Beatenberg

«Besuche von Ausserirdischen würden nicht schaden»

BeatenbergBestsellerautor Erich von Däniken wird in einer Woche 80 Jahre alt. Er spricht über UFOs, sein blaues Jackett und sein neustes Buchprojekt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Erich von Däniken, sind Sie ein Guru für Science-Fiction-Fans und Verschwörungstheoretiker?
Erich von Däniken: Überhaupt nicht. Es gibt keine Verschwörungen, und ich bin kein Guru. Seit Jahren erkläre ich am Ende eines jeden Vortrags: «Es geht nicht um Glauben, ich drehe mich noch im Grab um, wenn irgendwelche Spinner daherkommen und aus meinem Gedankengut so etwas wie eine Sekte machen.» Das wäre das Letzte, was ich möchte.

Dennoch; wenn man Ihre Videos sieht und Ihre Bücher liest, wird man den Eindruck nicht los, dass die Wissenschaft dem Normalbürger vieles unterschlägt...
Natürlich gibt es Wissenschaftler, die nicht möchten, dass dieses oder jenes an die Öffentlichkeit gerät. Aber nicht, weil sie es verhindern wollen, sondern weil sie denken, dass die Zeit dazu noch nicht reif ist. Hingegen – und das betrifft speziell die ganzen UFO-Sichtungen – wurden wir so erzogen, dass wir immer «vernünftig sein sollen». Und vernünftig ist, was die Wissenschaft sagt. Und die sagt, UFOs gibt es nicht. Die Distanzen von Stern zu Stern sind zu gross.

Das Thema wurde erst kürzlich wieder aktuell, als 130'000 Seiten mit Dokumenten des US-Militärs über UFO-Sichtungen veröffentlicht wurden. Vieles davon seien Phänomene, hiess es unter anderem.
Das habe ich gelesen. Die Enthüllungen des Journalisten beziehen sich auf das Projekt Blue Book. Viele der Sichtungen wurden mit Lichteffekten, Wetterballonen und dergleichen erklärt.Dennoch: Heute stehen viele Ex-Militärs und Ex-Politiker zu ihren UFO-Sichtungen. Leute, die früher radikal Nein gesagt haben.

Im Ernst? Erzählen Sie.
Erst kürzlich erklärte die Nasa an einer Medienkonferenz, dass es ausserirdisches Leben geben müsse. Das Hubbleteleskop habe bewiesen, dass es alleine in der Milchstrasse fünf Milliarden erdähnliche Planeten gebe. Damit sei es nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit, dass auf einem von ihnen Leben existiere.

Wie viele Bücher haben Sie bisher verkauft?
Etwa 67 Millionen Bücher. Bin aber nie reich geworden damit. Jedes Jahr hat man ein paar Hunderttausend Franken eingenommen. Und jedes Jahr ein paar Hunderttausend Franken ausgegeben.

Die Kritiken auf Ihre neuesten Bücher im Internet fallen aber teilweise vernichtend aus, auch Fernsehauftritte liessen Sie gelinde gesagt nicht gut aussehen. So schreibt etwa die «Süddeutsche»: «Erich von Däniken gilt seit Jahrzehnten als Fixstern am Himmel der obskuren Thesen.» Und ein Buchkäufer schreibt auf Amazon.de: «Wer bereits Bücher von von Däniken besitzt, wird nicht viel Neues erfahren.» Wiederholen Sie sich ständig, oder wissen Sie mittlerweile mehr als bei der Veröffentlichung von «Erinnerungen an die Zukunft»?
Wenn Ausdrücke wie obskur oder «Spinner» oder Fantast kommen, habe ich mittlerweile Verständnis dafür. Kritiker, die keines meiner Bücher gelesen oder eine meiner Vorlesungen besucht haben, haben Vorurteile. Wenn man sich mit mir auseinandersetzt, merkt man, dass da schon mehr dahinter ist als reine Fantastereien. Aber Neid muss man sich erarbeiten.

