Armee und Rega beseitigen Luftfahrthindernisse

Gündlischwand

Die 1969 erstellte Luftseilbahn Gündlischwand–Iselten wird nicht mehr benutzt. Gegenwärtig wird die stillgelegte Seilbahn von der Armee und der Rega abgebaut. Ein Gewinn für alle Beteiligten.

Beim Abbau der Luftseilbahn Gündlischwand–Iselten steht ein zwölf Mann starkes Detachement von Armeeangehörigen, die im Zivilleben als Seilbahner oder Baufachleute arbeiten, drei Wochen lang im Einsatz. Sie haben zuerst das 3,5 Tonnen schwere Tragseil der Bahn entfernt, dann die sechs Stützmasten von den Betonsockeln gelöst und mit einem Rest des Zugseils in die gewünschte Richtung umgelegt.

Weil keine Baupläne mehr vorhanden waren, musste das Gewicht der Masten vor dem Helitransport geschätzt werden. Die Schätzungen ergaben pro Mast 2,5 bis 4 Tonnen, je nach Grösse und Konstruktion. Je höher ein Heli fliegt und je wärmer die Umgebungsluft ist, desto weniger Last kann er transportieren, weil die Luft leichter wird und weniger trägt. An einem heissen Sommertag, an dem es auf Alp Iselten (1742 Meter über Meer) über 25 Grad warm ist, kann so ein Seilbahnmast nicht als Ganzes abtransportiert werden. Also müssen ihn die Armeeangehörigen mit dem Schneidbrenner in Teile schneiden.

Unnötige Gefahr

Die Luftseilbahn in Gündlischwand ist stillgelegt, seit die Alp Iselten mit einer Strasse erschlossen ist. Nicht mehr genutzte Seilbahnen, Strom- und Telefonleitungen sind Luftfahrthindernisse und stellen für den bodennahen Flugverkehr eine unnötige Gefahr dar. Im Rahmen des Projektes «Remove», das seit dem Jahr 2001 läuft, haben Rega und Armee im eigenen Interesse und auf freiwilliger Basis in den Schweizer Alpen bisher rund 330 Objekte abgebaut. Etwa ein Dutzend weiterer Anlagen sind für den Abbruch vorgemerkt, neue Projekte kommen jährlich dazu.

Rega organisiert

Die Rega hat dabei die Projektleitung und besorgt die administrativen Arbeiten: Sie kontaktiert die Bergschaften und andere Besitzer von stillgelegten Anlagen, die ein Luftfahrthindernis darstellen. Sie schlägt deren Rückbau vor und besorgt die Abbruchbewilligung. Die Armee stellt das Personal für die praktische Arbeit zur Verfügung.

Die Luftwaffe trainiert im Rahmen von «Remove» Lastenflüge. Beim Abbau der Seilbahn Gündlischwand–Iselten waren das rund 24 Rotationen zwischen den Standorten der sechs Masten und dem Installationsplatz. Von dort werden die Teile mit Lastwagen ins Tal geführt. Alleine das Tragseil wiegt mehr als 3,5 Tonnen.

Bergschaft spart Geld

Für die Besitzer von stillgelegten Anlagen ist «Remove» kostenlos. Damit ergibt sich eine Win-win-Situation: Rega und Armee haben ein Luftfahrthindernis weniger, und die Bergschaft Iselten ist ihre Seilbahn los, für deren Abbruch sie 70000 Franken budgetiert hatte.

Berner Zeitung

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