und interessanter gestaltet werden. «Das Thema der Inszenierung ist die Eigernordwand, die sich entlang des Wanderweges aus verschiedenen Blickwinkeln als imposante Naturbühne präsentiert.» Die Geschichte von Alpinisten, welche die Wand bezwangen, und von solchen, die daran scheiterten, bewegten die Gemüter in besonderer Weise. Kein Berg der Alpen habe in dieser Beziehung eine vergleichbare Ausstrahlung, erklärt Gabriel Roth.

Legendäre Mittellegihütte

Vom Einstieg bei der Station Eigergletscher führt der Weg zuerst entlang der Dépendance und der ehemaligen Hundezwinger und quert das Bahntrassee. Der Gast wandert weiter abwärts über eine alpine Blumenwiese und erreicht an der Loucherflueh die alte Mittellegihütte, die derzeit noch am Grat über der Station Eigergletscher steht. Die legendäre Hütte wurde vor zehn Jahren mit einem Helikopter vom Mittellegigrat heruntergeflogen. Ihre historische Ausstattung kann wie bisher durch ein Glasfenster bestaunt werden. Als Kontrast dazu werden auf der Aussenseite moderne Bergsteigerutensilien präsentiert.

«Die alte Trafostation im Fallboden soll zu einem Erlebnisraum umgebaut werden und das Kernstück des Weges bilden», informiert Gabriel Roth. Das unter Heimatschutz stehende Gebäude, von Einheimischen liebevoll «Chilchli» genannt, soll aussen und teilweise innen saniert und als Ausstellungsraum ins Gesamtprojekt Jungfrau-Eiger-Walk integriert werden, heisst es im derzeitigen Baugesuch. Die Baukosten sind auf 190000 Franken veranschlagt. Weitere Inszenierungen und Fotopoints sollen den Wanderer vom Speichersee Fallboden bis zum Endpunkt des Weges kurz vor der Kleinen Scheidegg begleiten. Am rund drei Kilometer langen Wanderweg werden an mehreren Stellen Holzstelen platziert, die dem Gast als Orientierung dienen. Die steilste Partie, der Weg vom Mittellegigrat zum «Chilchli» hinunter, soll auf einer Länge von rund 300 Meter verbreitert und planiert werden.

Für die Erstellung des Jungfrau-Eiger-Walks rechnet die Jungfraubahn mit Kosten von rund einer Million Franken. Die Eröffnung des neuen Wanderweges ist im Sommer 2011 vorgesehen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 22.02.2011, 09:49 Uhr

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