Dennoch, vielfach wird kritisiert, Erich von Däniken bringe nichts Neues. Wiederholen Sie sich?
Es gibt Sachen, auf die man immer wieder eingehen muss, um sie ergänzen zu können. In der Wissenschaft ist dies nicht anders.

Nazca, der Weltraumbahnhof von Erich von Däniken...
Nazca war für mich nie ein Weltraumbahnhof, obschon es dauernd Dummköpfe gibt, die mir dies unterschieben. Inzwischen entdeckte man weltweit andere Wüstenflächen, mit dem gleichen Phänomen wie in Nazca. Zum Beispiel in Saudiarabien, Australien oder am Aralsee. Das sieht man heute dank Satellitenaufnahmen.

Was gibt es Neues aus der grossen Pyramide?
Seit der Roboter des Forschers Rudolf Gantenbrink die Luftschächte der Cheopspyramide erforscht hat und andere Roboter folgten, ist es ruhig geworden um das Thema. Die Öffentlichkeit wird zu wenig informiert, und ich greife das Thema wieder auf.

Gehen Ihnen Kritiker auf den Geist?
Mittlerweile habe ich gelernt, dass auch Kritiker recht haben können, nicht der Autor. Als junger Schriftsteller ist man zudem leichtgläubig und glaubt jeden Mist. Man ist mehr begeisterungs- denn kritikfähig.

Aber Erich von Däniken hätte sich gefreut, wenn er einmal einen Ausseridischen getroffen hätte...
Das wäre sensationell gewesen, wenn die Ausserirdischen wieder auftauchen würden. Das würde der Menschheit nicht schaden. Wir haben Kriege, Rechthabereien politischer und religiöser Art. Wenn nun plötzlich etwas auftaucht, wo man sieht, es ist nicht von dieser Welt – vielleicht würde die Technik etwas Angst machen – spielte es keine Rolle mehr, ob man nun Christ oder Muslim wäre oder welche Hautfarbe man hätte. Es würde uns klarmachen, dass wir zwar die intelligente Spezies auf diesem Planeten sind, es aber da draussen Existenzen gibt, die uns weit überlegen sind. Das erinnert mich an Walter Ernsting, der ja auch unter dem Synonym Walter Dalton Science Fiction-Romane verfasst hat. Bekannt ist etwa die Serie Perry Rhodan...
Genau, Ernsting war ein guter Freund von mir.

Er beschreibt im Buch »Am Tag, an dem die Götter starben» Zeitreisen, die Erich von Däniken gemacht haben soll. Fiktion oder Realität?
Das war Fiktion, einen Teil des Buches habe ich geschrieben, man wollte es wie ein guter Romanschreiber so erzählen, dass der Leser nicht genau erkennt, ob es sich um eine tatsächliche Gegebenheit oder eine frei erfundene Episode handelt. Das ist das Faszinierende daran.

Realität ist, Sie leben nun seit fast 80 Jahren, das ist eine lange Zeit, wie geht es Ihnen?
Gut, ich rauche immer noch und natürlich trinke ich ab und zu ein Gläschen. Aber das Wichtigste ist, mein Kopf funktioniert wie eh und je.

Wie ist das, wenn man langsam, aber sicher dem statistischen Ende entgegenblickt, macht das einem Angst?
Eigentlich nicht. Natürlich denkt man an den Tod. Das kann alle möglichen Ursachen haben. Man hat nicht Angst vor dem Tod, man hat eine Erwartung, ist neugierig. Entweder ist mit dem Tod alles fertig, dann muss man sich keine Gedanken machen. Oder es kommt ein neues Abenteuer, da bin ich gespannt.

Was wünscht sich Erich von Däniken zum 80. Geburtstag?
Gesund bleiben, so lange man darf, keine Gebrechen haben. Der Kopf muss funktionieren. Und natürlich möglichst viele Begegnungen der positiven Art. Möglichst viele andere Gehirne «infizieren» mit dem Gedanken, dass wir nicht alleine sind im Universum.

Noch leben Sie und haben sicher viel vor...
Dieses Jahr haben wir den ganzen Mai eine Vortragstournee in Brasilien, im Juli Australien, im August in den USA, danach folgen Tschechien, Polen und weitere Staaten im Osten Europas. Ich bin tatsächlich international gefragt.

Wie geht es weiter, neben den vielen Vorträgen?
Ich schreibe an einem Buch – eigentlich schreibe ich immer an einem Buch – es wird die Geschichten hinter meinen Geschichten erzählen...

Können Sie etwas mehr zum Inhalt sagen?
Ich hatte das Glück in meinem Leben, mit unfassbar intelligenten Menschen zusammenzukommen. Angefangen bei Wernherr von Braun, dem Raketenkonstrukteur von Adolf Hitler und späteren Chef der Nasa. Ich sprach mit Ägyptologen und anderen Forschern. Diese Leute erzählten mir spannende Sachen. In einigen Fällen hiess es «kein Foto und nicht an die Öffentlichkeit». Und man hat sich immer daran gehalten. Nun im erwähnten neuen Buch erzähle ich die Geschichten, die bisher unter Verschluss waren. Entweder sind die Leute verstorben, oder sie sind nach 20 Jahren Wartezeit einverstanden.

Wann wird das neue Buch erscheinen?
Auch noch in diesem Jahr auf der Herbsttournee. Doch der Titel fehlt noch.

Erich von Däniken ist mittlerweile zu einer eigenen Marke geworden. Hat die Gemeinde Beatenberg noch nicht angefragt, ob sie eine Von-Däniken Statue errichten könnte?
In Beatenberg gibt es einen Erich-von-Däniken-Weg, der aufgrund einer Schülerinitiative entstanden ist. Alle paar Hundert Meter steckt ein Pfosten im Boden, dort ist ein aufgeschlagenes Buch montiert in deutscher und englischer Sprache. Beschrieben werden Situationen und Geschichten aus meinem Leben und meinen Büchern.

Wie ging und geht eigentlich die Familie mit Erich von Däniken und seinen Fantastereien um?
Sehr, sehr positiv. Meine Frau weiss viel von dem, weil wir viel diskutieren zu Hause. Wir haben viele Gäste, sie liest aber meine Bücher nicht. Meine Tochter ist sehr auf meiner Seite, ich habe zwei Enkelkinder, der eine Bub ist sicher auch schon 24 Jahre alt und studiert Jura, das zweite Enkelkind macht gerade seine Matur. Sie alle helfen mir dann und wann bei Vorträgen und anderen Sachen. Meine drei Schwestern finden selbstverständlich toll, was ich mache. In der Familie ist alles in bester Ordnung, wir sind eine tolle Truppe, ein Clan, der zusammenhält.

In der Öffentlichkeit ist der von Däniken der mit dem blauen Jackett. Keine Probleme damit, dass Sie die Leute auf der Strasse ansprechen und im Berner Oberland sehr direkt sind?
Nein, das ist auch gut so. Mir geht jede Arroganz, jeder Dünkel ab, etwas Besseres zu sein. Vergiss es, ich bin wie jeder andere auch. Man ist dankbar, wenn man erkannt wird, ist nett mit den Leuten. Gleichzeitig sind es ja auch die Leser von mir. Das sind die, die Mundpropaganda machen.

Zurück zum 80.Geburtstag, der wird mit einer grossen Veranstaltung in Sindelfingen (D) gefeiert?
Da kommen viele interessante Leute zusammen. Etwa Professor Wickramasinghe, einer der bedeutendsten Astronomen unserer Zeit, oder Edgar Mitchell, Pilot der Landefähre von Apollo 14, der schon bei mir auf dem Beatenberg war, und viele weitere intelligente Leute mehr. Erwartet werden rund 2500 Personen.

Vertritt Mitchell Ihre These, dass uns in grauer Vorzeit Ausserirdische besucht haben?
Ja, und er geht noch einen Schritt weiter. In der ganzen UFO-Szene gibt es den Roswell-Fall. Die amerikanische Regierung hat den Vorfall immer mit Wetterballonen und Ähnlichem begründet. Mitchell ist in der Nähe von Roswell aufgewachsen. Er sagt, da sei etwas Fremdes heruntergekommen. Etwas, dass nicht irdisch sei.

