220 Wohnungen und Läden für 120 Millionen Franken

Steffisburg

Bis Ende 2022 sollen im Ober- und im Unterdorf 220 neue Wohnungen und Tausende Quadratmeter Ladenfläche entstehen. HRS Real Estate AG und Migros Aare investieren rund 120 Millionen Franken.

So soll die Überbauung an der Scheidgasse in Steffisburg aussehen.

So soll die Überbauung an der Scheidgasse in Steffisburg aussehen.

(Bild: zvg)

Marco Zysset@zyssetli

Auch wenn er sich alle Mühe gab – sowohl an der Medienkonferenz von gestern Vormittag als auch an der Sitzung des Grossen Gemeinderates (GGR) am frühen Abend (vgl. Kasten) –, cool und unaufgeregt durch die Anlässe zu führen: Der Stolz und die Zufriedenheit waren Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) an den ­Augen abzulesen. Endlich konnte er der Öffentlichkeit verkünden, dass die beiden Grossprojekte im Ober- und im Unterdorf auf die Zielgerade eingebogen sind.

Abrissarbeiten ab April

Schon in den nächsten Wochen fahren die ersten Baumaschinen auf, um das alte Landi-Gebäude abzubrechen; ebenso eine erste Häusergruppe an der Unterdorf- und der Austrasse. Sie machen den Weg frei, damit – sofern alles nach Plan läuft– ab Anfang 2019 die geplanten Neubauten an der Scheidgasse im Oberdorf und am Dükerweg im Unterdorf realisiert werden können.

Ziel ist, dass bis Ende 2022 insgesamt 220 Wohnungen, mehrere Tausend Quadratmeter Laden- und Gewerbefläche sowie zum Teil öffentliche Parkhäuser bezogen und in Betrieb sind. Insgesamt investieren die HRS Real Estate AG und die Genossenschaft Migros Aare in den zwei Gebieten rund 120 Millionen Franken – 40 im Ober- und 80 im Unterdorf.

Breit abgestütztes Projekt

Angesprochen auf die lange und komplexe Geschichte beider Projekte, sagte HRS-CEO Martin Kull: «Wenn eine Planung wie im Fall des Gschwend-Areals 40 Jahre dauert, ist das schon etwas ­speziell.» Grundsätzlich sei man aber heute komplexe Planungen gewohnt. Und: «Das gibt uns die Chance, ein Projekt aufzugleisen, das breit abgestützt ist – so wie hier.» Kull betonte namentlich den «vielseitigen Mix» an Wohnungen, der geplant sei; mit einem Grossteil Mietwohnungen, aber auch Eigentumswohnungen am Dükerweg entlang der Zulg. Ein Bereich übrigens, in dem auch Erholungssuchende am Wasser profitieren: Neu wird das linke Zulgufer hinter dem heutigen Gschwend-Areal über einen Weg zugänglich sein.

Auch Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Migros Aare, betonte, wie wichtig die Projekte nicht nur für die beiden Firmen als Investoren, sondern auch für die Bevölkerung seien. «Deshalb wollen wir helfen, mit der Erneuerung des Ladens im Oberdorf die lokale und mit dem ­neuen Laden im Unterdorf die regionale Versorgung sicherzustellen», sagte der gebürtige Steffisburger. So wird die Migros im Oberdorf weiterhin einen Supermarkt mit rund 760 Quadratmetern Verkaufsfläche plus Flächen für Mieter anbieten. Im Unterdorf sind 1800 Quadratmeter für den Supermarkt geplant, 450 Quadratmeter für ein Migros-Restaurant sowie weitere gut 3000 Quadratmeter Fläche für andere Läden.

Noch gibt es Hürden

Noch müssen die Projekte freilich einige planerische Hürden nehmen. Für beide müssen jeweils die Überbauungsordnung sowie das Baugesuch publiziert und genehmigt werden; in all diesen Verfahren besteht die Möglichkeit von Einsprachen. «Wir haben ein Planungsverfahren hinter uns, in dem sich die Be­völkerung intensiv einbringen konnte», sagte Jürg Marti, «und das Volk hat namentlich am Dükerweg ebenfalls ein deutliches Wort gesprochen.» Sollte es aber Einsprachen geben, werde man diese «selbstverständlich mit der gebotenen Sorgfalt prüfen und bearbeiten»

Berner Zeitung

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