Blasmusik einmal anders

Oberhofen

Das Berner Oberländer Militärspiel setzte am Freitagabend auf Altbewährtes, würzte dieses jedoch mit einer grossen Portion Spass und einigen Überraschungen.

<b>Eigenwillige Einlage:</b> Die Blasmusik des Berner Oberländer Militärspiels mit Andreas Jost, der auf den Amboss schlägt.<p class='credit'>(Bild: Damaris Oesch)</p>

Eigenwillige Einlage: Die Blasmusik des Berner Oberländer Militärspiels mit Andreas Jost, der auf den Amboss schlägt.

(Bild: Damaris Oesch)

Entschlossen schlägt Andreas Jost auf den Amboss, mit viel Elan bringt er den Eisenklotz dank zwei Hämmern zum Tönen. Hinter ihm erklingen Blasmusikinstrumente.

Diese hohen, scharf klingenden Töne fügen sich zwar nahtlos in die Blasmusik des Berner Oberländer Militärspiels ein, trotzdem passt der Mann mit dem Schmiedkittel und den beiden Hämmern nicht ins gewohnte Bild einer Blasmusikgruppe.

Viele Überraschungen

«Feuerfest» war aber nicht das einzige Stück, das die rund 250 Zuhörerinnen und Zuhörer am Freitagabend überraschte: Gesangseinlagen, laute Jauchzer, fliegende Tambouren-Sticks oder gar Ziegengeräusche machten den Blasmusikabend in der Halle am Riderbach in Oberhofen zu einem, den man nicht so schnell wieder vergisst.

Einen grossen Anteil daran hatte auch Moderatorin Vreni Blesi, die charmant durch den Abend führte und ebenfalls für einige Überraschungen gut war. Getreu dem Motto des Konzerts, «Zauber der Montur», passte sie ihre Outfits immer den Musikstücken an und zog sich so während der knapp zwei Stunden dauernden Vorstellung insgesamt 14-mal um.

«Kleider machen ja bekanntlich Leute», meinte Vreni Blesi und ergänzte: «So gibt es nicht nur Schönes fürs Ohr, sondern auch etwas fürs Auge.» Von der klassischen Berner Tracht über den schwarzen Schurz des Schmieds bis zum Edelweisshemd – Vreni Blesi trug am Freitagabend so ziemlich alles.

In ihren Anmoderationen erfuhren die interessierten Zuhörer viel Wissenswertes über die Komponisten und den Hintergrund des jeweiligen Stücks. So wurde früher beispielsweise das Singen des bekannten Volksliedes «Simelibärg» mit der Todesstrafe belegt. Grund: die hohe Emotionalität des Liedes. Die Musiker waren froh, ist dieses Gesetz längst Geschichte, und präsentierten eine Fantasie über das Guggisberg-Lied.

Zufriedenes Publikum

Neben diesen Überraschungseffekten wussten die Musiker auch mit viel Altbewährtem zu glänzen. Das Militärspiel unter der Leitung von Markus Graf und Rolf Schmutz (Tambouren) begeisterte mit seinem breiten Repertoire.

Bereits nach dem ersten Marsch ertönten laute Bravorufe aus den Reihen. «Es ist natürlich für uns wunderbar, vor fast vollem Haus zu spielen», freute sich Alfred Zimmermann, Präsident des Vereins Berner Oberländer Militärspiel.

Nächstes Konzert: Mittwoch,20. März, Interlaken, Aula Sekundarschule, 20 Uhr.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt