Lauterbrunnen

Ein Jahrhundert Guggihütte

LauterbrunnenDie Guggihütte unterhalb des Mönchgipfels wird hundert Jahre alt. Dieses Jubiläum feiert die SAC-Sektion Interlaken am kommenden Wochenende. Der langjährige Wart Werner Kellenberger kennt die Hütte wie kein anderer.

Ausgesetztes Refugium: Von der Guggihütte aus wird heute über den Nollen der Mönch bestiegen. Der Weg zur Hütte führt von der Moräne hinter den Grasmatten der Loucherfluh über die rot eingezeichnete Linie.

Ausgesetztes Refugium: Von der Guggihütte aus wird heute über den Nollen der Mönch bestiegen. Der Weg zur Hütte führt von der Moräne hinter den Grasmatten der Loucherfluh über die rot eingezeichnete Linie. Bild: Bruno Petroni

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist 136 Jahre her, seit die erste Guggihütte auf 2388 Meter über Meer errichtet worden ist. Die Erbauer der damals neu gegründete «Section Oberland» – heute Sektion Interlaken des Schweizerischen Alpenclubs (SAC) – stellten aber bald fest, dass der Standort wegen der extremen Feuchtigkeit denkbar schlecht war. Trotzdem wurde die Hütte in der Folge von Hunderten von Tagestouristen rege besucht.

Finanzielles Chaos

1909 beschloss die SAC-Sektion schliesslich den Neubau der Guggihütte auf einem 400 Meter höher liegenden Felssporn. Im selben Sommer wurde in strömendem Regen der Grundstein gelegt. Mit dem Aufbau der Hütte war der damalige Lauterbrunner Schreiner Von Allmen beauftragt. Am 7.August 1910 konnte die neue Guggihütte eingeweiht werden.

Nicht ganz so einfach wie der eigentliche Bau der Hütte verlief dessen Finanzierung. Durch das offensichtlich wenig kaufmännische Vorgehen des Initianten des Neubaus, des Grindelwalder Sekundarlehrers Fritz Beck, entstand ein Chaos mit fehlendem Finanzplan, eingegangenen Subventionen, bar bezahlten, unbezahlten und noch nicht vorliegenden Rechnungen.

John Harlin zu Besuch

Nach der Erbauung der neuen Guggihütte auf 2791 Meter über Meer begann das Zeitalter der Weltkriege und der dazwischenliegenden Weltwirtschaftskrise. Die «Belle Epoque» der noblen Bergsteigerherren mit ihren Führern und Trägern war vorbei. Immer weniger Tagestouristen, dafür immer mehr zum Teil führerlose, leistungsorientierte Alpinisten suchten die Hütte auf. Einer der populärsten Einträge in die Hüttenbücher dürfte derjenige des US-Amerikaners John Harlin sein. Harlin, dessen Name unter anderem eine Route in der Eigernordwand trägt, besuchte die Hütte bei einer Winterbesteigung des Mönchs im Januar 1964, zwei Jahre vor seinem Tod.

Hüttenweg als Formtest

Keiner kennt den ungemein steilen Hüttenweg von der Gletschermoräne hinauf zur Guggihütte besser als Werner Kellenberger (Bild). Der heute 68-jährige Schreiner amtet bereits in seinem 41.Jahr als Hüttenchef und -wart. In dieser Zeit ist er mehr als 250-mal von der Kleinen Scheidegg zu «seiner» Hütte aufgestiegen. Und nicht etwa in drei Stunden, wie «normale» Alpinisten dafür brauchen, sondern oftmals in weniger als zwei Stunden. «Für mich war der Aufstieg immer so etwas wie ein Formtest», sagt der sportliche Wengener, der seit kurzer Zeit in Interlaken wohnt.

Der Sprint ins Tal

Kurz nach seinem Amtsantritt als Hüttenwart im Jahr 1970 pressierte es an einem späten Sommerabend mal derart, dass Werner Kellenberger für den Abstieg von der Guggihütte zur Station Eigergletscher gerade mal eine Dreiviertelstunde benötigte. Es ging dabei um Leben und Tod: «Ein junger Bergsteiger wälzte sich in der Hütte mit Bauchweh auf dem Bett. Da wir damals noch kein Hüttentelefon hatten, blieb mir nichts anderes übrig, als im Eigergletscher unten Alarm schlagen zu gehen.» Die Rega holte den Patienten schliesslich mit dem Helikopter bei der Hütte oben ab, während Kellenberger im Finstern der Nacht wieder hinaufstieg. Später erfuhr der Hüttenwart: «Im Spital wurde am Leidenden eine Leberinfektion diagnostiziert.»

Der runde Geburtstag der Guggihütte wird am kommenden Wochenende von der SAC-Sektion Interlaken gefeiert. Alle Infos dazu unter www.sac-interlaken.ch. (Berner Oberländer)

Erstellt: 17.08.2010, 10:49 Uhr

Majestätischer Thron vor dem Dreigestirn: Ganz links ist der Eiger zu sehen, hinter der Hütte schaut der Ostgrat des Mönchs hervor, rechts steht die Jungfrau. (Bild: Bruno Petroni)

Paid Post

Reife Frauen suchen Erotik

Nicht nur junge Hüpfer sind auf Erotik-Portalen unterwegs, sondern auch reife Frauen finden ihre Erotik-Partner übers Internet, bevor es beim Casual-Date zur Sache geht.

Kommentare

Blogs

Sweet Home Best of Homestory: Zu Besuch bei zwei Ästheten

Tingler Wir brauchen mehr Steuern!

Die Welt in Bildern

Dürre: Ein Teich in der Nähe der texanischen Ortschaft Commerce ist vollständig ausgetrocknet. Für die nächsten zehn Tage werden in der Region Temperaturen von mehr als 37.7 Grad erwartet. (16.Juli 2018)
(Bild: Larry W.Smith/EPA) Mehr...