City-Markt-Macher stellen die Millionenfrage

Thun

Nach drei Monaten Versuchsbetrieb ziehen die Macher des City-Markts im alten Kino City eine verhalten positive Bilanz. Gerne würden sie das Lokal langfristig mieten und gastronomisch sowie kulturell nutzen.

Events rund um Gastronomie sollen im City-Markt auch künftig ein Lächeln auf die Gesichter zaubern.

Events rund um Gastronomie sollen im City-Markt auch künftig ein Lächeln auf die Gesichter zaubern.

(Bild: PD)

Marco Zysset@zyssetli

Sie haben eine Skaterampe gebaut, Künstler engagiert, Konzerte durchgeführt und Politpodien; begleitet wurden alle diese Aktivitäten in den letzten drei Monaten im City-Markt im ehemaligen Kino City in Thun von einer grossen Vielfalt an gastronomischen Angeboten.

«Von alldem, was wir ausprobiert haben, haben sich die gastronomisch-kulturellen Ansätze klar als die interessantesten erwiesen», sagt Joshua Steffen (36). Er ist zusammen mit Fabian Pauli (29), Gründer des Thuner Architekturbüros Akkurat Bauatelier, Initiant des Vereins Anna & Max, der die alten Kinoräume seit letztem Dezember nutzt.

«In Thun gibt es einige Möglichkeiten dazu, Livemusik zu geniessen oder gut zu essen. Beides in Kombination gibt es kaum.»Joshua Steffen, Mitinitiant

Namentlich jene Events, bei denen kulturelle und gastronomische Angebote in Kombination stattgefunden hätten, seien vom Publikum gut aufgenommen worden. «In Thun gibt es einige Möglichkeiten dazu, Livemusik zu geniessen oder gut zu essen. Beides in Kombination gibt es kaum», sagt Joshua Steffen.

Beliebter Rohbau-Look

«Eine weitere Erkenntnis aus dem Pop-up», sagt Fabian Pauli und nutzt dabei die englische Trendbezeichnung für die Zwischennutzung, «ist, dass die Leute den Rohbaulook des alten Kinosaals offensichtlich lieben. Wir haben enorm viele positive Rückmeldungen diesbezüglich er­halten.»

Für die beiden Vereinsgründer und treibenden Kräfte hinter dem City-Markt ist deshalb klar: Sie möchten in der Liegenschaft gerne langfristig eine gastronomisch-kulturelle Nutzung installieren – die von ebendiesem Rohbaulook geprägt ist.

Die Rede ist von einem Res­taurant mit Bar und vegetarisch-veganer Küche, aber auch einem Holzkohlegrill sowie einer mobilen Bühne im alten Kinosaal und einem italienischen Feinkost-Take-away und Bistro im heu­tigen Café City – inklusive Aareterrasse.

Ein entsprechendes ­Gesuch für ein langfristiges Mietverhältnis hat der Verein Anna & Max deshalb bei den Liegenschaftsbesitzern eingereicht. «Erste Gespräche haben stattgefunden, weitere werden im April folgen», sagt Fabian Pauli.

Hoher Investitionsbedarf

Joshua Steffen schätzt, dass der Investitionsbedarf für den Aufbau einer Firma, welche die Liegenschaft mieten und betreiben kann, bei gut einer Million Franken liegt, «für Infrastruktur, aber auch Kapital dafür, die ersten Jahre finanziell zu überstehen».

Dieses Geld wollen Steffen und Pauli bei Investoren finden oder aber bei Mäzenen, «die entweder von Thun, unserem Konzept oder noch besser beidem begeistert sind», wie Steffen sagt. «Auch hier haben erste Gespräche stattgefunden», ergänzt Fabian Pauli, «in denen wir eine positive Grundhaltung gespürt haben.»

Zweite Zwischennutzung?

Unabhängig davon, ob und inwiefern der Verein seine langfristigen Visionen für das ehemalige Kino City umsetzen kann, möchte er im nächsten Herbst eine zweite Zwischennutzungsrunde starten.

«Wir haben viel gelernt und viele positive Rückmeldungen erhalten», sagt Joshua Steffen. «Das motiviert uns ungemein.» Allerdings sollen neben guten Worten jetzt auch Taten seitens der City-Markt-Fans folgen. Seit kurzem läuft eine Crowdfunding-Kampagne mit dem Ziel, die zweite Zwischennutzung zu ermöglichen.

Offen ist derzeit, welche Pläne die Liegenschaftsbesitzer für das Gebäude hegen, in dem das Kino City beheimatet war. Laut der Verit Immobilien AG ist «eine fundierte Stellungnahme» erst in den nächsten Wochen möglich.

www.citymarktthun.ch

Berner Zeitung

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