«Wir stellen dem FCT die Arena weiterhin zur Verfügung»

Thun

Thomas Gruber löst Carlos Reinhard als Präsident der Genossenschaft Arena Thun ab. Die Stadionbesitzerin verhandelt mit dem FC Thun weiterhin über die Höhe der Stadionmiete.

«Wir stellen dem FC Thun keinen Blankocheck aus», sagt Thomas Gruber.

«Wir stellen dem FC Thun keinen Blankocheck aus», sagt Thomas Gruber.

Stefan Geissbühler

Auswechslung an der Spitze der Genossenschaft Arena Thun: Nach dem im Juni dieses Jahres angekündigten Rücktritt von Carlos Reinhard als Präsident übernimmt Thomas Gruber diesen Posten, wie er am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Dies habe die Generalversammlung der Stadionbesitzerin am Dienstagabend beschlossen. Der ehemalige SP-Stadtrat Thomas Gruber war bisher Vizepräsident.

Versöhnliche Töne

We geht es mit den Mietausständen seitens des FC Thun (wir berichteten) weiter? Der neue Präsident der Genossenschaft Arena Thun schlägt versöhnliche Töne an: «Wir werden dem FC Thun die Stockhorn-Arena weiterhin zur Verfügung stellen», stellt Gruber klar.

Aber: «Wir haben mit dem FC Thun einen Mietvertrag. Seit über einem Jahr bezahlt der FC weniger als die Hälfte der Stadionmiete von monatlich 120000 Franken – wir erwarten, dass der Mietvertrag erfüllt wird», so Thomas Gruber weiter.

Betreibung nicht geplant

Man werde jedoch darauf verzichten, die Mietausstände des FC Thun von aktuell über einer Million Franken per Betreibung einzufordern, sagt Gruber weiter. «Das ist nicht die Lösung des Problems, wir müssen nun zusammen reden, die Situation analysieren und eine für beide Seiten tragbare Lösung finden», sagt Gruber weiter. Es könne nicht sein, dass die Stadioninvestoren HRS und Arco Real Estate (siehe Box) wie in den letzten Jahren die Defizite des Gesamtbetriebs tragen müssten.

Zudem laufe der Betriebsvertrag mit den Investoren im Jahr 2016 aus. «Deshalb muss nun unbedingt eine nachhaltige Lösung her», fordert Gruber. Allenfalls könne sich der FC Thun überlegen, welche Leistungen die Genossenschaft nicht mehr erbringen müsse, um die Miete auf einen für den FC Thun realistischen Betrag senken zu können. «Wir wollen weiterhin mit dem FC Thun zusammenarbeiten, stellen dem Klub aber ganz klar keinen Blankocheck aus», so Gruber.

«Sehr zu begrüssen»

Das sagt FC-Thun-Präsident Markus Lüthi zu den neusten Entwicklungen rund um die Stockhorn-Arena: «Wir wurden von der Genossenschaft offiziell noch nicht kontaktiert, jeglicher Schritt in Richtung einer Lösung ist aber sehr zu begrüssen.». Und der FCT-Präsident fügte an: «Die Zeit drängt, auch mit Blick auf das Lizenzverfahren für die Saison 2015/2016. Dieses Verfahren beginnt jetzt», macht er klar.

Der FC Thun arbeite zurzeit auf verschiedenen Baustellen – neben dem Themenkreis Stockhorn-Arena/Genossenschaft Arena Thun sei man «vor allem in den Bereichen Vermarktung sowie zahlende Zuschauer mit Hochdruck an der Arbeit», so Lüthi. Obwohl der FC Thun im Moment kein Liquiditätsproblem habe, sei es für die längerfristige Zukunft des Klubs unumgänglich, weitere Einnahmequellen zu erschliessen. «Wir werden den Winter überleben», stellt Lüthi fest, «aber für die Rückrunde sind wir noch auf der Suche nach Investoren oder Privatpersonen, die uns eine Brücke bauen und an uns glauben.»

Thuner Tagblatt

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