Wird das Ferienheim zur Asyl-Notunterkunft?

Ringgenberg

Das ehemalige Ferienheim der Heilsarmee in Ringgenberg soll bis spätestens Ende Monat Unterkunft für bis zu 80 Asylsuchende werden. Nächste Woche will die Gemeinde ihre Bürger orientieren.

Werden im ehemaligen Ruhe- und Gästehaus in Ringgenberg bald Asylsuchende untergebracht werden? Dies plant der Kanton in Zusammenarbeit mit der Heilsarmee.

Werden im ehemaligen Ruhe- und Gästehaus in Ringgenberg bald Asylsuchende untergebracht werden? Dies plant der Kanton in Zusammenarbeit mit der Heilsarmee.

(Bild: Monika Hartig)

«Die Heilsarmee hat dem Kanton auf Anfrage angeboten, das ehemalige Ruhe- und Gästehaus in Ringgenberg kurzfristig als Asyl-Notunterkunft zur Verfügung zu stellen und zu betreuen.» Dies teilt die Polizei- und Militärdirektion in ihrem Pressecommuniqué vom Montagnachmittag mit.

Für 60 bis 80 Asylsuchende

Die Zahl der nach Europa und in die Schweiz einreisenden Asylsuchenden sei in den letzten Wochen massiv angestiegen, und für den Kanton Bern sei es deshalb immer schwieriger geworden, für die ihm vom Bund zugewiesenen Asylsuchenden genügend Unterkünfte bereit zu stellen: In den kantonsweit 26 Kollektivunterkünften seien derzeit alle verfügbaren Plätze belegt. Deshalb plane die Flüchtlingshilfe der christlichen Freikirche, 60 bis 80 Personen in ihrem ehemaligen Ferienheim unterzubringen.

Braucht es Baubewilligung?

Das Amt für Migration und Personenstand (MIP) hat die Gemeindebehörden von Ringgenberg letzte Woche über die Bereitschaft der Heilsarmee informiert. Die Gemeinde und das Regierungsstatthalteramt klären momentan ab, ob das seit Ende letzten Jahres geschlossene Ferienheim – analog zum Ferienhaus in Aeschiried – ohne Baubewilligungsverfahren in eine Asyl-Notunterkunft umgenutzt werden kann. Die Gebäudeversicherung wird diese Woche festlegen, ob Brandschutzmassnahmen erforderlich sind.

Baldmöglichst Orientierung

Am Mittwochabend wird der Ringgenberger Gesamtgemeinderat vom MIP und der Heilsarmee im Detail über den vorgesehenen Betrieb informiert. «Und nächste Woche – voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag – wollen wir dann an einer öffentlichen Informationsveranstaltung auch unsere Bevölkerung orientieren», sagt der Ringgenberger Gemeindepräsident Hans Ulrich Imboden auf Anfrage. Bereits informiert seien die Nachbarn des ehemaligen Ferienheims. Gross Freude sei dabei natürlich nicht aufgekommen. «Aber uns ist wichtig, dass unsere Bürger durch offene und ehrliche Kommunikation wissen, was auf sie zukommt», so Imboden.

Einzug schon Ende Juli

«Der genaue Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Notunterkunft steht noch nicht fest. Angesichts des grossen Zustroms an Asylsuchenden und des Mangels an Unterkünften haben der Kanton und die Heilsarmee aber ein sehr grosses Interesse daran, dass dies möglichst rasch erfolgt», verlautet aus der Medienmitteilung der Polizei- und Militärdirektion. Das «möglichst rasch» fasst Gemeindepräsident Hans Ulrich Imboden wie folgt zusammen: «Das Ganze ist überaus dringend; der Einzug der Asylsuchenden soll bereits Ende Juli erfolgen.»

Auch auf die Frage über eine möglicherweise nötige Baubewilligung weiss Imboden eine Antwort: «Im Moment werden die Brandschutzeinrichtungen geprüft. Wenn diese nicht in grösserem Umfang abgeändert werden müssen, braucht es keine Baubewilligung.»

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