Busse für Thuner Biker

Hilterfingen

Vergangenen Oktober brachten gespannte Schnüre auf einer inoffiziellen Downhillstrecke in Hilterfingen einen Biker zu Fall. Und jetzt wurde ihm deswegen auch noch eine Busse aufgebrummt.

Seit Jahren liefern sich Biker und Waldbesitzer in der Region Thun einen Kleinkrieg (Symboldbild).

Seit Jahren liefern sich Biker und Waldbesitzer in der Region Thun einen Kleinkrieg (Symboldbild).

(Bild: Roger Stalder)

Der Thuner Biker Martin Luginbühl ärgert sich im «Blick»: Vergangenen Oktober wurde er das Opfer von Unbekannten. Diese hatten quer über einen Waldweg in Hilterfingen Schüre zwischen den Bäumen gespannt. Als Luginbühl mit 50 Stundenkilometern auf dieser inoffiziellen Downhillstrecke zu Tale donnerte, erwischte ihn eine Schnur an der Brust, eine andere verhedderte sich im Vorderrad. Der Thuner Biker kam zu Fall, blieb aber wie durch ein Wunder unverletzt. Doch er ist überzeugt: «Derjenige, der diese Schnüre spannte, wollte uns umbringen.» Deshalb erstattete er in der Folge Anzeige auf dem Polizeiposten.

«Das ist ungerechtfertigt»

Doch dieses Vorgehen erwies sich im Nachhinein als Bumerang, wie der «Blick» in seiner Samstagsausgabe schreibt: Martin Luginbühl wurde auf dem Posten 45 Minuten verhört: «Die Polizei wollte mir die Schuld in die Schuhe schieben», so der Thuner, «ich wurde gefragt, warum ich die Strecke überhaupt befahren habe.» Dabei werde diese Strecke schon seit über einem Jahrzehnt von Bikern benutzt, weiss M.L.

Doch damit nicht genug: Jetzt wurde dem Thuner auch noch eine 200-Franken-Busse zugestellt; wegen Velofahrens auf einem unbefestigten Weg. Martin Luginbühl versteht die Welt nicht mehr: «Das ist ungerechtfertigt», sagt er. «Schliesslich fuhr ich nicht querfeldein!» Bezahlt hat er mittlerweile trotzdem, weil er keine Lust auf einen «Rechtskrieg» hat.

Jahrelanger Kleinkrieg

In der Region Thun kämpfen die Biker seit mehreren Jahren für eine offizielle Downhillstrecke. Doch bis heute ohne Erfolg. Die Burgergemeinde Thun war demgegenüber von Beginn an skeptisch eingestellt, aber auch die Burgergemeinde Hilterfingen brach die Gespräche mit dem Verein Bikerpark Thunersee ab, weil seitens des Vereins weder ein genauer Streckenplan noch ein Nachweis für die nötigen Gelder vorgelegt wurde.

Zu schaffen machte beispielsweise der Burgergemeinde Heiligenschwendi auch, dass Waldwege von Bikern illegal ausgeholzt wurden. Nachdem Unbekannte begonnen hatten, Nagelbretter auf der Strecke anzubringen und Drähte zu spannen, wurden die Wege in Heiligenschwendi sogar polizeilich gesperrt.

don/Thuner Tagblatt

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