50 Meinungen zur Integration

Zum neuen Integrationsleitbild der Stadt konnten sich Organisationen und Private in einer Onlineumfrage äussern. Es gab fünfzig Eingaben.

«Mehr als fünfzig Rückmeldungen eingetroffen»: Laut  Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) werden die Vorschläge nun ausgewertet.

«Mehr als fünfzig Rückmeldungen eingetroffen»: Laut Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) werden die Vorschläge nun ausgewertet. Bild: Patric Spahni

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Die Stadt Thun überarbeitet ihr Integrationsleitbild. Das Bisherige stammt aus dem Jahr 2005 – die konkret vorgeschlagenen Massnahmen in den Handlungsfeldern Wohnen, Bildung und Ausbildung, Arbeit, Gesundheit, Kommunikation und Verwaltung sind laut Gemeinderat nach zwölf Jahren umgesetzt oder entsprechen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Mit einer Onlineumfrage lud die Stadt einen breiten Adressatenkreis zur Mitgestaltung ein. «Es sind etwas mehr als fünfzig Rückmeldungen eingetroffen», sagt nun Gemeinderat Roman Gimmel (SVP), Vorsteher der Direktion Bildung Sport Kultur.

Die meisten davon stammen von konkret angeschriebenen Organisationen – politische Parteien, Schulen, Fachstellen, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften, Quartierleiste und Beratungsstellen. «Daneben haben sich auch einige Privatper­sonen zu den vorgeschlagenen Massnahmen geäussert», führt Gimmel aus. Die Umfrage müsse nun sorgfältig ausgewertet werden. Eine automatische statistische Auswertung zeige tendenziell eine grosse Zustimmung – «dies allerdings noch ohne Berücksichtigung der Kommentare und Anregungen».

«Fördern und fordern»

Mit einer Medienmitteilung gemeldet haben sich die SVP und die FDP, die eine gemeinsame Eingabe einreichten. Sie wollen, dass der Grundsatz «Fördern und fordern» explizit im Integrationsleitbild verankert wird. Von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern könne und müsse erwartet werden, dass sie sich aktiv um die Integration in die Gesellschaft bemühten. Davon hänge nicht zuletzt der persönliche und berufliche Erfolg der Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz ab.

«Eine automatische statistische Auswertung zeigt tendenziell eine grosse Zu­stimmung.»

Gemeinderat Roman Gimmel

«Auch der Staat und die Ge­sellschaft haben ein grosses Interesse an einer raschen, gelungenen und vollständigen Integration», halten die beiden Parteien weiter fest. Das in Thun vorhandene Integrationsangebot sei genügend. SVP und FDP wünschen sich eine bessere Kommunikation und Vernetzung der bestehenden Angebote. Auch sollten die lokalen KMU und die Sportvereine stärker in die Integrationsarbeit einbezogen werden. Personen mit ungenügenden Deutschkenntnissen seien zum Besuch von Sprachkursen zu verpflichten.

Im September in Kraft

Die aufgrund der eingegangenen Vorschläge überarbeitete Version des Integrationsleitbildes wird laut Roman Gimmel im Frühling dem Gemeinderat vorgelegt. Anschliessend folgen die redaktionelle Überarbeitung der Rahmentexte und die grafische Gestaltung. «Ziel ist nach wie vor, das überarbeitete Integrationsleitbild auf Anfang September in Kraft zu setzen – anlässlich der Eröffnung des neuen Kom­petenzzentrums Integration Thun-Oberland im Baranoffgebäude an der Uttigenstrasse 3», blickt Gimmel in die Zukunft.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.03.2018, 18:57 Uhr

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