Dennoch, es bleibt bisher dabei: Ihre Thesen sind Vermutungen, graue Theorie, dass es ausser uns noch andere Lebewesen im Universum gibt. Es gab nirgends etwas Handfestes, es sei denn, man wüsste es nicht. Ist das nicht auch etwas frustrierend?
Ich habe in meinen Kreisen auch nie etwas von einem handfesten Beweis gehört, der wissenschaftlich anerkannt ist. Gerüchteweise gibt es das immer wieder, aber eben, es bleiben Gerüchte. Ein Beweis wäre sensationell, aber die Zeit ist offenbar noch nicht reif für solche Dinge.

Sie sind kein Wissenschaftler, aber verkaufen dennoch Ihre Feststellungen so, dass man das Gefühl haben könnte, es seien Tatsachen...
Ich habe immer begriffen, dass jeder Wissenschaftler über seinen Fachbereich 1000-mal mehr weiss als der Erich von Däniken. Aber der Erich von Däniken hat auch einen Fachbereich und da weiss ich tausendmal mehr als die anderen. Die Frage ist eher, wie begegnet man einander? Diskutiert man ehrlich und offen? Und kann das, was man sagt, auch belegen? Dann wird die andere Seite vielleicht nachdenklich. So kann man die Meinung ändern oder anpassen.

Es bleibt dabei, der endgültige Beweis, dass es ausserirdische Wesen gibt, fehlt weiterhin...
Durch meine Arbeit weiss ich aber, dass es Ausserirdische geben muss, die vor Jahrtausenden da waren.

Quelle?
Ich kenne viele alte Bücher, die niemand kennt. So werden in den Abraham-Apokryphen Wesen beschrieben, «wie ich sie nie auf Erden gesehen habe, sie hatten nicht eines Menschen Atem», erzählt Abraham. Ich frage: Hatten sie Masken vor dem Gesicht? Wie auch immer, die Wesen hatten Abraham mitgenommen, «sie schleppten mich bis an der Feuerflammen Grenze». Dann beschreibt er die Erde von oben, «ich wünschte, auf die Erde niederzufallen.» Es gibt weitere Geschichten aus der Bibel, die Ausserirdische beschreiben, das ist doch nicht alles erfunden?

Wurden Sie von Wissenschaftlern schon als Scharlatan beschimpft?
Von Wissenschaftlern nicht. An unzähligen Orten, auch an Hochschulen, durfte ich Vorträge halten. Etwa in München an der Hochschule für Technologie oder an der Harvard University in den USA. Bei Letzteren hat mein Vortrag mit Standing Ovations geendet. Wie die Amerikaner sagen, sind meine Thesen «another point of view», es ist eine andere Betrachtungsweise.

In Buch «Götterdämmerung» hiess es : «Die Götter kehren zurück, der jüngste Tag der Erkenntnis steht bevor.» Sie beriefen sich dabei auf eine uralte, in Stein gehauene Prophezeiung der Maya. Laut ihr wäre am 23.Dezember 2012 der Gott Bolon Yokte zu uns herniedergestiegen. Passiert ist aber nichts. Lagen die Götter falsch?
Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass an diesem Datum nichts passieren wird. Weil ich immer wusste, es gibt zwar die Geschichten von Bolon Yokte und seiner Wiederkehr. Aber der Maya-Kalender wurde umgerechnet auf unseren Kalender. Da gibt es eine Bandbreite für einen Fehler von ein paar Hundert Jahren. Meine Meinung ist; die Götter werden wiederkehren, aber ich kann kein genaues Datum liefern.

Auch schon Geschichte ist der Mystery-Park in Interlaken, der heute Jungfrau-Park heisst. Wurmt das den Erich von Däniken eigentlich noch?
Ich bedaure das, der Betrieb war jedoch im Winter nicht rentabel. Aber es gibt ihn immer noch. Doch speziell die ausländischen Gäste können mit dem Namen Jungfrau-Park nichts anfangen. Da gibt es arabische Familien, die denken, sie seien an der Talstation der Jungfraubahn. Andere wiederum fragen «where are the Virgins, wo sind die Jungfrauen?»

