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Zwei Antennen sind eine zu viel

Sie hatten den Widerstand bereits aufgegeben. Trotzdem können die Natelantennen-Gegner in Heimberg nun aufatmen: Die geplante Tele2-Anlage an der Bernstrasse wird nicht gebaut. Grund ist der Verkauf des Telekomanbieters.

Selten löst sich ein Problem von selbst. In Heimberg ist dies aber für einmal der Fall: Die geplante Natelantenne an der Bernstrasse 247, die in der Vergangenheit immer wieder für rote Köpfe sorgte, wird nicht gebaut. Und das, obwohl seit Monaten eine rechtsgültige Baubewilligung vorliegt und die ungeliebte GSM-Antenne eigentlich schon längst stehen sollte. Ursprünglich hatte Tele2 den Baustart für Frühsommer 2008 geplant, diesen dann allerdings immer wieder verschoben. Der Grund: 2008 steckte die Telekomgesellschaft mitten in Verkaufsverhandlungen mit ihrer Konkurrentin Sunrise. Vergangenen Sommer entschied Tele2, den Bau sämtlicher in der Schweiz geplanter Mobilfunkantennen bis zum Abschluss der Verhandlungen vorübergehend auf Eis zu legen (wir berichteten). Sunrise hat kein InteresseInzwischen ist der Verkauf über die Bühne gegangen, im November 2008 wurde Tele2 von Sunrise übernommen – ein 50 Millionen Franken schwerer Deal, der auch für die 6000-Seelen-Gemeinde Heimberg Konsequenzen hat. «Wir haben nach der Übernahme sämtliche ausstehenden Bauprojekte unter die Lupe genommen», erklärt Roger Schaller, Mediensprecher der neuen Tele2-Eigentümerin. Das Ergebnis: Sunrise hat am Bau der Tele2-Antenne in Heimberg kein Interesse mehr. Denn kaum 100 Meter entfernt, an der Bernstrasse 240 in Steffisburg, betreibt Sunrise bereits eine andere Antenne. «Vorläufig sehen wir deshalb keine Notwendigkeit, eine weitere Anlage in unmittelbarer Nähe zu bauen», sagt Schaller.Späte GenugtuungFür zahlreiche Anwohner bedeutet der Entscheid Erleichterung. Manfred Henggi beispielsweise hat Anfang 2008 gemeinsam mit rund 20 weiteren Anwohnern eine Sammeleinsprache eingereicht. Die Gemeinde wies sie jedoch ab und erteilte heute vor einem Jahr die Baubewilligung (wir berichteten). Nach dieser Abfuhr mochten die Antennen-Gegner nicht mehr weiterkämpfen. «Durch alle Instanzen zu gehen, hätten wir uns finanziell nicht leisten können», erklärt Henggi. Dass die GSM-Antenne nun – trotz des aufgegebenen Widerstandes – nicht gebaut wird, sei eine besondere Genugtuung. Ähnlich sieht es auch Verena Haas. Die Handy-lose Anwohnerin hatte im Herbst 2007, als das Baugesuch publiziert wurde, den Abstand zur bereits bestehenden Sunrise-Antenne scharf kritisiert. «Die geringe Entfernung zwischen den beiden Standorten ist schlicht unverhältnismässig», so Haas damals in dieser Zeitung. Heute sei sie stolz, dass auch die neue Tele2-Besitzerin das einsehe. «Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.»Auch Gemeinde zufriedenÜber den Entscheid von Sunrise sind aber nicht nur Anwohner und Einsprecher glücklich. Pikanterweise zeigte sich gestern auch die Gemeinde Heimberg, die vor einem Jahr die Baubewilligung selbst erteilt hatte, zufrieden. «Uns waren damals die Hände gebunden. Die Anlage erfüllte alle bau-, planungs- und umweltrechtlichen Anforderungen», sagt Bauverwalter Rolf Gurtner. Man habe deshalb vor einem Jahr gar keine andere Wahl gehabt, als die Baubewilligung zu erteilen. «Wir sind aber nicht unglücklich, wenn die Antenne nun nicht gebaut wird», gestand gestern Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger (SVP). «Je kleiner die Strahlenbelastung für die Anwohner, desto besser.»

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