Vor 150 Jahren

Als die Aare zum Flanieren einzuladen anfing

Vor 150 JahrenEin weiteres Teilstück des Aarequais in der Thuner Altstadt stand vor der Vollendung. Die Stadtpolizei erliess deshalb neue Verbote für die Flussanstösser.

<b>So sah die Thuner Innenstadt ohne Aarequai aus:</b> Auf diesem Stich von Johannes Ruff, entstanden im 19. Jahrhundert, blickt der Betrachter vom Hotel Freienhof in Richtung Sinnebrücke, Stadtkirche und Schloss.

So sah die Thuner Innenstadt ohne Aarequai aus: Auf diesem Stich von Johannes Ruff, entstanden im 19. Jahrhundert, blickt der Betrachter vom Hotel Freienhof in Richtung Sinnebrücke, Stadtkirche und Schloss. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am dahinziehenden Aarewasser promenieren, dies war in der Thuner Altstadt bereits ab 1842 möglich, jedoch erst zwischen der Sinnebrücke und dem damals noch beim Lauitor befindlichen Schmittenturm.

Im Dezember 1867 stand dann die Vollendung des Quais zwischen der Sinnebrücke und den Mühlen bevor. Die Polizeikommission gab deshalb am 7. Dezember 1867 im «Thuner Blatt» bekannt, «dass alles Ausschütten von Wasser und anderen Flüssigkeiten, alles Ablagern von Effekten oder Material auf dem Quai, sowie alles Aufhängen von Wäsche längs demselben bei einer Busse bis Fr. 50 untersagt ist.»

Was vor 150 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte: 4. 12. 1867 Lebensmittelpreise in Thun. Anken in Ballen à 1 Pfd. Fr. –.90 bis –.95. Kartoffeln per Zentner 3.70 bis 4.00. 8 bis 9 Eier für 60 Cts.

7. 12. 1867 Der Gemeinderat beantragt der Einwohnergemeinde, für die Errichtung einer Suppenküche im Dezember, Januar und Februar Fr. 500 zu bewilligen.

7. 12. 1867 F. Wunderlich, Sohn, hat im Plainpied des Hauses Hänni auf dem Plätzli eine Glashandlung errichtet, woselbst er alle, besonders den Herren Wirten dienlichen Glasartikel, sowie Fensterglas vorrätig hält.

7. 12. 1867 Die Spendkommis­sion hat als zeitgemässes Bedürfnis für die dasigen Ortsarmen die Errichtung einer Suppenküche beschlossen, welche mit dem 9. dieses Monates im Bälliz-Waschhaus ins Leben treten soll.

11. 12. 1867 Händschel, Photograph, erstellt täglich ohne Voranmeldung Photographien in seinem neuen Atelier bei Herrn ­Siegenthaler auf der Allmend. Aufnahmen von 10 bis 3 Uhr, Kinder jedoch nur von 11 bis 2 Uhr bei heller Witterung.

11. 12. 1867 Die Buchhandlung J. J. Christen gedenkt, ihren Lesezirkel auch nächstes Jahr fortzusetzen. Dies ermöglicht dem Publikum, für nur Fr. 12 jährlich die 18 beliebtesten Journale im Wert von über Fr. 200 zu lesen.

14. 12. 1867 Feinen Claret à Fr. 1.50, Marsala à Fr. 2.50 per Flasche empfiehlt C. Trog, Apotheker.

14. 12. 1867 Heute Krebssuppe und Kügelipastete sowie alle Tage Gallerichpastete, Vacherin du Mont d’Or und Knoblauchwürste. Speisewirtschaft W. Nö­thinger.

14. 12. 1867 Suppenanstalt: Die Suppe wird pro Portion à 5 Cts., zwei Portionen à 8 und vier Portionen à 15 Cts. erlassen, wahrscheinlich später etwas billiger.

25. 12. 1867 Zum Tanz am Neujahrssamstag, den 28. Dezember, lädt ein: Fensterbank, Wirt.

28. 12. 1867 Letzter Tage wurden einem Weinreisenden aus Vivis auf seinem Zimmer in einem ­hiesigen Gasthof Fr. 2600 aus seiner Marmotte [Musterkoffer] gestohlen.

28. 12. 1867 Wilhelm Baumann, Hufschmied, mehrere Jahre erster Arbeiter bei Samuel Wolf sel., empfiehlt sich als Associe von Samuel Wolf Sohn in der nämlichen Schmiede.

28. 12. 1867 Schöne Auswahl an Schlittschuhen verschiedener Grösse mit und ohne Lederware bei A. Lohner, Eisenhandlung.

28. 12. 1867 Da Fürsprech Zyro, der schon die Ämter Grossrat und Nationalrat innehat, die Wahl ablehnte, wurde Fried. Thierstein, Sohn, als Nachfolger des zurücktretenden Fürsprech Teuscher in den Gemeinderat gewählt.

Quelle: Stadtarchiv Thun. (mbs)

Erstellt: 26.12.2017, 09:09 Uhr

Artikel zum Thema

Rüegseggers «unglaubliche Tour»

Vor 150 Jahren Der Thuner Bergwanderer Fritz Rüegsegger absolvierte eine Bergtour, für die er insgesamt 22 Stunden unterwegs war. Mehr...

Vor 150 Jahren: Die Angst vor der Cholera

Thun 1867 erfasste die Cholera die Schweiz. Die nahende Seuche veranlasste auch den Thuner Gemeinderat im September dazu, präventive Massnahmen zu treffen. Mehr...

Vor 150 Jahren: Fünfmal täglich mit dem Zug nach Bern

Thun Einmal vormittags und viermal nachmittags: Ab dem 1. Juni 1867 verkehrten von Thun nach Bern täglich fünf Züge. Mehr...

Kommentare

Blogs

History Reloaded Die Schweiz, ein Land der Streiks

Beruf + Berufung Die Angst des Rebellen

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Post für den Klimawandel: Auf dem Aletschgletscher haben Klimaschützer eine riesige Postkarte ausgerollt, die aus rund 125'000 einzelnen Postkarten besteht. Diese soll auf den Klimawechsel und die Bedrohung der Gletscher aufmerksam machen. (16. November 2018)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...