Angriff auf Flugplatz Meiringen abgewehrt

Meiringen

Arbeitsplätze und Volkseinkommen sind dem Berner Kantonsparlament wichtiger als der Fluglärm in Meiringen. Eine Motion der SP, welche mehr Lebensqualität forderte, wurde abgelehnt.

Ein F/A-18-Kampfjet im Anflug auf den Militärflugplatz Meiringen. Der Grosse Rat will, dass die Luftwaffe hier bleibt.

Ein F/A-18-Kampfjet im Anflug auf den Militärflugplatz Meiringen. Der Grosse Rat will, dass die Luftwaffe hier bleibt.

(Bild: Fritz Lehmann)

Urs Egli

Manch einer im Grossen Rat dürfte gestern die Welt nicht mehr verstanden und sich Fragen gestellt haben: Ist der Militärflugplatz in Meiringen nun Fluch oder Segen? Ist der Lärm startender Kampfjets störend, oder wird er nur herbeigeredet? Denn die Forderung der Stadtberner SP-Grossrätin Nadine Masshardt nach weniger militärischem Fluglärm in Meiringen wurde vom Kantonsparlament mit 98 zu 37 Stimmen wuchtig verworfen.

Selbst wenn Masshardt gestern versicherte, dass sie gegen die Abschaffung der Armee sei, mochten viele Bürgerliche der SP-Frau nicht so recht glauben. Der Grund: Sie forderte die Halbierung der Flugbewegungen von 5000 auf 2500 pro Jahr. Eine Verlagerung von Flügen auf andere Flugplätze soll jedoch nicht erlaubt sein. «Diese Motion schmeckt nach einer sukzessiven Abschaffung der Armee», reklamierte EDU-Sprecher Peter Bonsack (Kallnach). Die Reduktion der Flugbewegungen komme faktisch der Schliessung des Flugplatzes Meiringen gleich.

Garant für Arbeits- und Ausbildungsplätze

Mit Vehemenz setzte sich Christoph Ammann (SP, Meiringen) für den Flugplatz ein. Die Motion Masshardt störe den laufenden Dialog, bei welchem «nach realistischen Lösungen gesucht wird». Der langjährige Präsident der Standortgemeinde sagte, der Lärm der startenden Kampfjets beschränke sich an den Flugtagen auf wenige Minuten. Ebenso kämpferisch setzte sich Gerhard Fischer (SVP, Meiringen) für den Verbleib der Luftwaffe im Oberhasli ein. Der Flugplatz garantiere der Region 200 Arbeits- und 25 Ausbildungsplätze. Zudem habe die Armee 1996 weit über 200 Millionen Franken investiert, wovon viele Unternehmen im Oberland hätten profitieren können. «Alle 29 Gemeindepräsidenten der Region setzten sich für den Bau der Kavernen ein», gab Fischer zu bedenken. Christine Häsler (Grüne, Burglauenen) votierte nicht gegen den Flugplatz, sagte aber: «Die Rahmenbedingungen für die Anwohner stimmen nicht.»

Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP) meinte, in der Eidgenossenschaft sei die Solidarität der Regionen unerlässlich. Viele Schweizerinnen und Schweizer hätten unter dem Lärm von Autobahnen, Rangierbahnhöfen oder Flughäfen zu leiden, etwa jene von Zürich-Kloten.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt