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7000 Kunstwerke in 70 Jahren

Ab August feiert das Kunstmuseum sein 70-Jahr-Jubi­läum. Dabei werden Beziehungsnetzwerke rund um das Museum und seine Sammlung aufgegriffen.

Aus der Sammlung des Museums: Ein Werk von Ferdinand Hodler.
Aus der Sammlung des Museums: Ein Werk von Ferdinand Hodler.
zvg

Ab dem 18. August feiert das Kunstmuseum Thun mit einer Jubiläumsausstellung sein 70-jähriges Bestehen. «Seit der Gründung der städtischen Kunstsammlung 1948 wuchs jene von einem Grundstock von etwa 50 grafischen Blättern auf ein Konvolut von beinahe 7000 Kunstwerken heran», schreibt das Museum in einer Mitteilung. Zu den Sammlungsschwerpunkten zählen bestimmt Landschaftsbilder und Pop-Art.

Ins Gewicht falle aber auch das breite Schaffen der Thuner Künstlerinnen und Künstler, heisst es weiter. In der Jubi­läumsausstellung werden die Beziehungsnetzwerke und Freundschaften zwischen Kunstschaffenden, Museumsarbeitenden und dem Publikum aufgegriffen, die über die Jahre im und rund um das Museum entstanden sind und sich in den Sammlungswerken widerspiegeln.

Der Jubiläumsanlass wird auch dazu genutzt, Kunstwerke in die Ausstellung zu integrieren, die noch nie oder seit geraumer Zeit nicht mehr öffentlich gezeigt wurden.

Anekdoten aus Kunstbetrieb

Die Kunstwerke der Sammlung werden im Blickfeld der Jahrzehnte betrachtet, beginnend im Jetzt. «Auf der Reise in die Vergangenheit stehen persönliche Geschichten und Anekdoten im Fokus, die auf vielseitige Art erzählt werden», heisst es in der Mitteilung. So wurden für die Ausstellung fünf Filme produziert, welche unter anderem die Erinnerungen von Christian Helmle wiedergeben.

Der Thuner Fotograf berichtet von einer Aktion, bei der die Kunstschaffenden 1983 eine Spur aus Mehl von der damaligen Ateliergemeinschaft in der Alten Mühle bis zum Museum im Thunerhof gezogen haben. Das rutschige und unliebsam stinkende Mehl habe nicht nur in den lokalen Medien für viel Furore gesorgt.

Die Stadt im Blickfeld

Die Reise in die Vergangenheit bringt auch immer wieder die Beschäftigungen der Kunstschaffenden mit der Stadt Thun zum Vorschein. So hatten etwa Willi Waber, Fritz Bütikofer und Knud Jacobsen in den 1950er-Jahren die Möglichkeit, im Dachstock des Thunerhofs für zehn Franken im Monat Atelierräume zu mieten. Von der damaligen Aussicht gibt es etliche Spuren im künstlerischen Schaffen.

Gelagert werden alle Kunstwerke im Depot des Museums, das für das Publikum normalerweise nicht sichtbar ist. Im Rahmen des Jubiläums bietet das Museum nun aber einen Einblick. Hier wird klar: Die Verknüpfungen hinter den Werken tragen zur Geschichte und zum Stadtbild von Thun bei.

Der Thuner Künstler und Musiker Julian Sartorius setzt hier an und lässt die Werkvielfalt im Depot auf abstrakte Weise im Museum widerhallen. Des Weiteren kreiert er eigens für die Ausstellung einen akustischen Rundgang.

Die Besuchenden werden mit einem Audioguide ausgerüstet und auf eine musikalische Reise durch die Stadt mitgenommen. Der Weg führt zu zehn akustischen Besonderheiten. Ein jeweils drei Minuten langes Musikstück lädt zum Innehalten ein. Dazu erscheint ein Songbook mit Illustrationen des Berners Jared Muralt.

Filmischer Countdown

«Um im Vorfeld auf die Ausstellung aufmerksam zu machen, wird jeden Monat eine künstlerische Position vorgestellt, welche in der Thuner Sammlung vertreten ist», schreibt das Museum. Sieben Künstlerinnen und Künstler sprechen in ihren Ateliers jeweils 70 Sekunden über ihr Kunstschaffen.

So erklärt etwa das Zürcher Künstlerkollektiv U5 sein Werk «Weltmodell» (2009), das über mehrere Monate hinweg erschaffen wurde und 2014 durch einen Ankauf in die Sammlung kam. Die Filme können auf der Website des Museums angeschaut werden.

Die Ausstellung findet vom 18. August bis zum 18. November im Kunstmuseum Thun an der ­Hofstettenstrasse 14 statt. www.kunstmuseumthun.ch

pd/jzh

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