Hasliberg

Asyl-Betreuungsfirma ORS wehrt sich gegen Vorwürfe

HaslibergDie im Asylwesen tätige Firma ORS wehrt sich gegen Vorwürfe, sie habe Asylsuchende im Zentrum Tschorren im Berner Oberland nicht genügend gut betreut.

Das Asylzentrum Tschorren im vergangenen März.

Das Asylzentrum Tschorren im vergangenen März. Bild: Archiv BO/Beat Jordi

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Den Asylsuchenden habe es weder an Kleidung noch an passendem Essen oder medizinischer Betreuung gemangelt, hält ORS in einer Mitteilung fest. Die Firma führte das inzwischen wieder geschlossene Asylzentrum am Hasliberg. Eine ehemalige Angestellte hatte in der «Sonntagszeitung» vom 2. Dezember Vorwürfe gegen ORS erhoben. So habe es beispielsweise an Frauenkleidern gemangelt oder ein Asylbewerber habe seinen negativen Asylentscheid erst realisiert, als die Rekursfrist abgelaufen sei.

Die Firma verwahrte sich schon damals gegen die Vorwürfe und betonte, die Mängel seien weder intern noch gegenüber Dritten je geäussert worden.

ORS legte am Dienstag in einer Mitteilung dar, man habe die Anschuldigungen von sämtlichen im Tschorren engagierten Mitarbeitenden, lokalen Behördenvertretern und weiteren Personen beurteilen und kommentieren lassen. Keiner der Befragten habe die Vorwürfe bestätigt.

Nachschlag auf Verlangen

Die Verpflegung sei mit Rücksicht auf die Wünsche der Asylsuchenden zusammengestellt worden, schreibt ORS in der Mitteilung weiter. Vegetarische Gerichte habe es ab dem dritten Tag nach der Öffnung gegeben.

Bei den Hauptmahlzeiten habe die Regel gegolten: ein grosszügiger Teller pro Person, Nachschlag auf Verlangen. Es habe auch stets genug Gemüse gegeben. Süsses dafür gab es - abgesehen von Äpfeln - nur wenig. Das sehe das Bundesamt für Migration nicht vor, heisst es in dem Schreiben der ORS weiter.

Die ORS verfüge über grosse Mengen an Kleidern für jeglichen Bedarf und beiderlei Geschlechter. Die Asylsuchenden, die auf den Tschorren zogen, seien vorher alle mit Kleidung versorgt worden. Zusätzliche Frauenkleider seien gleich nach Ankunft der ersten Frauen beschafft worden.

Asylentscheide ausgehändigt

Auf Anfrage des Bundes habe man die Aufgabe übernommen, Asylsuchenden ihren Entscheid auszuhändigen, der durch die Post zugestellt wurde. Die Betroffenen mussten den Erhalt des Entscheids mit Unterschrift quittieren.

Diese Empfangsbestätigung habe man dann an den Absender gefaxt und zusätzlich per Post geschickt, schreibt ORS weiter. Dieser Ablauf sei in allen Fällen einwandfrei abgewickelt worden. Die Mitarbeitenden hätten Asylsuchende auch unterstützt, damit sie die wichtigsten Fakten des Asylentscheids verstanden.

Nicht alle wollten putzen

Ausserdem habe es auf dem Tschorren genügend vielfältige Beschäftigung gegegeben. Allerdings hätten nicht alle Asylsuchenden Reinigungsarbeiten verrichten wollen. Das sei eine grosse Herausforderung für alle gewesen. Im Haus habe es auch Spiel- und Sportgeräte gegeben.

Ausserhalb der Asylunterkunft sei nach wenigen Wochen ein Beschäftigungsprogramm angelaufen. Täglich hätten rund ein Dutzend Asylsuchende Arbeiten in der Gemeinde erledigen können.

In der Asylunterkunft Tschorren kam es mehrfach zu Streitereien unter verschiedenen Volksgruppen. Daraufhin wurde die Zahl der Asylsuchenden aus Nordafrika reduziert.

Die Firma ORS stand bereits verschiedentlich in der Kritik, so etwa im Zusammenhang mit der Bundesunterkunft im luzernischen Eigenthal. (cls/sda)

Erstellt: 18.12.2012, 16:30 Uhr

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