Wattenwil

Alle Einsprachen gegen neue Handy-Antenne abgelehnt

WattenwilDie neue Mobilfunkanlage beim Werkhof der Gemeinde wird gebaut – dies hat der Regierungsstatthalter am Dienstag bekannt gegeben. Unklar ist, ob der Entscheid weitergezogen wird.

<b>Beim Werkhof an der Erlenstrasse 10</b> wird die geplante Handyantenne 30 Meter in die Höhe ragen.

Beim Werkhof an der Erlenstrasse 10 wird die geplante Handyantenne 30 Meter in die Höhe ragen. Bild: Patric Spahni

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Im Mai des vergangenen Jahres teilte die Gemeinde Wattenwil mit, dass sie in Zusammenarbeit mit der Swisscom AG eine Handyantenne beim Gemeindewerkhof an der Erlenstrasse 10 projektiere.

Das nicht überall gleich ­gute Handynetz ist der Grund für das Projekt: «In gewissen Teilen des Dorfes brauchen wir eine bessere Abdeckung», sagt der Wattenwiler Gemeindepräsident Peter Hänni (FDP). «Rund um den Coop ist der Mobilfunkempfang sehr schlecht.»

«Lieber an anderem Ort»

Einige Wattenwilerinnen und Wattenwiler sind jedoch nicht einverstanden mit dem Vorgehen der Gemeinde: Gegen das im Oktober 2017 publizierte Bauvorhaben gingen 8 Einsprachen ein, ­darunter eine Kollektiveinsprache mit 185 Unterschriften.

«Es gab zwei Gruppen von Einsprechern», sagte Regierungsstatthalter Marc Fritschi am Dienstag auf Anfrage. Die eine Gruppe ­habe vor allem den Standort der rund 30 Meter hohen Antenne gerügt. Die andere Seite habe eine Gesundheitsgefährdung geltend gemacht. Auch die Richtigkeit der Baugesuchsunterlagen sei bezweifelt worden.

Eine der Einsprecherparteien sind Philipp und Eliane Megert von der Megert Hausbau GmbH in Wattenwil. «Wir haben privat als Familie und auch als Firma Einsprache erhoben», sagt Eliane Megert.

Wohnhaus und Firmengebäude liegen in unmittelbarer Nähe des Werkhofs. «Uns wäre es lieber gewesen, wenn man für die Antenne einen Standort ausserhalb des Wohn- und Arbeitsgebietes gefunden hätte», erklärt Megert.

Dies vor allem aus Gesundheitsgründen: «Wir leben und arbeiten hier 24 Stunden am Tag und sind der Strahlung andauernd ausgesetzt. Zudem gibt es in nächster Umgebung bereits eine Antenne.» An eine höhere Instanz weiterziehen will die Familie den Entscheid aber nicht.

Ob andere Einsprecher gegen den Entscheid vorgehen werden, ist unklar, da sie am Dienstag entweder nicht erreichbar waren oder aber dieser Zeitung nicht bekannt sind. Zudem war auch von Elisabeth Buchs, laut einem Flugblatt die Wortführerin der Kollektiveinsprecher, keine Stellungnahme erhältlich.

«Entspricht den Vorschriften»

«Die Prüfung der Unterlagen hat ergeben, dass das Bauvorhaben den aktuellen Vorschriften entspricht und die Sendeleistung alle Grenzwerte einhält. Die Standortwahl in der Arbeitszone ist richtig», schreibt das Regierungsstatthalteramt in einer Mitteilung.

Der Regierungsstatthalter hat deshalb alle Einsprachen abgewiesen und das Bauvorhaben bewilligt. Der Entscheid kann von den Einsprechern innert 30 Tagen weitergezogen werden, in nächster Instanz vor die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion.

Der Gemeindepräsident Peter Hänni steht ebenfalls hinter dem Baugesuch der Swisscom AG. Dies, weil der Gemeinderat eine Infrastruktur-Versorgungspflicht habe. Da der Standort neben dem Werkhof weder in der Wohn- noch der Landwirtschaftszone liege, habe man mit der Swisscom 2012 einen Vorvertrag für den Bau einer Mobilfunkanlage geschlossen. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 13.03.2018, 19:26 Uhr

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