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«Wir haben ein Übergangsjahr»

In Brienz ist die Hauptsaison gestartet. Nach der Lösung aus der Destination Haslital zeigen sich allmählich die Folgen der Änderung. «Wir sind absolut auf Kurs», versichert Geschäftsleiter Martin Casagrande.

Susanna Michel
Martin Casagrande ist Präsident der Interessensgemeinschaft Tourismus Brienz und Geschäftsleiter der Tourismusorganisation Brienz.
Martin Casagrande ist Präsident der Interessensgemeinschaft Tourismus Brienz und Geschäftsleiter der Tourismusorganisation Brienz.
Susanna Michel

«Oh, sehr viel», antwortet Martin Casagrande wie aus der Kanone geschossen auf die Frage, was sich denn in den vergangenen vier Monaten alles bei der Tourismusorganisation Brienz geändert hat. So lange ist es her, dass die Stimmberechtigten an der Urne den Ausstieg aus der Destination Haslital beschlossen haben (wir berichteten). Martin Casagrande, Präsident der Interessengemeinschaft Tourismus Brienz (IGTB), hat gemeinsam mit Hans-Jörg Imhof und Peter Huggler die Geschäftsleitung von Brienz Tourismus inne.Seit Anfang dieses Monats ist Beatrice Brunner als Geschäftsführerin angestellt. Brienz ist keineswegs alleine unterwegs: Der Urlaubsort ist unter das Dach der Tourismusorganisation Interlaken (TOI) geschlüpft. «Wir wussten von Beginn an, dass diese Kooperation zu Stande kommt. Sonst hätten wir die Trennung von Haslital nicht auf diese rasche Art erfolgreich umsetzen können», sagt Martin Casagrande.Brienz sei keineswegs als Bittstellerin zur TOI gegangen. Schliesslich biete das typische Schweizerdorf unter anderem mit den Schulen für Holzbildhauerei und Geigenbau, dem Freilichtmuseum und der Rothornbahn attraktive Ergänzungsprogramme. Hinzu komme, dass Brienz viele Ferienwohnungen vermiete, hier habe Interlaken ein geringeres Angebot.«Wir hatten nichts»Wegen der Trennung musste das Tourismusbüro beim Bahnhof Brienz frisch eingerichtet werden. «Wir hatten keinen Computer, keine Daten, rein gar nichts.» Das sei nun «tipptopp im Schuss». Gegenwärtig arbeite die Geschäftsleitung daran, das Funktionsdiagramm, die Strukturen und die Pflichtenhefte der Organisation fertig zu stellen. Weiter wurden Prospekte erstellt wie etwa die Liste der Ferienwohnungen. «Sie ist ein Übergangsprodukt, wurde der bestehenden Liste entnommen und einfach neu gebunden», erklärt der Präsident. «Ab Sommer werden wir wie die anderen Dachmarkenpartner im Prospekt Interlaken sein.» Man habe damit rechnen können, dass noch nicht alles ganz optimal verlaufe, denn: «Es ist ein Übergangsjahr mit vielen Facetten, aber wir sind auf Kurs.»Problem InternetNicht ganz optimal lief es mit dem Internet. Erst seit wenigen Tagen sind die Unterkünfte von Brienz online buchbar unter www.brienz-tourismus.ch und www.interlaken.ch. Seit der Trennung im Februar war das nicht möglich. Martin Casagrande erklärt mit einem Lächeln gelassen: «Das war keine Krise, diese Aufgabe zu bewältigen, wir mussten alle Daten neu erfassen. Das brauchte seine Zeit und nun ist der Erfolg klar sichtbar.» Unter dem Dach von der TOI zu sein, biete deutlich mehr Möglichkeiten als der Verbleib bei Haslital. Das beweise die Tatsache, dass diese Internetseite bis zu 1,3 Millionen Besucher pro Jahr verzeichne, Haslital rund 600000 Besucher. Brienz werde sehr gut präsentiert. Auch die gesamte Werbeplattform von der TOI sei deutlich grösser. Interlaken gebe vor, wo und wie geworben werde, jedoch sei Brienz die Entscheidung freigestellt, welchen Werbeplattformen es sich anschliesse. Das bestimme die Geschäftsleitung nach dem Motto: «Aktiv sein am Ort und dann die Werbetrommeln spielen lassen.»Erste Erfolge«Wir müssen und können uns auch selber bewegen, Ideen bringen, neue Angebote schaffen», ist sich Martin Casagrande bewusst. Stolz berichtet er, dass mit «Swiss Cruise» (Schifffahrt auf dem Brienzersee mit Dessert und Kuchen) erfolgreich ein neues Angebot gemacht werde. Die Neugestaltung des Quais, die gegenwärtig realisiert wird, sei eine grosse Herausforderung. Casagrande, Besitzer und Geschäftsführer der Bijouterie- und Souvenirläden Casagrande in Brienz, Grindelwald, Interlaken und Meiringen, ist sich bewusst, dass bei der Attraktivität der Seepromenade Brienz Tourismus gefordert sein wird. «Auch diese Chance packen wir», sagt der Präsident der Interessengemeinschaft Tourismus Brienz.600'000 Franken stehen ihr aus den Einnahmen vom TFA, Gemeindebeitrag und der Beherbergungsabgabe jährlich zur Verfügung. «Da die Geschäftsleitung und der Vorstand ehrenamtlich arbeiten, werden die finanziellen Mittel reichen», versichert Casagrande. Das detaillierte Budget wird an einer ausserordentlichen Versammlung der IGTB im August vorgestellt und zur Genehmigung vorgelegt.

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