Thun

Besetzung des Kino Rex friedlich beendet

ThunWieder eine Hausbesetzung in Thun, und wieder stammen die Besetzer aus den Reihen des Kollektivs A-Perron: Aktivisten besetzten am Freitagabend das alte Kino Rex, am Sonntagabend zogen die Besetzer ab.

Die Besetzer machten mit Transparenten auf sich aufmerksam.

Die Besetzer machten mit Transparenten auf sich aufmerksam. Bild: Markus Hubacher

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Osterüberraschung in Thun: Mitglieder des Kollektivs A-Perron besetzten am Freitagabend das dem Abbruch geweihte Kino Rex. Mit diversen Transparenten («Wir wollen auch ein Nest») und Sprayereien («AJZ subito») machten die jungen Aktivistinnen und Aktivisten auf ihr Anliegen aufmerksam und feierten in den Nächten auf Samstag und Sonntag zwei Feste. Polizei und Grundeigentümer standen in Kontakt mit den Besetzern und forderten die Freigabe des Gebäudes bis Sonntagabend – dieser Forderung kamen die Mitglieder des Kollektivs A-Perron laut Polizei nach.

Kein Strafantrag

Aus polizeilicher Sicht sei alles ruhig abgelaufen, und es sei kein Strafantrag gestellt worden, sagte gestern ein Polizeisprecher auf Anfrage. Man sei «im Kontakt mit allen Parteien gestanden». Ob es zu Sachbeschädigungen gekommen sei, sei schwierig zu beurteilen — das Gebäude stehe kurz vor dem Abbruch, so der Polizeisprecher weiter. Das Gebäude sei mit verschiedenen Sprayereien «verziert» worden.

«Ostergeschenk an die Stadt»

«Ganz im Zeichen des Auferstehungsmythos von Ostern hauchen wir dem tot geglaubten Gebäude neues Leben ein», schrieb das Kollektiv im Internet. Rund 250 Personen hätten die Besetzung mit einer Goa-Party eröffnet, kreative Aktivitäten hätten sich mit Mahlzeiten aus der «Volksküche» abgewechselt. «Das neu geschmückte und verzierte Gebäude ist unser kurzfristiges Ostergeschenk an die Stadt und die Bevölkerung von Thun — denn wir bevorzugen bunte Häuser und Strassen statt farbige Eier zu Ostern», schreibt das Kollektiv weiter.

«Kontraproduktiv»

«Ich verstehe die Besetzung des alten Kinos Rex durch das Kollektiv A-Perron nicht», sagte gestern Thuns Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP). Und: «Die Aktion war kontraproduktiv.» Denn nach der Besetzung einer Liegenschaft auf dem ehemaligen Gerberkäse-Areal durch Aktivisten des Kollektivs A-Perron im letzten Oktober (wir berichteten) habe die Stadt einen Draht zu den jungen Leuten gefunden. «Wir waren ernsthaft auf der Suche nach einer geeigneten Liegenschaft für die Bedürfnisse der jungen Menschen und steckten mitten in Verhandlungen», gibt Siegenthaler zu bedenken. Wie es nun weitergehe, sei offen.

Letzte Besetzung im Oktober

In einer Medienmitteilung bestreitet das Kollektiv A-Perron, dass konkret verhandelt worden sei, es habe nur ein «loser Kontakt» mit der Stadt bestanden. Und: «In diesem Sinne werden wir weiter aktiv sein und sie werden von uns hören.»

Bereits im letzten Oktober hatte das Kollektiv ein Gebäude auf dem ehemaligen Gerberkäse-Areal besetzt – und nach einer gesetzten Frist verlassen. Das Kollektiv will in Thun ein nichtkommerzielles Kulturzentrum durchsetzen.

In den nächsten Wochen wird das alte Kino Rex abgebrochen, die Grossüberbauungen Rex und Puls Thun mit 200 Wohnungen, Büro- und Ladenflächen sowie Multiplexkino entstehen. Eigentümerin der Überbauung ist die Anlagestiftung der Credit Suisse, die in Thun 145 Millionen Franken investiert. Realisiert wird das Projekt von der Losinger Marazzi AG. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 10.04.2012, 08:18 Uhr

Artikel zum Thema

Ära des alten Kino Rex geht zu Ende

Thun 49 Jahre nach der Eröffnung endet am Sonntag die Ära des alten Kino Rex: Mit vier Filmen feiern die Kinobetriebe Marti diesen Tag mit dem Publikum. Während rund 2 Jahren zeigen sie nur noch in den Kinos City und Lauitor Filme. 2013 soll in der künftigen Überbauung der neue Kinokomplex Rex mit fünf Sälen eröffnet werden. Mehr...

Wird in den nächsten Wochen abgebrochen: das Kino Rex in Thun. (Bild: Markus Hubacher)

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Bern & so Eine Stadt im Wandel

Sportblog Ich, ich, ich!

Die Welt in Bildern

Hammerschlag für die Kunst: 15 Asylsuchende aus Afghanistan, Eritrea und Sri Lanka arbeiten im Kunstsilo in Emmen für die Ausstellung «Ich bin hier». (21. September 2017)
(Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey) Mehr...