Haben Sie noch etwas mit dem Park zu tun?
Im Sommer, einmal im Monat, halte ich noch einen Vortrag. Und mit den Besitzern und dem Direktor habe ich eine freundschaftliche Beziehung.

Sie waren ursprünglich Hotelier. Wie wird man dann zum Bestsellerautor?
Ich war in einem Gymnasium in Freiburg, lernte Lateinisch-Griechisch und war sehr ein gläubiger Mensch. Als Jugendlicher wollte ich wissen, gibt es andere Religionen im Altertum, die ähnliche Geschichten haben wie wir? Damit begann alles. Am 6. Dezember 1964 druckte die kanadische Zeitung «Der Nordwesten» in Winnipeg eine Doppelseite von mir. Das Thema war: Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall?

Sie waren damals als Gastronom tätig...
das erste Buch schrieb ich als Direktor im Hotel Rosenhügel in Davos, quasi im Hinterzimmer. Am Anfang wollte es niemand, 25 Verlage wiesen es zurück. Der Wissenschaftsredaktor vom Magazin «Die Zeit», Thomas von Randow, war oft bei mir zu Gast Er rief dann Erwin Barth von Wehrenalp an, ein deutscher Verleger und Besitzer des Econ-Verlags. Ironischerweise hatte derselbe Verlag mein Manuskript schon abgelehnt und zurückgeschickt. Doch Wehrenalp willigte ein. Da fuhr ich nach Düsseldorf, und mein Buch «Erinnerungen an die Zukunft» wurde ein grosser Erfolg für den Econ-Verlag. (Berner Oberländer)

Erstellt: 07.04.2015, 11:22 Uhr

Erich von Däniken und sein Jackett

«Ich wollte immer bei den Blauweltlern leben»

Ein Erkennungszeichen von Erich von Däniken ist das blaue Jackett, das er meistens trägt. Aber nicht immer dasselbe, er besitzt 13 davon. Das erste erhielt er vom US-Astronauten Ed Mitchell. «Ich mag die Farbe, und sie steht mir gut», sagt von Däniken dazu. In seinem Heim seien mehrere Wände und Decken ebenfalls blau gestrichen. Er bezeichnet sich ironisch auch als «Blauweltler».

Wie es dazu kam, erzählt von Däniken mit einem Lachen folgendermassen: «Ich habe früher in Feldbrunnen SO gelebt, dort hat es viel Nebel. Und ich habe meiner Frau immer gesagt: Wenn ich alt bin, möchte ich in die Berge.» Warum? «Gesetztenfalls, Ausserirdische würden unseren Planeten besuchen. Dann würden sie uns sicher eine Weile beobachten und würden rapportieren. Auf diesem Planeten gibt es zwei Arten von Menschen: Die einen sind die Grauweltler, die leben in tieferen Lagen im Nebel, haben heruntergezogene Mundwinkel, sind vielfach depressiv und haben eine blasse Haut. Darüber gibt es die Blauweltler, die in höheren Lagen zu Hause sind. Die sind aufgestellt und immer fröhlich und haben eine gesunde Hautfarbe. Ich wollte immer bei den Blauweltlern leben.»

Vom Gastronomen zum Bestsellerautor

Erich von Däniken wird am 14. April 80 Jahre alt. Seine Schulzeit verbrachte von Däniken in Schaffhausen und Freiburg im Üechtland. Interessiert hat er sich besonders für Bücher über Philosophie, Theologie und Archäologie. Während er als Hotelfachlehrling im Schweizerhof in Bern arbeitete, machte er eine erste Ägyptenreise. Es folgten Anstellungen in verschiedenen Hotels.

