Dem Thuner Feuerwerk droht das Aus

Finden sich nicht weitere Sponsoren, kann der Vorstand des Vereins Thunfest auf ein Feuerwerk verzichten. Dies beschloss die Hauptversammlung, im Wissen, dass der Feuerzauber damit für lange Zeit erloschen wäre.

So wird es dieses Jahr am Thunfest über dem Thuner Nachthimmel wohl nicht funkeln und glitzern.

So wird es dieses Jahr am Thunfest über dem Thuner Nachthimmel wohl nicht funkeln und glitzern.

(Bild: Patric Spahni)

«Dafür, das Feuerwerk zünden zu können, fehlen uns 30'000 Franken», legte Niklaus Schönholzer, Präsident Verein Thunfest, an der gut besuchten Hauptversammlung (HV) die Fakten auf den Tisch. Der Verein könne sich kein weiteres Defizit leisten. Das Thunfest selber ist nicht gefährdet. Es findet am 8./9.August statt.

Wegen fehlender Finanzen — begründet durch zwei verregnete Thunfeste in den Jahren 2010 und 2011 – musste schon 2012 auf das Feuerwerk verzichtet werden. Das Szenario droht sich zu wiederholen. Klar ist: Wenn bis zum 10.Mai nicht Gönner, Defizitgarantien oder weitere Sponsoren gewonnen werden können, «produziert» das Feuerwerk dem Verein weiteres Defizit. Deshalb legte der Vorstand drei Budgetvarianten vor: ohne oder mit Feuerwerk und letztere mit dem Vorbehalt, dass die Finanzierung gesichert ist. Die Versammlung bevorzugte die Variante drei. «Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden», gab sich Schönholzer optimistisch. Und OK-Präsident Matthias Harte ergänzte: «Wir stehen in intensiven Verhandlungen mit möglichen Geldgebern.» Der Vorstand müsse aber Mitte Mai über die Durchführung entscheiden können.

Das Feuerwerk kostet unter Berücksichtigung der Ausgaben für die dafür nötige Infrastruktur und Sicherheitsvorkehrungen mehr als 150000 Franken. Es steigt seit Jahrzehnten alle zwei Jahre (alternierend mit Spiez) in den Himmel. Das Feuerwerk wird aus Eintritten, Sponsoring und vom Verein finanziert. Es geriet auch schon in der Vergangenheit ab und zu in finanzielle Nöte und fand sogar über einige Jahre gar nicht mehr statt.

Die Gründe

Wirft das Thunfest keinen oder zu wenig Gewinn ab, ist das Feuerwerk gefährdet. Das Thunfest war auch letztes Jahr, trotz schönstem Wetter, defizitär. Die Gründe: Es wurden zu wenig Festbändel verkauft, und in der Berntorgasse und auf dem Aarefeldplatz fehlte die Besuchermasse (wir berichteten). Generell verzeichnet der Verein Thunfest ständig steigende Sicherheits- und Dienstleistungskosten. «Wir haben schon vor dem Thunfest 2013 die strategische Neuausrichtung in Angriff genommen», sagte Matthias Harte. Diese sehe neben «massiven Einsparungen» auch Möglichkeiten vor, die Einnahmen zu steigern. Eine Reduktion des Musikangebotes zugunsten des Feuerwerkes hätten OK und Vorstand aber abgelehnt. Die Versammlung bestätigte diese Haltung.

Die Rechnung schliesst bei einem Aufwand von 363'105 Franken mit einem Verlust von 69330 Franken. Das letztjährige Defizit konnte jedoch aus den Reserven gedeckt werden. Diese konnten nach dem ausserordentlich erfolgreichen Thunfest 2012 gebildet werden, obwohl noch die Verluste aus den Vorjahren gedeckt werden mussten. OK-Chef Harte betont, dass immer noch Reserven vorhanden sind, «aber möglicherweise nicht genug, um ein neuerliches Defizit bei der Durchführung des Feuerwerks zu verkraften».

Jörg Zedi tritt mit sofortiger Wirkung und Daniel Reist (Sekretär) nach dem Thunfest aus dem Vorstand zurück. Für das Wahljahr 2015 zeichnen sich weitere Rücktritte ab. «Wir brauchen also mindestens zwei neue Vorstandsmitglieder», hielt der Vorsitzende fest. Er sucht zudem auch für sich selber einen Nachfolger. In den revidierten Statuten wurden unter anderem die strategischen und operativen Zuständigkeiten klarer geregelt. Ausserdem sind OK-Mitglieder, die nicht auch Vereinsmitglieder sind, an der HV nicht stimmberechtigt.

Neuer Fest-Perimeter?

Überlegt wird laut Schönholzer, ob der kostenpflichtige Perimeter erweitert werden soll – etwa auf die Obere Hauptgasse und den Mühleplatz. Das Ziel: dem Verein Mehreinnahmen verschaffen. Ein entsprechendes Gesuch ist bei der Stadt eingereicht worden. «Wir werden diverse Bands aus der Region – keine aus dem Ausland – haben», stellte Musikchef Heinz Schmid für das Thunfest 2014 in Aussicht. Bereits fix sind die Gruppen Trauffer, Ritschi und Undiscovered Soul. Ebenfalls mit dabei sind die traditionellen Piccadilly Six. Die Band bleibt trotz dem kürzlichen Tod des Leaders bestehen.

Thuner Tagblatt

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