Ehemaliger Militärflugplatz in Saanen neu in zivilem Besitz

Saanen

Der Flugplatz von Saanen auf 1000 Metern über Meer wird zwar schon lange nicht mehr von der Armee genutzt, doch gehörte er bisher noch dem Bund. Nun sind die Piste, der Rollweg und die Gebäude in den Besitz der Flugplatzgenossenschaft Gstaad-Saanenland übergegangen.

Der Flugplatz Saanen ist neu in zivilem Besitz von Rainer Schneuwly.

Der Flugplatz Saanen ist neu in zivilem Besitz von Rainer Schneuwly.

(Bild: Ruth Oehrli)

Die Genossenschaft hat Ende Juni nach über zehnjährigem Verfahren vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) die Schlüssel übernommen. Das gab Genossenschaftspräsident Bernhard Lüthi auf Anfrage bekannt.

Mit dem Flugplatz Saanen ist damit dasselbe passiert wie mit zwei anderen ehemaligen Militärflugplätzen im Berner Oberland. Auch jene in Reichenbach und Zweisimmen gehören heute Genossenschaften. Die ehemaligen Militärflugplätze Interlaken und St. Stephan stehen hingegen noch im Besitz des Bunds.

Wie in Saanen herrscht auch auf den Flugplätzen Reichenbach und Zweisimmen noch Flugbetrieb. Das ist den Internetseiten der beiden Flugplatzgenossenschaften zu entnehmen. In Interlaken hingegen starten und landen nur noch Helikopter der Rega, wie es bei der armasuisse, dem Beschaffungs-, Techonolgie- und Immobilienzentrum des VBS, auf Anfrage heisst.

Stephan Speiser, der Verwalter des Flugplatzes St. Stephan, sagt auf Anfrage, in St. Stephan werde noch in bescheidenem Rahmen geflogen. Und «sehr selten» finde eine militärische Übung statt.

Ziel: Anlage dem Saanenland erhalten

Die Flugplatzgenossenschaft Gstaad-Saanen wurde 1986 gegründet, weil die Armee den Flugplatz Saanen nicht mehr benützte. Jemand musste die Piste erneuern, deren Zustand sich verschlechterte. Die Gründer waren aber in der Mehrheit nicht Aviatiker, wie Genossenschaftspräsident Lüthi erzählt, sondern Hotels, Privatpersonen, Gäste, Firmen und der damalige Kurverein.

Es sei 1986 einerseits darum gegangen, den Fluplatz als Verkehrsanlage fürs Saanenland zu sichern, sagt Lüthi. Anderseits sei das Flugplatzgelände für die Region auch als Ort zur Durchführung grosser nichtaviatischer Veranstaltungen wertvoll.

Einen sechsstelligen Betrag hat die Genossenschaft dem Bund für den Kauf der Anlagen überwiesen. Seit 1986 hat die heute 200 Mitglieder zählende Genossenschaft auch 3,5 bis 4 Millionen Franken in die Instandhaltung der Anlagen gesteckt.

Gstaads Reiche sorgen nicht für viel Verkehr

Hört man Flugplatz und Gstaad, denkt man schnell an reiche Bewohner des Oberländer Nobel-Ferienorts wie Ernesto Bertarelli und Johnny Hallyday. Nur etwa zehn Prozent der Flugbewegungen in Saanen gingen aber auf solche Nutzer zurück, sagt Lüthi. Am Flugplatz gebe es deshalb auch keinen Limousinenservice.

Im Wesentlichen nutzten Privatpiloten, die lokale Fluggesellschaft Air Sarina, das Helikopterunternehmen Air Glaciers und viele Segelflieger den Flugplatz. 7000 bis 8000 Flugbewegungen werden in Saanen pro Jahr registriert - das sind maximal 4000 Starts pro Jahr und somit im Durchschnitt etwa elf pro Tag.

Betreiberin des Flugplatzes ist die Air Sarina, welche der Flugplatzgenossenschaft für die Benützung eine Miete abliefert. Damit finanziert sich die Genossenschaft, welche aber - wie Lüthi betont - ehrenamtlich arbeitet.

mau/sda

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