Zum Hauptinhalt springen

Thun verteidigt in der Zürcher Kälte das 0:0

FussballZürich - Thun –

Die Thuner hatten es in der Schlussphase gegen den FC Zürich nicht mehr eilig. Goalie David Da Costa liess sich mit dem Abschlag Zeit und wartete auf den Abpfiff. Das 0:0 im Letzigrund war ihm und seinen Teamkollegen genug. Fünf Punkte hat der Aufsteiger damit aus den drei Partien gegen die drei Tabellenersten Basel, Luzern und eben Zürich geholt. «Das Unentschieden ist okay so. Ich bin zufrieden», fand Thuns Coach Murat Yakin. Seine Mannschaft hatte äusserst sicher verteidigt, in der Offensive offenbarte sie diesmal aber so einige Mängel. Der meistens hart erkämpfte Ballbesitz wurde rasch preisgegeben. Die wenigen Situationen in Tornähe endeten zu oft ergebnislos. Wegen der Gelbsperre gegen Rechtsverteidiger Benjamin Lüthi trat Thun in der Abwehr mit einer Dreier- statt wie gewohnt mit einer Viererkette an. Nicolas Schindelholz, der für Lüthi auflief, übernahm die Position halbrechts in der Verteidigung. 59:41 Prozent Ballbesitz wurden bis Spielende zugunsten der Zürcher gemessen. «Wir traten aber nicht mit dem gleichen Schwung und Druck auf wie in den Partien zuvor», sagte FCZ-Coach Urs Fischer. Und so wurde es für das Publikum eine wenig dynamische Angelegenheit. 8800 waren es, die bei klirrender Kälte den Weg in den Letzigrund fanden. Im Schnitt sind es 2500 Zuschauer mehr, die in dieser Saison die Heimspiele der Zürcher besuchen. Der FCZ versucht sich ja nicht erst seit der grossen Krise der Grasshoppers als Vorzeigeklub der grössten Schweizer Stadt zu profilieren. Wie erfolgreich das ist, zeigte sich auch gestern: Vor dem Spiel stellte der Stadionsprecher ein eben erschienenes dickes Buch vor, das die Geschichte des Klubs von der Gründung 1896 bis zur Gegenwart beschreibt. Die Popularität des FCZ macht auch vor Tieren nicht halt. Bei einer Auktion einer Schweizer Fotoagentur wurde am Freitagabend das Porträt von Kookie, dem Schäferhund der FCZ-Präsidentenfamilie Canepa, für 900 Franken ersteigert. Zwei Chancen als Ausnahme Kookie durfte gestern zu Hause bleiben, während sein Herrchen Ancillo Canepa wie gewohnt auf der Trainerbank Platz nahm. Seinen Auftritt hatte der Zürich-Präsident vor Spielbeginn, als er Verteidiger Alain Rochat einen mächtigen Blumenstrauss überreichte. Rochat, der vor seinem FCZ-Engagement für YB spielte, wechselt in der Winterpause in die nordamerikanische Profiliga MLS, nach Vancouver. Ob Rochat sein letztes Heimspiel in der Super League in bleibender Erinnerungen behält, ist fraglich. Zu unspektakulär war der Verlauf der Begegnung. Die Ausnahme bildeten je eine hochkarätige Torchance auf jeder Seite. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs scheiterte Thuns Stefan Glarner nach einem langen Pass frei stehend an FCZ-Goalie Andrea Guatelli. Und in der 75.Minute war es dann der Zürcher Adrian Nikci, der aus fast gleicher Position vorbeischoss. «Glarner und Nikci hatten den Treffer auf dem Fuss, den die Partie gebraucht hätte», sagte Urs Fischer. Sein Gegenüber Yakin musste sich vor den Medien gegen den Vorwurf wehren, er habe sein Team zu defensiv eingestellt und lieber die Niederlage verhindert, als den Sieg zu suchen. «Wir wussten um das Zürcher Potenzial in der Offensive», verteidigte sich Yakin, «wir versuchten, so viel zu erreichen wie möglich. Wenn Glarner seine Chance nutzt, liegt der Sieg drin.» Dann verabschiedeten sich Yakin und Fischer herzlich voneinander. Die Ex-Profis kennen sich aus vielen Duellen, die zwei nächsten finden in der Rückrunde statt. Vor der Winterpause bestreitet Fischer mit Zürich noch den Spitzenkampf in Luzern, während Yakin und der FC Thun Bellinzona empfangen. «Wenn wir dieses Spiel gewinnen, haben wir aus der Vorrunde fast das Optimum herausgeholt», sagte Thuns Coach. Alexander Wäfler>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch