3500 wateten durch den Schlamm

Thun

Dreck, Morast und ein lästiger Wind während der Vorbe­reitung: Sowohl die Teil­nehmer des Survival Run auf der Thuner Allmend kämpften sich durch als auch die Orga­nisatoren. Diese hätten den Anlass fast absagen müssen.

Nichts für Warmduscher: Die besten Eindrücke vom Survival Run 2017. Video: Martin Bürki

«Es war sehr kritisch während der Nacht von Samstag auf Sonntag. Der Survival Run wäre fast vom Winde verweht worden und wir hätten ihn beinahe absagen müssen», bilanzierte Stephan Ryffel, Sohn des bekannten Läufers und Organisators Markus Ryffel, am Sonntag.

Was war geschehen? «Am Sonntagmorgen mussten wir einen grossen Teil der 25 Hindernisse wieder neu aufbauen. Denn die Wetterlage war während der Nacht vor dem Anlass mehr als als kritisch», erklärte Ryffel weiter.

«Die Wetterlage war während der Nacht vor dem Anlass mehr als kritisch.»Stephan Ryffel

Deshalb erlebten für einmal auch die Survival-Organisatoren diverse «Über­lebensmomente», als sie in den frühsten Morgenstunden Hindernis für Hindernis für die rund 3500 Teilnehmenden wieder in Schuss bringen mussten.

Doch der Wettergott meinte es dann gut: Zum Startschuss der Hauptkategorie am Sonntagmittag um 12 Uhr zeigte sich Sonnenschein. Allerdings die Kälte und der Morast sorgten kurz vor Start für sorgenvolle Gedanken.

«Die kalten Schlammbäder während des Laufs sind dann wohl schon etwas unangenehm», meine Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz. Doch souverän war er und ab­solvierte voller Stolz den Sur­vival Run. Mit Beton und Tunnels – damit hat Andreas Meyer, CEO der SBB, beruflich immer wieder zu tun.

Allerdings erinnerte er sich an den letzten Lauf mit ei­nem Schmunzeln: «Letztes Jahr hatte ich die Passagen mit den Betonröhren unterschätzt. Dieses Jahr habe ich meine Technik geändert.»

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Die perfekte Welle

Die perfekte Welle oder der Hundschopf: Alle Hindernisse hatten ihren besonderen Namen. «Das kommt manchmal spontan, ist aber auch schon traditionell», verriet Stephan Ryffel gegenüber dieser Zeitung. Die Namen waren übrigens passend, denn als man die Teilnehmenden im Ziel er­lebte, hatten sie tatsächlich die «perfekte Welle» genommen. Allerdings nicht im erfrischenden Meerwasser, sondern im dreckigen Schlammwasser.

Sensationeller Konolfinger

Und der «Schlammschlachtsieg» ging sensationell in bernische Hände: Bei den Männern siegte der Konolfinger Simon Dubach. Dieser überraschte und sorgte für riesiges Staunen bei den einigen Tausend Zuschauern auf der Thuner Allmend: Die 18 Kilo­meter schaffte er in der Rekordzeit von einer Stunde und 19 Minuten. Selbst die Mediensprecherin Jennifer Steiner sagte: «Das ist fast unglaublich.» Bei den Frauen siegte schon zum vierten Mal Brigitta Mathys aus Dietigen.

Man muss bereit sein

Dass übrigens dieser Lauf mit Hindernissen kein gesundheitliches Risiko war, bewies die Bilanz am Schluss des Anlasses: «Wir hatten kaum Probleme. Vergleiche ich es mit anderen, normalen Strassenläufen, ist der Survival Run nicht mit einem ­höheren Unfallrisiko behaftet», so Markus Ryffel.

Im Gegenteil, denn beim Survival Run würden die Gruppendynamik und die gemeinsame Motivation eine Rolle spielen. «Man bereitet sich gemeinsam vor und unterstützt sich», sagte Markus Ryffel und ergänzte: «Das Durchschnittsalter war 29 Jahre. Das zeigt, dass die jüngere Generation noch anderes tut, als sich in der stillen Kammer nur mit den Onlinemedien zu beschäftigen.»

Thuner Tagblatt

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