Zwei Thuner Grossratspräsidenten in Folge, zwei Feiern in der Stadt

Das gabs in Thun noch nie: Läuft alles nach Plan, wird Thun 2015 mit Marc Jost (EVP) und 2016 mit Carlos Reinhard (FDP) den Grossratspräsidenten stellen. Für Stadtschreiber Bruno Huwyler ist klar: «Das ist eine Chance, Thun im Kanton zu präsentieren.» Kosten werden die Feiern gegen 100'000 Franken.

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Es war denkbar knapp – aber schliesslich wurde der Thuner Grossrat Carlos Reinhard (FDP) doch noch zum zweiten Vizepräsidenten des kantonalen Parlaments gewählt. Er erhielt 71 von 141 gültigen Stimmen (wir berichteten). Damit ist klar: Läuft alles nach den üblichen Gepflogenheiten im Grossen Rat, wird die Stadt Thun gleich zweimal in Serie den höchsten Berner stellen.

Erster Vizepräsident ist nämlich Marc Jost (EVP) – er ist designierter Grossratspräsident des Jahres 2015. Im Jahr darauf wird Carlos Reinhard nachfolgen. Das hat auch Auswirkungen auf die Stadt: Die Tradition will es nämlich, dass der Wohnort des Parlamentspräsidenten die Feier zur Amtseinsetzung durchführt.

Ist es für Thun mehr Bürde oder Ehre, dass dies gleich zweimal nacheinander geschehen wird? «Definitiv mehr Ehre», betont Stadtschreiber Bruno Huwyler. «Eine solche Feier ist immer auch eine gute Gelegenheit, die Stadt im Kanton zu präsentieren.» Eine solche Chance müsse Thun nutzen. Und Huwyler fügt an: «Es ist Sache des Grossen Rats, wen er zum Präsidenten wählt. Aber wir freuen uns natürlich, wenn Thuner ein so hohes Amt übernehmen.»

Bis zu 50'000 Franken pro Fest

Der Thuner Stadtschreiber hat bereits einige Abklärungen vorgenommen, was die beiden Feiern betrifft. «Es handelt sich jeweils um grosse Anlässe mit rund 350 bis 500 Gästen», sagt Bruno Huwyler. Eine entsprechende Liste von einzuladenden Personen werde vom Kanton sowie vom Gefeierten selber ausgehändigt. «Es gibt keine Regel, wie das Fest genau organisiert wird, und wer was bezahlt», führt Huwyler aus. Die ständige Praxis sehe aber offenbar so aus, dass die Standortgemeinde bei der Organisation stark mithelfe – und die Feier de facto auch bezahle. Pro Fest müsse mit Kosten von 40'000 bis 50'000 Franken gerechnet werden.

Protokollarische Vorgaben

Die Vorbereitungen auf das Fest 2015 beginnen bereits heute – mit einer Sitzung mit Marc Jost. «Wir wollen schauen, was er für Vorstellungen und Anliegen hat und wie sich seine Partei an der Organisation beteiligen kann», erklärt Huwyler. Gewisse protokollarische Vorgaben bestehen: So werden traditionsgemäss der Regierungspräsident, der Stadtpräsident, der Fraktionspräsident der Partei des Geehrten, die abtretende Grossratspräsidentin und Jost selber zum Publikum sprechen. Die Ehrenformation des Kantons wird ebenfalls anwesend sein – ein Ehrensalut ist aber laut Huwyler fakultativ.

Aufnahme ins Budget 2015

Eine grosse Organisation muss für die Feiern in Thun nicht aufgebaut werden, betont Bruno Huwyler: «Die Stadtkanzlei erledigt das im Rahmen ihrer normalen Aufgaben.» Und der Stadtschreiber führt weiter aus: «Wir werden die erforderlichen finanziellen Mittel nun im Voranschlag 2015 einstellen. Der Stadtrat wird dann im Rahmen der Behandlung des Budgets entscheiden.»

Thuner Tagblatt

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