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Wo man Stars für 45 Franken hört

Das Winter-Klassik-Festival Sommets Musicaux de Gstaad senkt die Eintrittspreise. Gewissermassen als Geschenk zum Zehn-Jahr-Jubiläum. Und feiert ab Freitag mit vielen Jungtalenten und fünf Orchesterformationen.

Ein grosser Star inmitten aufbrechender Jugend: Die Pianistin Leonskaja wird am 2. Februar in der Kirche Rougemont ein Highlight sein.
Ein grosser Star inmitten aufbrechender Jugend: Die Pianistin Leonskaja wird am 2. Februar in der Kirche Rougemont ein Highlight sein.
zvg

Man reibt sich erstaunt die Augen. Beim Namen Gstaad fallen einem nicht grad als Erstes Günstigtarife und Supermarkt-Preise ein und auf. Und an Konzerten der beiden namhaften Festivals im Saanenland – Menuhin im Sommer, Sommets Musicaux de Gstaad (SMG) im Winter – sind stattliche Preise die Norm. Ausgerechnet zum Zehn-Jahr-Jubiläum senkt nun das Winter-Klassikfestival seine Preise. Man glaubt es kaum: Klavierstars wie Elisabeth Leonskaja (2.2.), Nicolay Lugansky (31.1.) und Stephen Hough (1.2.) sind für 45 und 25 Franken live zu erleben!

Rougemont als Kontrapunkt

Thierry Scherz, seit Anbeginn des Festivals künstlerischer Leiter, erklärt diese attraktiven Tickettarife mit dem Ort – in der Kirche Rougemont – und der Anpassung an die Preisstrukturen des dortigen Festivals für alte Musik, La Folia. «Die Kirche Rougemont ist traumhaft schön und eignet sich bestens für Klavier-Rezitals», schwärmt Scherz. «Da senken wir lieber die Preise und locken dafür die Leute an.» Diese haben im übrigen die Gelegenheit, den Künstlern anschliessend gegen 21.30 Uhr im Café Cerf bei Fondue und Raclette (für einen Preis von 58 Franken) zu begegnen. «Rougemont ist ein willkommener Kontrapunkt des Festivals. Hier kann man mit Jeans und Pulli ins Konzert», hält Scherz eine weitere Besonderheit fest.

Hinzu kommt, dass die Kulturszene Obersimmental-Saanenland-Pays d’Enhaut das Patronat des Konzerts vom 31. Januar innehat. Am 2. Februar greift die Loterie Romande finanziell unter die Arme. «Wir haben Partner, die uns diese Konzerte mitfinanzieren», lobt der künstlerische Leiter und Direktor der Plattenfirma Claves, der je zu 50 Prozent diese beiden Tätigkeiten ausübt und sich als ausgebildeter Kulturmanager voll ausleben kann.

Budget bei einer Million

Als nicht selbstverständlich betrachtet der Vater von Zwillingen im Alter von dreieinhalb Jahren, dass der Hauptsponsor, die Privatbank Edmond de Rothschild, dem Festival seit den Anfängen die Treue hält – und auch für die Zukunft keine anderen Absichten signalisiert hat. Finanziell stehen die SMG gut da. Das Budget hat sich seit Beginn bei rund einer Million Franken eingependelt (mit Schwankungen um die 100000 Franken nach oben und unten), wobei rund 400000 Franken der Kunst zugute kommen.

Akzeptiert und unterstützt

Finanziert wird das Festival zu 60 Prozent aus dem Sponsoring, 22 Prozent steuern die Ticketeinnahmen bei, 10 Prozent stammen von Gönnern, 8 Prozent machen die Subventionsbeiträge aus. Die Gemeinde Saanen hat einen ausserordentlichen Beitrag von 18000 auf 45000 Franken erhöht, was «eine enorme Hilfe für uns ist», so Scherz (37). Gstaad-Saanenland Tourismus (GST) leistet einen jährlichen Anteil von 8000 Franken. Scherz weiss die Akzeptanz und Unterstützung von GST zu schätzen. Die Loterie Romande ist mit 10000 Franken pro Jahr dabei. «Alle Konzerte in der Kapelle sind von lokalen Betrieben oder Privaten gesponsert», erläutert Scherz.

Preissenkungen auf die Eintrittskarten werden auch in den Konzerten der Kirche Saanen gewährleistet. «Besonders in der dritten Kategorie mit 90 Franken war ein spürbarer Besucherrückgang feststellbar. Der Eintrittspreis wird jetzt auf 70 Franken herabgesetzt. Wir hoffen», so Scherz, «durch eine höhere Auslastung gleiche Zahlen zu erreichen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass dieses Mal in Saanen die ganz grossen Namen nicht dabei sind – das macht preislich nicht so viel aus.»

Von den Sitzen reissen

Die Augen reiben will man sich am heurigen Festival nicht nur der Preise wegen. Das Gebotene soll von den Sitzen reissen. Und da gibt es auch weniger grosse Namen , die durchaus dazu fähig sein werden.

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