Ausgedientes Spitalmaterial für Bulgarien

Hasliberg-Reuti

Rosmarie Chlouda und Andreas Thöni vom Verein Solidarität Schweiz-Osteuropa setzen sich seit 2006 dafür ein, dass ausgedientes Schweizer Spitalequipment die Not in Spitälern und Heimen Bulgariens lindert.

Eine Patientin im Heim für Demenz-/Alzheimerpatienten in Dryanovo, Bulgarien.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Eine Patientin im Heim für Demenz-/Alzheimerpatienten in Dryanovo, Bulgarien.

(Bild: zvg)

«Im April und im November 2013 konnten wir je einen Transport von Schweizer Spitalmaterial nach Bulgarien organisieren – die Armut in den dortigen Heimen und Spitälern ist so immens», erklären Rosmarie Chlouda und Andreas Thöni aus Hasliberg-Reuti. Der Präsident und die Sekretärin und Kassierin des Vereins Solidarität Schweiz-Osteuropa setzen sich seit 2006 dafür ein, dass ausgedientes Schweizer Spitalmaterial an acht bedürftige Heime und Spitäler in der Region Stara Planina in Bulgarien geliefert wird.

Dafür werden Leerfahrten einer bulgarischen Logistikfirma, die eine deutsche Kleiderkette beliefert, genutzt. Erneut konnten komplette Spitalbetten, Spitalmobiliar, -geschirr und -wäsche, mehrere Gynäkologiestühle, Rollatoren, Operationstische, Rollstühle und Hygieneartikel wie Windeln für Erwachsene geliefert werden.

Dank bewährten Kontakten wie etwa zum Inselspital Bern, zu der Lups in St.Urban oder zum Bürgerspital Solothurn fällt alljährlich genügend ausgedientes Equipment an. Hinzu kamen neue Spender und Sponsoren: so etwa die Privatklinik Meiringen, der Sternenhof in Basel, die Ita-Wegmann-Klinik in Arlesheim, der Maschinenbetrieb Schmid in Baar und der Rotary-Club Saanenland-Gstaad. Manche Materialspenden muss der Verein jedoch ablehnen.

Lagerraum fehlt

«Ein grosses Problem ist, dass wir keinen geeigneten Lagerraum in der Region haben – dieser sollte genügend gross und trocken sein. So mussten wir leider ein Angebot des Spitals Biel, zehn Dialysegeräte für Nierenpatienten zu liefern, ablehnen», berichtet Andreas Thöni. Material in Bulgarien zu lagern, sei wegen der dortigen prekären Verhältnisse unmöglich. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten lassen sich Rosmarie Chlouda und Andreas Thöni nicht entmutigen: «Wir wollen den Menschen, die in unwürdigen Betten liegen, helfen. Unsere Aufgabe ist, dass das klappt.»

Der Bedarf an Hilfsgütern wird im Vorfeld genau abgeklärt, der Camion in Bern verzollt und plombiert und ab der bulgarischen Grenze von der Vertrauensperson Boryana Naletova begleitet – bis zum Bestimmungsort. Die knappen Mittel des Vereins, der nicht staatlich unterstützt wird, lassen jedoch bis anhin nur zwei Transporte pro Jahr zu. «Drei Fahrten wären möglich und wünschenswert, denn die Not ist nach wie vor gross», sagt Thöni. Dank über 400 Stunden Fronarbeit der Vereinsmitglieder und knapper Kalkulation kosteten die zwei Fahrten im Jahr 2013 nur je rund 4700 Franken.

Niedriger Standart

Chlouda und Thöni pflegen gute Kontakte zur bulgarischen Botschaft in Bern und verbringen alljährlich auf eigene Kosten ihre Ferien in Bulgarien, besuchen die belieferten Spitäler und Heime und geniessen die Gastfreundschaft ihrer dortigen Kontakte.

«In den Landkreisen Bulgarien ist die medizinische Grundversorgung auf tiefem Stand; es herrscht überall Personalmangel. Wir treffen in den Heimen oft unbeschreibliche hygienische Zustände an», erklärt Rosmarie Chlouda und ergänzt: «Die Ärzte und Krankenschwestern machen ihren Job unter schwierigsten Bedingungen, mit viel Engagement und für wenig Lohn.»

Für eine Internetseite fehlen dem Verein Solidarität Schweiz-Osteuropa bisher noch die Mittel. Jede Unterstützung sei willkommen. «Wir setzen uns weiterhin mit voller Kraft dafür ein, dass sämtliche Spitalmaterialien, die in der Schweiz entsorgt werden sollen, stattdessen uns übergeben werden», erklärt Andreas Thöni.

Verein Solidarität Schweiz-Osteuropa, PC-Konto 30-38252-6 der EKI Interlaken.

Berner Oberländer

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