Dreschen nach alter Väter Sitte

Hasle

Das Schneiden, Bündeln und Dreschen von Getreide war früher eine beschwerliche Angelegenheit. Das wurde am Fest des neu gegründeten «Drösch-Verein Ämmitau» deutlich.

Am Drösch-Fest in Hasle wurde gezeigt, welchen Körpereinsatz Landwirtschaft früher erforderte.

Am Drösch-Fest in Hasle wurde gezeigt, welchen Körpereinsatz Landwirtschaft früher erforderte.

(Bild: Andreas Marbot)

Bereits zum vierten Mal fand letztes Wochenende das Drösch-Fest im alten Zeughaus in Hasle bei Burgdorf statt. Der «Drösch-Verein Ämmitau», welcher erst letzten Monat gegründet worden war, veranstaltete diesen Anlass. Die 32 Mitglieder des Vereins, erstaunlicherweise mehrheitlich keine Landwirte, wie Präsident Urs Grossenbacher festhält, bilden den Kern des Anlasses. Zahlreiche Besucher interessierten sich für das Dreschen nach alter Väter Sitte.

Eine schweisstreibende Sache

Etliche Attraktionen zogen die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich. Im Mittelpunkt stand natürlich das Dreschen, so, wie es in früheren Jahren ausgeführt wurde. Da war zum Beispiel die altehrwürdigen «Lieuse», mit der das Getreide geschnitten und gleichzeitig gebündelt wird. Auf einem Acker gleich neben dem Gelände wurde gezeigt, wie diese beschwerliche Arbeit ausgeführt wurde. Nachdem die «Lieuse» ihr Werk verrichtet hatte, mussten anschliessend die abgeschnittenen Bündel von Hand auf den Anhänger geladen werden – eine schweisstreibende Angelegenheit, bei über 30 Grad sowieso. Die älteren Besucher mochten sich noch sehr gut an diese Zeiten erinnern. Einige bemängelten sogar ironischerweise, dass am Samstag ein Traktor die «Lieuse» zog. «Bei uns wurden früher sogar noch Pferde als Zugtiere eingesetzt», meinte ein Senior schmunzelnd.

Das gebündelte Getreide wurde später weiterverarbeitet. Dazu wurden mit einem Dreschflegel die Getreidekörner vom Stroh getrennt. Auch diese Tätigkeit demonstrierte der Drösch-Verein. Freilich: Moderne Dreschmaschinen haben solchen Körpereinsatz längst überflüssig gemacht. Am Drösch-Fest war eine historische Version eines solchen Gerätes zu sehen. Auch vielerlei andere Hilfsmittel wurden präsentiert. Der Anblick alter Traktoren entlockte den Besuchern die eine oder andere Geschichte aus früheren Zeiten.

Volksfestcharakter

Die Leute um Urs Grossenbacher luden aber nicht nur zum Dreschen ein. Der Anlass solle ein Volksfest sein, an dem das gemütliche Beisammensein ebenso wichtig sei, so der Vereinspräsident. Am Freitagabend zum Beispiel fand ein Solex-Treffen statt, an Samstagnachmittag sorgte der Traktorenparcours für Unterhaltung. An den Abenden sorgten jeweils ein DJ sowie ein Alleinunterhalter für Stimmung.

Der Verein überlegt sich nun sogar, seine Aktivitäten auszuweiten. «Eventuell werden wir einen Stand am Chlouse-Märit in Hasle betreiben», so ein Vereinsmitglied. Wie dem auch sei: Das nächste Drösch-Fest ist schon fast wieder in Planung. Schliesslich soll der Anlass in den nächsten Jahren zur Tradition werden.

Berner Zeitung

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