Bund verlangt mehr Angaben zu V-Bahn-Projekt

Grindelwald

Der Bund verlangt vom Kanton Bern mehr Informationen zum V-Bahn-Projekt in Grindelwald. Besonders zum geplanten Parkhaus fordert das Bundesamt für Raumentwicklung weitere Auskünfte.

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Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) will vom Kanton Bern mehr und bessere Auskünfte zum V-Bahn-Projekt der Jungfrau- und Männlichenbahn in Grindelwald. Es hat den Kanton Bern aufgefordert, insbesondere zum geplanten Parkhaus bei der Talstation nähere Angaben zu machen.

Es stelle sich die Frage, ob ein Parkhaus mit rund tausend Plätzen nicht einen falschen Anreiz setze, sagte Ueli Wittwer vom ARE im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Sei doch im Rahmen des V-Bahn-Projekts auch der Bau einer neuen Bahnhaltestelle zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs geplant.

Mehr zu Auswirkungen

Mehr wissen will das ARE auch zu den wahrscheinlichen Auswirkungen des V-Bahn-Projekts auf den Beherbergungstourismus im Raum Grindelwald, also ob mehr Leute übernachten oder mehr Tagesgäste kommen.

Der Vorsteher des kantonalen Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Daniel Wachter, sprach im Radio von legitimen Fragen des Bundes. Das AGR werde nun die Angaben noch verbessern und mehr Details liefern.

Mit der V-Bahn wollen die Jungfrau- und die Männlichenbahn für fast 280 Millionen Franken die Skigebiete oberhalb von Grindelwald neu erschliessen. Der eine Ast der Bahn soll von Grindelwald in Richtung Eigergletscher führen, der andere die bestehende Männlichenbahn ersetzen. Deren Konzession läuft 2016 ab.

Flück überrascht

Bevor die Angaben vom AGR zum Bund gingen, hatte sich die Regionalkonferenz Oberland-Ost über das V-Bahn-Projekt gebeugt. Im Juni vergangenen Jahres genehmigte diese Konferenz wegen des Bergbahnvorhabens eine Anpassung des Regionalen Verkehrs- und Siedlungsrichtplans.

Laut dem Präsidenten der Regionalkonferenz, FDP-Grossrat Peter Flück, ging diese Anpassung danach zur Genehmigung ans AGR und floss in den kantonalen Richtplan ein. Dieser werde nun vom Bund vorgeprüft. Bei dieser Vorprüfung sei es wegen des V-Bahn-Projekts zu den Fragen des ARE ans AGR gekommen.

Flück ist überrascht über das zusätzliche Informationsbedürfnis des ARE. Die Region habe seinerzeit die Verkehrsfragen rund um das V-Bahn-Projekt mit grossem Aufwand unter die Lupe genommen. An der entsprechenden Korridorstudie habe auch eine externe Firma mitgewirkt.

mas/sda

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