Biber machte sich beim Schwäbisbad zu schaffen

Thun

Dass der Biber auch auf Thuner Stadtgebiet aktiv ist, ist zwar nicht neu. Erstmals hat er sich nun aber beim Schwäbisbad an Bäumen gütlich getan – und dabei auch Vorsichtsmassnahmen überlistet. Die Stadt will vor allem wertvolle Bäume schützen.

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Markus Weibel ist Leiter von Stadtgrün – und damit eigentlich vor allem für allerlei Pflanzliches in Thun zuständig. Derzeit setzt er sich aber nicht nur mit der Flora, sondern auch mit der Fauna auseinander. Denn: Der Biber hat der Kyburgstadt wieder mal einen Besuch abgestattet.

Das ist kein Novum – gesichtet wurde der Nager sogar schon auf dem zentralen Mühleplatz. Er hat sich allerdings einen neuen Platz für seine zahntechnisch durchaus ausgefeilten Aktivitäten ausgesucht: die Umgebung des Schwäbisbads. «Vor allem auf der Mittelinsel in der Aare war er aktiv», sagt Markus Weibel. Die dort einigermassen wilde Natur gefalle dem Tier offensichtlich.

Zudem machte der Biber auch einen Abstecher ins Bad selber, wo er beim Containerplatz ein erst kürzlich gepflanztes Bäumchen stark angeraffelt hat. «Dieses ist nicht mehr zu retten. Wir müssen es entfernen», führt der Leiter von Stadtgrün aus.

Listiger Nager

Bisher war der Biber laut Markus Weibel auf Stadtgebiet stets seeseitig aktiv. Trotzdem wurden auch im Schwäbis Vorsichtsmassnahmen getroffen: Bäume wurden mit Schutzanstrichen versehen. «Es handelt sich um eine Leimmischung, der Sandkörner beigemischt sind», erklärt Fachmann Weibel. Das Ganze ist zwar nicht giftig, aufgrund der rauen Oberfläche verzichten Biber und anderes Wild aber darauf, die Bäume anzuknabbern.

Der so behandelte Baum wiederum kann trotzdem weiterwachsen: Der Anstrich, der rund zehn Jahre hält, macht ihm nichts aus. Das Problem im vorliegenden Fall: «Der Biber hat uns überlistet», sagt Weibel. Das Tier habe teilweise über dem Schutzanstrich Bäume angeknabbert, daraufhin habe sich der Anstrich gelöst.

Markus Weibel betont: Vor allem grosse, wertvolle Bäume wie diejenigen in der Schwäbisallee und rund ums Schwäbisbad müssten geschützt werden. Er wird deshalb mit der Biberfachstelle Kontakt aufnehmen. Möglich wären nebst dem Schutzanstrich auch Zäunchen rund um die Bäume – «aber das ist nicht schön und sehr aufwendig».

«Haben nichts gegen Biber»

Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) twitterte Bilder der Biberschäden und schrieb augenzwinkernd: «Zu Weihnachten wünsche ich mir eine Biberfell­mütze...»

Markus Weibel betont aber: «Wir haben nichts gegen den Biber und versuchen nicht, ihn zu verbannen.» Werde der Nager aber an Orten wie dem Schwäbisbad oder dem Schadaupark aktiv, gelte es, die dortigen prägenden Bäume zu schützen – «da wollen wir dem Biber zuverlässig zuvorkommen», hält der Leiter Stadtgrün klar und deutlich fest.

Für Weibel ist aber klar: Mit dem Nager muss die Stadt Thun in Zukunft leben. Die Fauna dürfte damit auch weiterhin einen fixen Platz in der Arbeit von Stadtgrün haben...

Thuner Tagblatt

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