Spiez

«Adrian so menschlich wie möglich»

SpiezDie Schlacht von Murten als grosses Freilichttheater auf die Bühne bringen: Das haben sich ein paar Initianten aus Murten zum Ziel gesetzt – und am Montag in Spiez die Namen der Hauptdarsteller vorgestellt.

Das Bubenberg-Denkmal und der Bubenberg-Darsteller. Joris Gratwohl posiert im Spiezer Schlosshof.

Das Bubenberg-Denkmal und der Bubenberg-Darsteller. Joris Gratwohl posiert im Spiezer Schlosshof. Bild: Markus Hubacher

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Mai und Juni des nächsten Jahres ist es soweit: Die Schlacht von Murten wird als grosses Freilichttheater mit dem Titel «1476 – Bedroht. Entschlossen. Vereint» am Originalschauplatz aufgeführt. Das haben die Initianten um Marc Wälti und die Murten Productions GmbH bereits Anfang Sommer bekannt gegeben. Dass sie gestern ins Schloss Spiez einluden, hatte zwei Gründe. Zum Ersten wurde Adrian von Bubenberg als Schlossherr von Spiez mit Verstärkung und einem Überraschungsangriff zum Helden der Murtenschlacht. Die Eidgenossen schlugen unter seiner Führung am 22.Juni 1476 das Burgunderheer unter Karl dem Kühnen.

Zum Zweiten wurden einige der vorgesehenen 15 Profischauspielerinnen und -schauspieler für die Besetzung der Rollen zu einer Lesung mit stimmiger Musik (Mich Gerber) eingeladen – und vorgestellt. Adrian von Bubenberg selbst wird vom gebürtigen Oltner Joris Gratwohl (40; bekannt aus der TV-Serie «Lindenstrasse») verkörpert: «Ich möchte ihn so menschlich wie möglich spielen», sagt der seit 10 Jahren in Köln Wohnhafte. Raphaël Tschudi, Sohn von Filmbösewicht Gilles Tschudi, wird als dessen Sohn Adrian II. zu sehen sein. Dessen zu Taten drängenden bäuerlichen Freund Matthis spielt der Thuner Jan Simon Messerli. Jaël Malli von der Schweizer Band Lunik gibt ihr Bühnendebüt als Bauernmädchen Anna. Der aus dem Showbusiness bekannte Marc «Coco» Dietrich (früher Bandmitglied von Peter, Sue und Marc) schlüpft in die Rolle des Soldaten Wilhelm.

Noch kein Karl der Kühne

Wer noch fehlt, ist der Darsteller des grossen Kontrahenten Karl der Kühne: «Wir sind noch auf der Suche», sagt Regisseur Mirco Vogelsang (47), der sich mit der Inszenierung der beiden uraufgeführten Musicals «Die schwarzen Brüder» in Schaffhausen (2007) und «Alperose – Das Musical» in Bern (2011) einen Namen gemacht hat. «Ich hätte gerne jemanden aus der Romandie. Aber es schwierig, jemanden zu finden, der auch gut Deutsch spricht.» Dazu kommen noch weitere 65 Statisten.

«Wir wollen die Murtenschlacht nicht nachspielen und keine Geschichtslektion erteilen», erklärt Mirco Vogelsang seine Absichten zum von ihm selbst verfassten Stück «1476», das Geschichte und Fiktion miteinander verbindet. «Ich will an den Menschen andocken, denn mich interessiert das Persönliche hinter den bekannten Namen», sagt Vogelsang. Und ergänzt: «Es ist ganz klar ein Schauspiel, in dem es auch einige Trinklieder geben wird.»

Georg von Erlach, der als Stiftungsrat das Erbe seiner Vorfahren weiterführt, freute sich über die Visite der Theaterleute und «1476»-Veranstalter im Schloss: «Adrian von Bubenberg war ein wichtiger Diplomat und Friedensstifter.»Svend Peternell> (Berner Oberländer)

Erstellt: 05.11.2013, 08:49 Uhr

Infobox

Vorverkauf läuft schonInformationen Die Premiere von «1476» findet am 13.Mai statt. Bis 28.Juni gibt es 32 Aufführungen, jeweils von Mittwoch bis Samstag. Die gedeckte Tribüne hat 1500 Plätze. Die Ticketpreise betragen zwischen 50 und 135 Franken. Im Gastronomiebereich werden unter anderem mittelalterliche Speisen serviert. Das Budget von «1476» beträgt 3 bis 3,5 Millionen Franken. Markus Ith von der Murten Productions GmbH zeigt Interesse an der Region Thunersee und kündet Gespräche mit Spiez Marketing AG an.hus/sp

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Bis die letzte Strähne sitzt: Eine Assistentin toupiert die Haare Donald Trumps in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Berlin. (17. Oktober 2017)
(Bild: Fabrizio Bensch) Mehr...