Kampf und Komik am Tag der Arbeit

Thun

Gegen die Spaltung in der Gesellschaft, gegen ungerechte Löhne: Zum Tag der Arbeit betonten linke und grüne Politiker auf dem Thuner Rathausplatz die Bedeutung von Solidarität und Gerechtigkeit.

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«Wir dürfen uns nicht spalten lassen», mahnte Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne) gestern auf dem Rathausplatz. Denn in der Schweizer Gesellschaft finde tatsächlich eine Spaltung statt – zwischen Armen und Reichen, solchen, die Arbeit hätten und solchen, die keine hätten, zwischen solchen mit Schweizer Pass und solchen ohne. Einen weiteren Axtschlag erkennt er in der Asylgesetzrevision, worüber das Schweizer Volk am 9.Juni abstimmen wird. «Sie schikaniert echte Flüchtlinge.»

Lockere Zwischentöne

Für den nächsten Redner, den Satiriker Thomas Melone, gabs dringlichere Probleme: «Heimberg ist der hässlichste Ort im Universum», sagte er provokativ. Er sprach den umgestalteten Verkehrskreisel bei den Einkaufszentren an, in dessen Mitte kürzlich die grosse Pappel einem künstlichen Riesenkristall weichen musste. «Vielleicht ist es ganz gut, dass die Tour de Suisse nicht durch Thun fahren darf. Spätestens bei diesem Kreisel wäre es den Fahrern schlecht geworden.» Er spannte den Bogen zum Entscheid der Stadt Thun vom vergangenen Herbst, sieben Überwachungskameras zu installieren. «0,0032 Prozent der Fläche Thuns sind nun überwacht, die Stadt ist viel sicherer geworden», sagte er ironisch.

«Vergoldete Aktionäre»

Kampf statt Komik war wiederum das Motto von SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen. Der Kampf gegen ungerechte Löhne, gegen die Schweizer Post, die sich durch die Schliessung ihres Logistikzentrums in Ostermundigen nicht an ihren Leistungsauftrag des Bundesrates halten würde, der Kampf gegen Aktionäre: «Die vergoldeten und steuerfreien Aktionäre sollten abgeschafft werden», sagte Nellen.

Auch Vania Alleva, Co-Präsident der Unia, schlug kritische Töne an. «Die Lohnschere geht weiter auseinander, die Armen werden ärmer. Doch jede und jeder Arbeitnehmende soll am Erfolg, zu dem er oder sie beigetragen hat, teilhaben», sagte Alleva. Die wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten, die herrschen würden, seien kein Naturgesetz, sagte sie weiter und betonte die Bedeutung von aktuellen Initiativen wie der 1:12- und der AHV-plus-Initiative: «In den nächsten Wochen und Monaten stehen Entscheidungen an, die einen grossen sozialen Fortschritt in der Schweiz bringen könnten.»

Thuner Tagblatt

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