Seit 1960 ist von Däniken mit Elisabeth Skaja verheiratet, die er als Kellner im Hotel Ascot in Zürich kennen lernte. In den 1960er-Jahren veröffentlichte er erstmals präastronautische Überlegungen in Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln und arbeitete an seinem ersten Buch. Anfang 1968 erschien sein Buch «Erinnerungen an die Zukunft». Der Econ-Verlag hatte sich bereit erklärt, es nach Überarbeitung durch Wilhelm Roggersdorf (Pseudonym von Utz Utermann ) zu veröffentlichen. Es wurde ein unerwarteter Erfolg.

Die Verkaufszahlen schnellten in die Höhe, innerhalb kurzer Zeit war von Däniken Auflagenmillionär. Er wurde von Universitäten weltweit für sein Schaffen geehrt und besitzt unter anderem einen Doktor honoris causa, einen Explorer-Preis, Man of achievment und weitere Honorationen. Der Erfolg ruft natürlich auch Kritiker auf den Plan: Im Oktober 2012 wurde ihm von der Wiener Gesellschaft für kritisches Denken das «Goldene Brett vorm Kopf für das Lebenswerk» für den «erstaunlich-sten pseudo-wissenschaftlichen Unfug des Jahres» und für sein Lebenswerk als Person, «die sich jahrzehntelang mit besonders beeindruckender Resistenz gegen wissenschaftliche Fakten einen Namen gemacht hat» verliehen.

Die Thesen von Erich von Däniken fanden sich aller Kritik zum Trotz in vielen Filmen («Stargate», «Prometheus») und TV-Serien wieder. Jüngstes Beispiel ist die TV-Serie «Ancient Aliens», die 7. Staffel lief auf dem Hystory Channel im Oktober letzten Jahres an.

Das Multimedia-Projekt

«Chariots of the Gods» lautet die englische Übersetzung von Erich von Dänikens Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft». Im Trailer dazu wird von Däniken als «the most sucessfull non-fiction Author in the World» beschrieben. Roger Moore, der ebenfalls auftaucht, sagt: «The ancient question, ar we alone in the Universe?» Unter dieser globalen Marke sollen Kinofilme, Videogames, Themenparks und Ähnliches produziert werden (wir haben berichtet), die sich mit dem Unerklärlichen befassen. Gehört hat man dazu schon vieles, aber was wurde bisher konkret? Erich von Däniken: «Nichts, da arbeitet man seit sechs Jahren daran. Mein Partner, die Media Invest Entertainment, informiert mich alle paar Monate wieder.»

Derzeit werde in China ein Park gebaut nach seinen Ideen. «Irgendwann soll ein 3-D-Film ins Kino kommen, aber teure Filme brauchen ihre Zeit», sagt Erich von Däniken.
www.chariotsofthegods.com

Artikel zum Thema

«Es gibt keinen Grund zur Panik – die Welt geht nicht unter»

Beatenberg Heute Mittwoch in 100 Tagen endet der sagenumwobene Kalender der Maya. Der 77-jährige Bestseller-Autor Erich von Däniken sagt: «Die Welt geht nicht unter.» Aber die Götter würden wiederkehren. Mehr...

Erich von Däniken: «Ich bin immer noch einer, der täglich betet»

Beatenberg Andere verbringen das Pensionsalter auf dem Liegestuhl, er am Schreibtisch: Anfang August hat Erich von Däniken das zweite Buch einer fünfteiligen Serie veröffentlicht. Im Interview spricht er darüber, was ihn noch immer antreibt, was im Maya-Land falsch läuft und warum er trotz allem an Gott glaubt. Mehr...

«Die Schliessung war nicht nötig»

Erich von Däniken meint, der Mystery Park hätte überlebt, wenn man ihm noch ein paar Jahre – und Millionen – mehr gegeben hätte. Mehr...

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Abo

Die ganze Region. Im Digital-Light Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Was guckst du? Ein Kind spielt am Strand von Sydney, wo die aufblasbare Skulptur «Damien Hirst Looking For Sharks» des Künstlerduos Danger Dave und Christian Rager installiert ist. Sie ist Teil der Ausstellung Sculpture by the Sea. (19. Oktober 2018)
(Bild: Peter Parks) Mehr...