Anstatt alternatives Thunfest Strassenmusik?

Thun

Ein alternatives Thunfest wird es am Wochenende vom 8. und 9. August wohl nicht geben. Dafür vielleicht ein Konzert auf dem Mühleplatz.

The Cotton Mafia: Wenn es mit der Bewilligung klappt, tritt die Band am 7.August auf dem Mühleplatz auf.

The Cotton Mafia: Wenn es mit der Bewilligung klappt, tritt die Band am 7.August auf dem Mühleplatz auf.

(Bild: Claudia Komminoth/zvg)

Kein Thunfest am zweiten Augustwochenende: Was seit knapp einem Monat feststeht, sorgt bei vielen für grenzenlose Enttäuschung.Schliesslich markiert die grösste Party der Region jedes Jahr das Ende der Ferien und der warmen Sommertage.

Doch nicht alle wollten sich damit abfinden, dass in der Innenstadt am 8. und 9. August kein Fest steigt: Die beiden SVP-Stadträte Philipp Deriaz und Lukas Lanzrein sowie FDP-Stadtrat Serge Lanz gründeten zusammen mit Wirten aus der Innenstadt den Verein «Thun feiert» mit dem Ziel, ein kleineres, alternatives Thunfest auf die Beine zu stellen.

Keine Konkurrenz

«Es war nie unser Ziel, den Verein Thunfest zu konkurrenzieren, der den Event bisher organisiert hatte», betont Philipp Deriaz, Präsident von «Thun feiert». «Deshalb haben wir in unseren Statuten festgehalten, dass wir uns wieder auflösen, sobald das Fest in diesem Jahr stattgefunden hat.» – «Wir wollten vielmehr eine Plattform bieten für Wirte und Konzertveranstalter, indem wir ein Festkonzept erstellen und die nötigen Bewilligungen einholen», ergänzt Lukas Lanzrein, zuständig für alle juristischen Aspekte. «Gemeinderat und Stadtverwaltung haben positiv auf unsere Pläne reagiert», sagt Serge Lanz, verantwortlich für das Festkonzept. «Sie haben aber auch die kritischen Punkte aufgezeigt.»

Was, wenn?

Laut Philipp Deriaz bezog der Verein Thunfest 2013 Leistungen für 103'000 Franken bei der Stadt, konkret beim Tiefbauamt (Reinigung), Gewerbeinspektorat (Bewilligungen) und Polizei (Sicherheit). Die Stadt stellte 45'000 Franken nicht in Rechnung, womit der Verein Thunfest noch 58'000 Franken bezahlen musste.

Diese Kosten beziehen sich allerdings auf den bisher üblichen Festperimeter, der die ganze Innenstadt bis zum Kleist-Inseli umfasst. «Thun feiert» hatte aber einen kleineren Perimeter im Auge: Mühleplatz, Rathausplatz, Gerbern-, Markt- und Untere Hauptgasse.

Das Problem: «Thun feiert» ging bei den ersten Berechnungen von rund 5000 Besuchern aus. Aber: «Was passiert, wenn auf den Social Media ein Aufruf lanciert wird, am 8. und 9.August in Scharen nach Thun zu kommen?», fragt Philipp Deriaz. «Was passiert, wenn es so viele Leute sind, dass sie sich auch ausserhalb des Festperimeters aufhalten und ihren Abfall dort liegen lassen?»

Er gibt die Antwort gleich selber: «Für diesen Fall bestand das Risiko, dass der Verein ‹Thun feiert› zusammen mit den Wirtinnen und Wirten für die gesamten Reinigungs- und Sicherheitskosten, auch ausserhalb des eigentlichen Festperimeters in der Innenstadt, hätte aufkommen müssen.»

Zu wenige Informationen

Mit anderen Worten: Unter diesen Bedingungen sei es ein Ding der Unmöglichkeit, ein Budget zu erstellen und dieses im Rahmen des Bewilligungsverfahrens als Konzept bei der Stadt einzureichen. Denn die Stadt habe dem Verein keine Auskunft geben können, wie viel er ihr würde bezahlen müssen, sagte Philipp Deriaz. «Diejenigen Informationen, welche der Verein für die Erstellung des Konzeptes zuhanden der Stadt benötigt hatte, konnte die Stadtverwaltung nicht liefern.»

Fazit: «Aufwand und Risiko stehen in keinem Verhältnis. Deshalb musste unser Verein leider den Entscheid fällen, bei der Stadt kein Gesuch für ein kleines Thunfest einzureichen», sagte Deriaz weiter. Möglicherweise wird am zweiten Augustwochenende aber trotzdem eine Veranstaltung in der Innenstadt über die Bühne gehen.

«Wir haben ein Gesuch für ein Konzert auf dem Mühleplatz erhalten», sagte Karin Kupferschmied, Gewerbeinspektorin ad interim. Eingereicht wurde das Gesuch von SP-Stadträtin Alice Kropf.

Thuner Tagblatt

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