Zum Hauptinhalt springen

Thun verschläft erste Halbzeit

FC thunIndividuelle Fehler haben den FC Thun im Heimspiel gegen Zürich Punkte

Die Sommerzeit des FC Thun begann mit einer Stunde Verspätung. Das Wetter am gestrigen Nachmittag war wunderschön und der Rasen im Lachenstadion erstmals in diesem Jahr grün – und deutlich weniger holprig als zuletzt. Die Thun-Spieler aber waren noch im Winterschlaf. In der 5.Minute trugen die Gäste aus Zürich einen Angriff zügig vor. Eine lange Flanke erreichte Adrian Nikci. Dieser köpfelte unbedrängt in die Mitte zu Armine Chermiti, welcher flankiert von der Thuner Innenverteidigung aufs Tor zog, um mühelos das 0:1 zu erzielen. In der 17.Minute legte sich Ludovic Magnin den Ball zum Freistoss – 30 Meter vom Tor entfernt. «Ich habe gesehen, dass der Torhüter auf eine Flanke spekuliert, und habe beschlossen, direkt aufs Tor zu schiessen», sagte der Zürcher Aussenverteidiger. Der Versuch landete zum 0:2 im Tor. Thuns Torhüter David Da Costa nahm den Gegentreffer auf seine Kappe und bilanzierte: «Wir haben Zürich mit drei individuellen Fehlern den Sieg geschenkt. Diese Fehler müssen wir sofort abstellen.» Penalty-Ärger Mit dem Zweitorerückstand kamen die Thuner langsam in die Aufwachphase. Einen Aussetzer hatte vor der Pause einzig noch Nick Proschwitz. Er wurde im Strafraum gefoult, legte sich den Ball zum Penalty gleich selber zurecht und scheiterte am FCZ-Schlussmann Leoni. Proschwitz war als Penaltyschütze gar nicht vorgesehen, und Trainer Murat Yakin sagte, dass das Vorgehen des Deutschen intern besprochen werde. «Ich mag Spieler, die Verantwortung übernehmen, aber dann muss der Ball ins Tor.» Abgemacht war, dass Stipe Matic einen allfälligen Strafstoss auszuführen habe. Das «Penaltyglück» beim FC Thun entwickelte sich langsam zum Drama. In der Meisterschaft landeten in dieser Saison von fünf Versuchen lediglich zwei Bälle im Tor. Oscar Scarione war jeweils erfolgreich, der Argentinier spielt aber bekanntlich nicht mehr in Thun. Hinzu kommen drei verschossene «Elfer» aus dem Penaltyschiessen im Cupviertelfinal gegen Xamax. Dem FC Thun fehlt offensichtlich ein kaltblütiger Vollstrecker. Murat Yakin beklagte nach dem Spiel einmal mehr die fehlende Effizienz seiner Männer. Und damit ist auch gesagt, dass der FC Thun in der zweiten Halbzeit eigentlich vorzüglich auf den Rückstand reagierte. Bereits in der 49.Minute erzielte Markus Neumayr nach schöner Vorarbeit Dario Lezcanos das Anschlusstor. In den folgenden Minuten bestürmten die Berner Oberländer das gegnerische Tor – erfolglos allerdings. Es waren schliesslich die Zürcher, die zeigten, was Effizienz bedeutet. Nach einer langen Flanke von Dusan Djuric enteilte Nikci seinem Bewacher Thomas Reinmann und beförderte den Ball per Kopf ins Thuner Tor. Der Meisterschaftszweite hatte mit der dritten Torchance das dritte Tor erzielt. Entschieden war das Spiel damit aber immer noch nicht. In der 81.Minute verkürzte Timm Klose nach einem Eckball Benjamin Lüthis auf 2:3. Thun hoffte nochmals auf den Ausgleich, versuchte offensiv vieles und holte nichts Zählbares heraus. Kein Wunder, war am Ende nur der Zürich-Trainer Urs Fischer zufrieden. «Es ist nicht einfach, in Thun zu gewinnen. Das Team verfügt über eine starke Defensive, aber wir haben drei Tore erzielt. Das spricht für unsere Qualität.» Nicht für den FC Thun spricht, dass die normalerweise starke Defensive gestern zu oft patzerte. Es zeigte sich dabei auch, dass das Spielerkader nicht eben breit abgestützt ist. Der gesperrte Roland Bättig als defensiver Organisator wurde am sommerlichen Nachmittag in Thun vermisst. Die individuellen Aussetzer hätte allerdings auch er nicht verhindern können. Stephan DietrichTelegramm/Tabelle Seite 26;Fussball Analysen und Hintergründe zum FC Thun. www.fcthun.thunertagblatt.ch>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch