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Wieder 17 Einsprachen gegen den neuen «Central Park» eingereicht

Auch das sechste Baubewilligungsverfahren der Griwaplan AG in neun Jahren zum Projekt «Central Park» hat Einsprachen zur Folge. Griwaplan-Chef Markus Friedli: «Es geht nur noch um ästhetische Ansichten.»

Stangenwald auf unberührter Wiese: Der «Central Park» in Grindelwald kommt oberhalb der Dorfstrasse zu stehen. Am Hang links im Bild fuhr bis 1996 ein Funilift ins darüberliegende Skischulgelände. Das Gebäude rechts im Bild gehört zum Parkhotel Schoenegg.
Stangenwald auf unberührter Wiese: Der «Central Park» in Grindelwald kommt oberhalb der Dorfstrasse zu stehen. Am Hang links im Bild fuhr bis 1996 ein Funilift ins darüberliegende Skischulgelände. Das Gebäude rechts im Bild gehört zum Parkhotel Schoenegg.
Fritz Lehmann

Eine Woche nach Ablauf der Auflagefrist für das Bauprojekt «Central Park» oberhalb der Dorfstrasse in Grindelwald steht fest: Auch im sechsten Anlauf innerhalb von neun Jahren sieht sich die Griwaplan AG als Gesuchstellerin mit einer Anzahl Einsprachen konfrontiert. Wie der für das Bauwesen zuständige Martin Maier vom Regierungsstatthalteramt Interlaken auf Anfrage bestätigt, sind fristgerecht 17 Einsprachen mit Rechtsverwahrung sowie drei sogenannte Rechtsverwahrungen eingegangen. «Letztere werden nicht als Einsprachen behandelt, sondern sind lediglich Hinweise auf privatrechtliche Angelegenheiten», ergänzt Martin Maier.

Positive Fachberichte

Griwaplan-Geschäftsleiter Markus Friedli gab sich gestern trotzdem vorsichtig optimistisch: «Es gibt keinen Grund mehr, das Bauprojekt nicht zu bewilligen. Die jetzt noch eingegangenen Einsprachen sind nicht mehr substanzieller Natur, denn wir sind allen bisherigen Anliegen nachgekommen. Jetzt geht es nur noch um ästhetische Ansichten, oder auch nur um reine Schikaniererei.» Gestaltung sei eben nicht messbar und werde subjektiv empfunden. Markus Friedli führt auch den positiv ausgefallenen Fachbericht des Schweizer Heimatschutzes und anderer Fachstellen auf. Friedli: «Selbst die Verkehrsplanung und die Gemeinde äussern sich dem ‹Central Park› gegenüber positiv.»

Bereits vor Jahresfrist gingen während eines ersten Auflageverfahrens nicht weniger als 16 Einsprachen ein. Kritisiert wurde damals vor allem die Grösse des 130-Millionen-Bauprojekts. Dieses sieht sechs Mehrfamilienhäuser mit Einstellhalle, sechs Einfamilienhäuser mit Schräglift und ein Hotel-Restaurant mit dazugehörigen Appartements vor. Wie Markus Friedli von der Griwaplan AG sagt, ist im Rahmen der erneuten Projektauflage nichts geändert worden; das Kostenvolumen bleibt. «Hingegen haben wir in Zusammenarbeit mit dem Heimatschutz die Gestaltung der Fassaden geändert.»

«Politische Einsprache»

Eine der 17 Einsprachen stammt von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Aus dieser geht hervor, dass die planerischen Grundlagen der Gemeinde punkto Gewässerschutzzonen ungenügend seien: «Auf Grund des Bauvolumens ist die Beeinträchtigung dieser Gewässerschutzzone nicht abschätzbar.»Die SL fordert in ihrer Einsprache eine Reduktion und Etappierung des Projekts sowie das Ergreifen von Massnahmen zur Lenkung des Zweitwohnungsbaus: «Wir betrachten dieses Projekt zur Überbauung der letzten grossen Parzelle im Dorfkern von Grindelwald fast gleichzeitig mit der eingereichten Initiative zur Beschränkung des Zweitwohnungsbaus als äusserst unglücklich», begründet Geschäftsleiter Raimund Rodewald die Einsprache der Stiftung Landschaftsschutz. So gesehen beabsichtigt die SL lediglich die Sistierung des Bauvorhabens. Rodewald: «Wir wollen damit einen Präjudizfall im Hinblick auf die bevorstehende Gemeindeabstimmung zur Zweitwohnungskontingentierung verhindern. Man kann unsere Einsprache also durchaus als politische verstehen.» Im Dezember wird über die Initiative entschieden.

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