Wolf und Luchs stehen im Fokus

Thun

Seit 79 Jahren treffen sich Jäger aus dem ganzen Kanton zum Oberländer Pelz- und Fellmarkt. In einer Woche laden die Grünröcke zur 80. Auflage. Zum Jubiläum stehen am grössten Jägeranlass der Schweiz heuer Wolf und Luchs im Mittelpunkt.

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«Wir wollen zum Jubiläum ein aktuelles Thema angehen», sagte Fred Bohren, OK-Präsident des Oberländer Pelz- und Fellmarkts, gestern vor den Medien. Grund genug für die Organisatoren, im Rahmen der 80.Auflage des grössten Fellmarkts im Kanton Bern in der Thuner Innenstadt Wolf und Luchs in den Mittelpunkt zu stellen. Mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion im Vorfeld sollen vorgefasste Meinungen zu Grossraubtieren ins rechte Licht gerückt werden (siehe Box «Podiumsabend»).

«Das Spannungsfeld rund um Wolf und Luchs ist gegenwärtig gross», betonte der OK-Präsident. Dem Thema Grossraubtiere wird sich am Pelz- und Fellmarkt vom kommenden Samstag ebenso die Naturausstellung im Thuner Rathaus widmen. Die Organisatoren erwarten dann gegen 3000 Grünrocke aus dem ganzen Kanton Bern in der Thuner Innenstadt.

«Mit dem Markt wollen wir der Jagdtätigkeit ein Gesicht geben und auch die nicht jagende Bevölkerung ansprechen», erläuterte Fred Bohren. Der Anlass sei aber ebenso ein Dankeschön an die Jäger. «Sie sollen spüren, dass sie in Thun willkommen sind», betont er. Der OK-Präsident erwartet denn auch eine ordentliche Auffuhr an Fuchsbälgen, zumal die Preise für die Beute aus heuriger Jagd voraussichtlich nur unwesentlich unter denjenigen aus dem Vorjahr liegen dürften. «Die Nachfrage nach Fuchsbälgen aus hiesiger Jagd ist in den letzten Jahren nachweislich gestiegen», so der OK-Präsident weiter.

Aufruf des Frauenvereins

Ins Leben gerufen wurde der Pelz- und Fellmarkt im Januar 1934 durch einen Aufruf des Frauenvereins Thun. Der Verein richtete damals einen Appell an die Thuner Bevölkerung für Spenden an die Armen der Stadt. Der Aufruf bewirkte, dass die Bevölkerung begann, mit unterschiedlichen Aktivitäten die Wirtschaft anzukurbeln, und er animierte den damaligen Thuner Büchsenmacher Hans Grunder senior dazu, den Pelz- und Fellmarkt zu gründen.

Am ersten Markt 1934 wurden 404 Fuchspelze aufgeführt und für einen schönen Balg bis zu 40 Franken bezahlt. Die bislang grösste Auffuhr erlebte der Markt 1970. Damals wurden in Thun 1700 Fuchsbälge gehandelt. Zum Vergleich:Im vergangenen Jahr setzte der Markt 1300 Pelze zum Preis von rund 25 Franken um.

Nebst dem Pelz- und Fellhandel steht ebenso eine Trophäenschau im Hotel Freienhof auf dem Programm. «Es werden über 500 Jagdtrophäen zu sehen sein», erläuterte Fred Bohren. Abgerundet wird das Programm mit einer Gemäldeausstellung der Wildtiermaler Tatiana und Angelo Gambron aus Kandersteg und Markus Binggeli aus Thun sowie einem Konzert von Jagdhornbläsern.

Berner Zeitung

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